Prophylaxe

Prophylaxe aus Patientenperspektive

Die Mundhöhle ein unbekanntes Terrain?

20.06.2022

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Der Blick in Mundhöhlen deutscher Bundesbürger zeigt, dass gerade hinsichtlich parodontaler Erkrankungen Handlungsbedarf besteht: In der Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen sind rund 43% von moderater Parodontitis betroffen [1]. Da der Erfolg zahnmedizinischer Prävention auch erheblich auf der Mundpflege-Kompetenz der Patienten beruht, wurden verschiedene, unterstützende Ansatzpunkte für das Beratungsgespräch zusammengestellt.

„Ich putze doch sehr gründlich, weshalb kann ich dennoch Beschwerden haben?“

Diese zweifelnde Frage hören Prophylaxeexperten immer wieder. Epidemiologische Daten zeigen: Häufig wird nicht das Niveau erreicht, das nötig ist, um parodontale Erkrankungen zu vermeiden [2,3].

Denn – um den sich fortlaufend neu bildenden Biofilm und die damit einhergehende mikrobielle Belastung des Mundraums in Schach zu halten, bedarf es eines umfassenden häuslichen Biofilmmanagements. Mit 3 Hinweisen können Sie Ihren Patienten anschaulich erläutern, wie sie ihre Mundhygiene verbessern können.

Ist der Einsatz von Mundspülungen sinnvoll?

Die S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ spricht sich deutlich für die Nutzung von Zahnbürste und Interdentalbürstchen oder Zahnseide, ergänzt durch Mundspülungen aus [4]. Die Realität sieht wie häufig anders aus: Laut einer Umfrage verzichtet knapp über die Hälfte aller Frauen und 67% der Männer auf die zusätzliche Zahnseidennutzung. Noch weniger verwenden Interdentalbürsten [5]. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungsansätze:

  • Laut einer Umfrage erleben 38% bei der Zahnzwischenraumreinigung zumindest gelegentlich Zahnfleischbluten [6].
  • Weitere haben Schwierigkeiten bei der Anwendung.
  • Außerdem gilt die Reinigung mit Zahnseide und Interdentalbürsten als zeitaufwendig [6].

Auch diese Patienten können von der ergänzenden Mundraumreinigung durch Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung profitieren, gerade bei mechanisch so schwer errreichbaren Bereichen, wo keine effektive mechanische Biofilmreinigung möglich ist.

Wissen schafft Bewusstsein: Ansätze für ein nachhaltiges Beratungsgespräch 

Die Ergebnisse der S3-Leitlinie [4] bestätigen, dass das Spülen mit einer antibakteriellen Mundspülung, die ergänzend zur mechanischen Reinigung angewendet wird, die Mundhygiene verbessert, indem eine zusätzliche Plaquereduktion erreicht wird. 

Weshalb die zusätzliche Anwendung von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung (z.B. LISTERINE®) sinnvoll ist:

  • Potenziell pathogene Keime im Biofilm befinden sich auch abseits der Zähne, dort wo die mechanische Reinigung mit der Zahnbürste oder Interdentalpflege nicht hinkommt – z.B. in der Mundhöhle. Mundspüllösungen als Flüssigkeit erreichen somit quasi den gesamten Mundraum [4].
  • Somit trägt das ergänzende Spülen mit Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung zur Reduktion des dentalen Biofilms bei und hilft damit Zahnfleischproblemen vorzubeugen [4].

Es steht fest: Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Zahnarztpraxis sind unerlässlich, denn nur so können (mund-)gesundheitliche Beschwerden rechtzeitig erkannt werden. Zudem bietet das Beratungsgespräch mit dem Patienten den idealen Raum, um Wissen rund um die Wichtigkeit einer gesunden Mundhöhle und somit das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer umfassenden häuslichen Mundhygiene zu schärfen.


Quelle:
Johnson & Johnson GmbH


Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
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Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.