Abrechnung


Die Abrechnung des Einsatzes von RinsEndo in der endodontischen Behandlung (beim GKV- und beim Privatpatienten)

Das RinsEndo-Verfahren (siehe Dentalforum) ermöglicht eine effiziente chemische Wurzelkanaldesinfektion, es erzielt durch hydrodynamische Aktivierung der keimabtötenden Spüllösungen keimarme Wurzelkanäle und schafft damit die Basis erfolgreicher endodontischer Behandlung. Benötigt werden zum einen das Rins Endo Handstück der Firma Dürr Dental sowie Einmalkanülen 0,45 x 28 mm mit maximaler Spüleffizienz und Protectoren als Längenstopper und Schutz gegen austretende Spüllösung.

 

 

 

Eine Gebührenziffer für die aktivierte Spülung eines Wurzelkanals ist in der privatzahnärztlichen Gebührenordnung (GOZ 2012) unter der Ziffer 2420 – Zusätzliche Anwendung elektrophysikalisch- chemischer Methoden, je Kanal – enthalten. Sie ist je gespültem Kanal und je Sitzung einmal berechnungsfähig. Besonderer Aufwand bei der Anwendung aus verschiedensten Gründen kann über die Anpassung des Steigerungsfaktors Berücksichtigung finden.

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vom 01.01.2012

§ 5 Bemessung der Gebühren für Leistungen des Gebührenverzeichnisses

Innerhalb des Gebührenrahmens sind die Gebühren unter Berücksichtigung der Schwierigkeit und des Zeitaufwandes der einzelnen Leistung sowie der Umstände bei der Ausführung nach billigem Ermessen zu bestimmen. Die Schwierigkeit der einzelnen Leistung kann auch durch die Schwierigkeit des Krankheitsfalles begründet sein. Bemessungskriterien, die bereits in der Leistungsbeschreibung berücksichtigt worden sind, haben hierbei außer Betracht zu bleiben. Der 2,3-fache Gebührensatz bildet die nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab; ein Überschreiten dieses Gebührensatzes ist nur zulässig, wenn Besonderheiten der in Satz 1 genannten Bemessungskriterien dies rechtfertigen; Leistungen mit unterdurchschnittlichem Schwierigkeitsgrad oder Zeitaufwand sind mit einem niedrigeren Gebührensatz zu berechnen. Sollte auch der 3,5-fache Faktor nicht ausreichen, kann laut § 2 der GOZ vor Behandlungsbeginn eine freie Vereinbarung oberhalb des 3,5-fachen Satzes getroffen werden:

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vom 01.01.2012

§ 2 Abweichende Vereinbarung

  1. Durch Vereinbarung zwischen Zahnarzt und Zahlungspflichtigem kann eine von dieser Verordnung abweichende Gebührenhöhe festgelegt werden. Die Vereinbarung einer abweichenden Punktzahl (§ 5 Absatz 1 Satz 2) oder eines abweichenden Punktwertes (§ 5 Absatz 1 Satz 3) ist nicht zulässig. Notfall- und akute Schmerzbehandlungen dürfen nicht von einer Vereinbarung nach Satz 1 abhängig gemacht werden.
  2. Eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 1 ist nach persönlicher Absprache im Einzelfall zwischen Zahnarzt und Zahlungspflichtigem vor Erbringung der Leistung des Zahnarztes schriftlich zu treffen. Dieses muss neben der Nummer und der Bezeichnung der Leistung, dem vereinbarten Steigerungssatz und dem sich daraus ergebenden Betrag auch die Feststellung enthalten, dass eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist. Weitere Erklärungen darf die Vereinbarung nicht enthalten. Der Zahnarzt hat dem Zahlungspflichtigen einen Abdruck der Vereinbarung auszuhändigen.
  3. Leistungen nach § 1 Absatz 2 Satz 2 und ihre Vergütung müssen in einem Heil- und Kostenplan schriftlich vereinbart werden. Der Heil- und Kostenplan muss vor Erbringung der Leistung erstellt werden; er muss die einzelnen Leistungen und Vergütungen sowie die Feststellung enthalten, dass es sich um Leistungen auf Verlangen handelt und eine Erstattung möglicherweise nicht gewährleistet ist. § 6 Abs. 1 bleibt unberührt.
  4. Bei vollstationären, teilstationären sowie vor- und nachstationären privatzahnärztlichen Leistungen ist eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 1 nur für vom Wahlzahnarzt persönlich erbrachte Leistungen zulässig.

