Prophylaxe

S3-Leitlinie bestätigt Zusatznutzen von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung

Jugendliche und die 3-fach-Prophylaxe – für lebenslange gesunde Zähne

22.10.2019

© Johnson & Johnson
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Der Grundstein für den möglichst lebenslangen Erhalt der eigenen Zähne wird bereits im Kindes- und Jugendalter gelegt. Wer schon in jungen Jahren lernt, dass regelmäßige Zahnarztbesuche, adäquate häusliche Maßnahmen zur Mundhygiene und eine zahngesunde Ernährung einfach dazugehören, dessen Bereitschaft ist höher, diese auch langfristig in seinen Alltag einzubinden.

Erhöhte Kariesaktivität bei Jugendlichen

Gerade bei Jugendlichen ist das Risiko vergleichsweise hoch, dass Karies bzw. erosive Schädigungen der Zahnhartsubstanz auftreten [1,2]. Die erhöhte Anfälligkeit für Karies und erosive Schädigungen mag unter anderem dadurch bedingt sein, dass der Schmelz der zweiten Dentition bei Kindern noch nicht vollständig ausgereift ist [3]. Hinzu kommt, dass die jungen Patienten häufig erstmals selbst die Verantwortung für ihr Ernährungs- und Mundhygieneverhalten übernehmen, ohne sich der Tragweite ihrer Entscheidungen tatsächlich bewusst zu sein. Zudem begünstigt das Ernährungsverhalten häufig die Entstehung von Karies und erosiven Schädigungen: Insbesondere unterwegs zeigen viele Heranwachsende eine ausgeprägte Vorliebe zum Snacken; viel Zeit nehmen sich die wenigsten von ihnen für ihre Mahlzeiten und deren Zubereitung [4]. Kochen die Eltern nicht mehr regelmäßig für den Nachwuchs, erfolgt auch hier beim ersten Hungergefühl oft der rasche Griff in den Kühlschrank, der selbst mit Produkten aus dem Supermarkt gefüllt wurde. So kommt es, dass der Verzehr von Fertiggerichten, Backwaren, Süßigkeiten sowie Säften und Softdrinks häufig an der Tagesordnung ist.

Aktivität im Biofilm

Der häufige Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel im Tagesverlauf führt dazu, dass die vorhandenen Bakterien im oralen Biofilm viel Arbeit haben: Immer wieder kommen sie mit Zucker in Kontakt, dessen Verstoffwechselung automatisch abläuft. Für diesen Prozess benötigen sie Mineralien wie Calcium. Bei nicht ausreichender Verfügbarkeit in Speichel und Biofilm werden diese durch Säurebildung aus dem Schmelz gelöst (Demineralisierung) [5]. Ist der Zucker vollständig verstoffwechselt, folgt eine Phase der Remineralisierung, in der geringe Mengen von Calcium, Phosphat und Fluorid wieder an den Schmelz abgegeben werden, wodurch dieser gestärkt wird. Je häufiger ein Mensch jedoch Zucker zu sich nimmt, desto größer ist die Gefahr, dass ein Ungleichgewicht in der Stoffwechselaktivität der Bakterien entsteht und eine irreversible Schädigung der Zahnhartsubstanz auftritt. Das Risiko dieser Schädigung erscheint bei Kindern mit nicht vollständig ausgereiftem Schmelz noch größer als bei gesunden Erwachsenen. Bei einer erosiven Schädigung der Zahnhartsubstanz wird der Schmelz ebenfalls durch Säuren angegriffen. Diese werden jedoch nicht von Bakterien produziert, sondern in Form von Lebensmitteln mit einem geringen pH-Wert (z.B. Softdrinks, Smoothies und Zitrusfrüchte) konsumiert [6]. Die Prozesse der Demineralisierung und Remineralisierung laufen auch in diesem Fall ab und die Gefahr eines Ungleichgewichts ist auch hier gegeben.

Präventive Maßnahmen

Um das Risiko der Entstehung von Karies, Erosion und auch der durch Plaque entstehenden Parodontalerkrankungen zu minimieren, erscheinen zwei Strategien sinnvoll: die gezielte Reduktion der Zufuhr von Lebensmitteln, die viel Zucker enthalten, und ein ausgewogenes Biofilm-Management. Letzteres bedeutet, dass die potenziell schädlichen Bakterien im Biofilm in Schach gehalten und größere Plaqueansammlungen durch unterschiedliche Reinigungsmaßnahmen vermieden werden. Eine effektive Biofilmkontrolle setzt bei der regelmäßigen mechanischen Zahn- und Interdentalreinigung an. Um auch Bakterien zu bekämpfen, die von Zahnbürste und Zahnseide nicht ausreichend entfernt wurden, empfiehlt sich die tägliche 3-fach-Prophylaxe: Hierbei wird die mechanische Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume durch das Spülen mit einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung ergänzt [7,8,9]. Eine bewährte Mundspülung mit ätherischen Ölen ist Listerine®. Die Mundspülungen dringen tief in den nach dem Zähneputzen verbliebenen Biofilm ein, lockern ihn und zerstören die Zellwände der Bakterien [10,11]. Die Neubildung des Biofilms wird dadurch zeitlich verzögert. Sind weniger Bakterien vorhanden, deren Stoffwechselaktivität aus dem Gleichgewicht geraten könnte, wird weniger Säure produziert, was in der Folge eine Demineralisierung des Schmelzes unwahrscheinlicher macht.

