Prophylaxe

Prophylaxe für Senioren

Dank Mundgesundheit zu mehr Lebensqualität

03.12.2020

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Mundgesundheit und Lebensqualität sind eng miteinander verbunden. Schließlich sind ein intaktes natürliches bzw. künstliches Gebiss und gesundes orales Weichgewebe wichtige Voraussetzungen für bleibende Freude am Essen, Kommunizieren und gemeinsamen Lachen. Die Mundgesundheit trotz gesundheitlicher Einschränkungen, Dauermedikation und Nachlassen motorischer Fähigkeiten zu erhalten, das ist die Aufgabe der Alterszahnmedizin.

Der Anteil an Senioren in der Bevölkerung – und damit auch in der Zahnarztpraxis – nimmt stetig zu. Mit dieser Entwicklung wächst die Notwendigkeit an Behandlungs- und Prophylaxe-Konzepten, die an die speziellen Bedürfnisse dieser Altersgruppe angepasst sind.

Mundgesundheit der Senioren

Im Vergleich zu früheren Mundgesundheitsstudien belegt die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie [1] eine deutliche Verbesserung der Mundgesundheit speziell bei den jüngeren Senioren (65 bis 74 Jahre). Dennoch sind auch in dieser Altersgruppe 65% der Patienten von Parodontitis betroffen.

Bei den älteren Senioren (75 bis 100 Jahre) liegt der Anteil an Patienten mit Parodontitis bei rund 90%. Auch Karies und Zahnverlust treten häufiger auf. Grund zur Sorge bietet allerdings die Mundgesundheit der Menschen mit Pflegebedarf: Pflegebedürftige Senioren leiden besonders häufig unter unbehandelter Karies, Zahnfleischbluten sowie Zahnlosigkeit und benötigen oftmals Unterstützung bei der häuslichen Mundhygiene.

Besondere Bedingungen: Allgemeiner Gesundheitszustand

Bei vielen Senioren liegen allgemeinmedizinische Erkrankungen vor: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Diabetes mellitus, Lungenerkrankungen oder Demenz können Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben [2–6].

Zugleich hat auch die regelmäßige Medikamenteneinnahme einen Einfluss auf die Mundgesundheit. So ist eine Nebenwirkung zahlreicher Medikamente (z.B. Blutdrucksenker oder Psychopharmaka) die Mundtrockenheit, die bei älteren Patienten häufig auftritt [7]. Diese erhöht wiederum das Parodontitis-Risiko und begünstigt die Bildung von Karies.

Behandlungsempfehlungen: Seniorengerechte Befundaufnahme

Teil der seniorengerechten Befundaufnahme sind die Untersuchung der Mundschleimhaut, der Zähne und des Parodonts sowie die Bestimmung der Menge an Biofilm, der sich auf Zähnen und Weichgewebe gebildet hat. Bei Bedarf können zusätzlich Röntgenaufnahmen durchgeführt werden [8]. Für die Beurteilung des Hygieneverhaltens wird die Erfassung von Plaque- und Entzündungsindizes, Sondierungstiefen und Blutung auf Sondierung empfohlen. Zusätzlich kann eine Speicheldiagnostik sinnvoll sein.

Ist eine Behandlung erforderlich, so sollten bei der Therapieplanung die individuellen Bedürfnisse und Risiken des Patienten berücksichtigt werden. Oftmals bevorzugen Senioren wenig invasive, kostengünstige Behandlungen, die möglichst von einem ihnen vertrauten Zahnarzt durchgeführt werden [9].

Häusliche Mundhygiene

Letzter Baustein für den Erhalt der Mundgesundheit ist die häusliche Mundhygiene. Es empfiehlt sich die 3-fach-Prophylaxe: Sie besteht aus der mechanischen Entfernung des Biofilms mittels Zahnbürste sowie der Zahnzwischenraumreinigung und der abschließenden Verwendung einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung, z.B. Listerine®. Dies ist sinnvoll, da mit den mechanischen Methoden allein die potenziell pathogenen Keime im Biofilm primär an den Zähnen beseitigt werden. Durch zusätzliches Mundspülen lässt sich vermeiden, dass die Bakterienzahl im Mundraum hoch bleibt und der Biofilm rasch neu gebildet wird.

Weitere Informationen

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