Zusätzlicher Aufwand kann z. B. aus folgenden Gegebenheiten entstehen:

  • Anwendung eines OP-Mikroskops
  • gekrümmte, verengte oder obliterierte Wurzelkanäle
  • besonderer Zeitaufwand beim Trocknen des Wurzelkanals
  • mehrfache und/oder verschiedene Anwendungen u. v. m.

BZÄK-Kommentar zu der GOZ-Nr. 2420 (Stand 20.01.2012)

Zusätzliche Maßnahmen zur Dekontamination eines mechanisch (von Hand oder maschinell) aufbereiteten Wurzelkanals mittels Kombination aus elektrophysikalischen und chemischen Verfahren. Dabei erfolgt die Reinigung und Desinfektion der Kanalwände und mechanisch nicht aufbereitbarer akzessorischer Kanäle z. B. mittels in Ultraschallschwingung versetzter Kanalinstrumente in Verbindung mit chemischen Spüllösungen (z. B. Natriumhypochlorit, Chlorhexidin). Die Gebührennummer wird je Kanal und Anwendung berechnet.

Abrechnung beim GKV Patienten nach GOZ möglich

Die aktivierte Spülung des Wurzelkanals ist im BEMA nicht beschrieben, somit ist sie keine Vertragsleistung des BEMA und kann demzufolge auch nicht zulasten der Krankenkasse abgerechnet werden. Sie ist außerdem nicht in einer anderen BEMA-Gebührenziffer aus dem endodontischen Bereich enthalten. Es handelt sich weiterhin nicht um die besondere Art der Ausführung oder eine behandlungsunterstützende Maßnahme einer BEMA-Leistung; sie erfüllt somit die Voraussetzungen für die Berechnung nach GOZ auch beim GKV-Patienten, da sie laut den o. g. Ausführungen nicht gegen das Zuzahlungsverbot verstößt.

Der GKV-Patient muss in diesem Fall vor Behandlungsbeginn für diese Leistung mit einer entsprechenden Vereinbarung gemäß § 4(5) BMV-Z bzw. § 7(7) EKVZ aus dem gesetzlichen Vertrag losgelöst werden. Durch diese Loslösung des GKV-Patienten ist die Abrechnungsgrundlage für die Leistung dann die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ). Dieses bedeutet, dass hinsichtlich dieser Gebührenziffer die Regelungen der GOZ greifen. Eine Faktorerhöhung, ggf. auch über den 3,5-fachen Satz hinaus, ist auch beim GKV-Patienten möglich. Bei Überschreitung des 3,5-fachen Satzes wäre dann allerdings eine weitere Vereinbarung nach § 2(1) der GOZ zu treffen, wie es der Gesetzestext der GOZ vorgibt. Nachfolgend erhalten Sie ein Beispiel für die Vereinbarung der Durchführung des RinsEndo-Verfahrens am Zahn 47 (4 Wurzelkanäle) zum 3,5-fachen Satz in zwei Behandlungssitzungen:

Materialverbrauch

Die Materialberechnung der Einmalkanülen und der mit der einmaligen Anwendung verbrauchten Längenstopper ist abhängig davon, ob der Gesamtbetrag des Materialeinsatzes pro Anwendung den einfachen Satz der zugrundeliegenden Gebührenziffer, für die er benötigt wird, erreicht bzw. überschreitet. Wenn dies der Fall ist, kann der Materialverbrauch in Anlehnung an das einschlägige Urteil des BGH vom 27.05.2004 (III ZR 264/03) berechnet werden.

Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder



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