Zusatznutzen von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung jetzt auch von der S3-Leitlinie bestätigt

• Die zusätzliche Anwendung chemisch antibakterieller Wirkstoffe in Mundspüllösungen trägt als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion des dentalen Biofilms bei – und damit zur Prophylaxe von Gingivitis. Antibakterielle Wirkstoffe (ätherische Öle, Chlorhexidin, Triclosan/Copolymer) werden somit als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion der Gingivitis empfohlen [12,13,14,15].

• Nur für Mundspülungen mit ätherischen Ölen (wie in Listerine) und CHX liegt eine hervorragende Datenlage vor, beide Wirkstoffe weisen einen großen Effekt auf Plaque und Gingivitis auf – bei hoher Qualität der Evidenz.

• Gerade für den langfristigen Einsatz (6 Monate) werden Mundspülungen mit ätherischen Ölen empfohlen [17]. Auch bei 6-monatiger Anwendung kommt es zu keiner Verfärbung von Zähnen oder Zahnfleisch oder zu einer Beeinträchtigung des Gleichgewichts der gesunden Mundflora [15,16].

Weitere Informationen auf www.listerine.de

Dieser Beitrag wurde mit freundlicher Unterstützung von Johnson & Johnson erstellt.


Literatur:

[1] American Academy of Pediatric Dentistry. Adolescent oral health care. Recommendations: Best Practices 221–228 (2015).
[2] Salas MMS, Nascimento GG, Huysmans MC. Estimated prevalence of erosive tooth wear in permanent teeth of children and adolescents: an epidemiological systematic review and meta-regression analysis. J Dent 43, 42–50 (2015).
[3] Kirkham J, Robinson C, Strong M, Shore RC. Effects of frequency of acid exposure on demineralization/remineralization behavior of human enamel in vitro. Caries Res 28 (1), 9–13 (1994).
[4] Bartsch S. Jugend Isst Anders. UGB-Forum 5, 214–217 (2011). https://www.fairberaten.net/saeuglings-und-kinderernaehrung/hintergrundinfos/jugend-isst-anders/druckansicht.pdf (aufgerufen am 21. Juni 2019)
[5] García-Godoy F, Hicks MJ. Maintaining the integrity of the enamel surface: the role of dental biofilm, saliva and preventive agents in enamel demineralization and remineralization. J Am Dent Assoc 139 (Suppl), 25 S–34 S (2008).
[6] Lussi A, Jaeggi T. Dentale Erosionen. Von der Diagnose zur Therapie. Quintessenz Verlags GmbH, Berlin (2009).
[7] Fine DH et al. Effect of rinsing with an essential oil-containing mouthrinse on subgingival periodontopathogens. J Periodontol 78, 1935–1942 (2007).
[8] Lux R et al. data on file. Confocal laser scanning microscopy evaluation of biofilm kill activity of representative global mouthrinse. (2005).
[9] Sharma N et al. Adjunctive benefit of an essential oil–containing mouthrinse in reducing plaque and gingivitis in patients who brush and floss regularly: a six-month study. JADA 135, 496–504 (2004).
[10] Fine DH et al. Effect of rinsing with an essential oil-containing mouthrinse on subgingival periodontopathogens. J Periodont 78, 1935–1942 (2007).
[11] Sharma N et al. Adjunctive benefit of an essential oil-containing mouthrinse in reducing plaque and gingivitis in patients who brush and floss regularly: a six-month study. J Am Dent Assoc 135 (4), 496–504 (2004).
[12] Haas AN, Wagner TP, Muniz FW, Fiorini T, Cavagni J, Celeste RK. Essential oils-containing mouthwashes for gingivitis and plaque: Meta-analyses and meta-regression. J Dent 55, 7–15 (2016).
[13] Haps S, Slot DE, Berchier CE, Van der Weijden GA. The effect of cetylpyridinium chloride-containing mouth rinses as adjuncts to toothbrushing on plaque and parameters of gingival inflammation: a systematic review. Int J Dent Hyg 6, 290–303 (2008).
[14] James P, Worthington HV, Parnell C, Harding M, Lamont T, Cheung A Whelton H, Riley P. Chlorhexidine mouthrinse as an adjunctive treatment for gingival health (Review). Cochrane Database Syst Rev 3, CD008676 (2017).
[15] Minah GE et al. Effects of 6 months use of an antiseptic mouthrinse on supragingival dental plaque microflora. J Clin Periodontol 16, 347–352 (1989).
[16] Charles CH et al. Comparative efficacy of an antiseptic mouthrinse and an anti-plaque/antigingivitis dentifrice. A six month clinical trial. J Am Dent Assoc 132, 670–675 (2001).
[17] DG PARO, DGZMK. S3-Leitlinie (Kurzversion): Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. Parodontologie (2018).


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