Prophylaxe


Auf den Spuren der Mundgesundheit

31.07.2019

© fotomek/fotolia
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Anlässlich des 140-jährigen Jubiläums der Listerine® Mundspülung wagen wir einen Blick auf die Mundhygiene-Praktiken rund um den Globus und fragen uns: Wie putzt die Welt? Wenig überraschend, andere Kulturen und Länder pflegen auch andere Zahnputzsitten: Die afrikanischen und arabischen Länder vertrauen auf die antibakterielle Wirkung der Natur und verwenden Zweige des Neem- und Miswākbaums als natürliche Zahnbürste. In Lateinamerika setzen die Menschen auf die heilende Kraft von Kräutern und Pflanzen, die bereits die indigenen Völker der Maya, Azteken und Inka für sich zu nutzen wussten.

In der modernen Mundhygiene hierzulande hat sich die tägliche 3-fach-Prophylaxe aus Zähneputzen, Interdentalraumpflege und Mundspülung mit antibakterieller Wirkung (z.B. Listerine®) als effektive Mundhygiene-Maßnahme bewährt.

Wie Statistiken zeigen, steht es um die Zahngesundheit heute besser denn je. Zu verdanken ist dies u.a. einer kontinuierlichen Aufklärungsarbeit zur Zahn- und Mundhygiene, regelmäßigen Zahnarztbesuchen und der Bereitschaft der Patienten, der häuslichen Zahnpflege gewissenhaft nachzugehen. Immerhin garantieren gesunde Zähne nicht nur ein schönes Lächeln, sondern tragen auch zur Lebensqualität und Gesundheit bei.

Afrika vertraut auf die antibakterielle Wirkung des Neems

  • Abb. 1: Die borstenartigen Fasern des Neembaumzweiges dienen als Zahnbürste.

  • Abb. 1: Die borstenartigen Fasern des Neembaumzweiges dienen als Zahnbürste.
    © Jatinder Kumar/fotolia
In vielen afrikanischen Ländern setzen vor allem die traditionell lebenden Naturvölker auf eine Zahnpflege direkt aus der Natur. Zur Reinigung der Zähne bedienen sie sich am Neembaumzweig. Die dünnen Äste des Baums werden abgebrochen und das Ende der Zweige mit einem Messer von der Rinde befreit. Das Holz wird anschließend solange gekaut, bis sich einzelne Fasern bilden. Dabei werden Säfte freigesetzt, die antibakteriell und desinfizierend wirken und Entzündungen im Mund- und Rachenraum vorbeugen [1]. Zudem stärkt das Kauen die Kiefermuskulatur und festigt die Zahnwurzeln. Die borstenartigen Fasern des Astes dienen, ähnlich wie die Fasern des Zahnbürstenkopfs, zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Das Prinzip der natürlichen Neembaum-Zahnbürste folgt dem einer Einweg-Zahnbürste [2].

Der arabische Raum setzt auf Miswāk

Ähnlich wie in Afrika sieht auch die Zahnpflege in den Staaten des Nahen Ostens aus. Auch hier wachsen die Zahnbürsten direkt am Baum. Anstelle des Neembaums finden die Äste, Knospen und Wurzeln des Miswāk oder Siwāk auch heute noch in breiten Teilen der Bevölkerung Verwendung. Miswāk, umgangssprachlich als Zahnbürstenbaum bezeichnet, wächst vorrangig in den Wüsten Arabiens, Vorderasiens und Ostafrikas. Das Holz des Zahnbürstenbaums wird abgeschnitten und gekaut, bis das Holz ausfranst und einzelne Borsten bildet. Diese werden zur Pflege der Zähne verwendet, dienen aber auch der Massage des Zahnfleisches und der Zungenreinigung [3]. Der Miswākzweig enthält natürliche Wirkstoffe, welche der Gesundheit der Zähne und der Mundschleimhaut förderlich sind: unter anderem natürliche Fluoride, die den Zahnschmelz härten, Calciumsulfate, die die Remineralisierung der Zähne fördern, und Silizium, das Verfärbungen an den Zähnen reduziert [4]. Durch die antibakterielle Wirkung der enthaltenen Flavonoide reduziert Miswāk zudem subgingivale Plaque [5].

Lateinamerika vertraut früher wie heute auf die Kraft der Wild- und Heilkräuter

  • Abb. 2: In Mexiko wird die uns bekannte Heilpflanze Blutwurz eingesetzt.

  • Abb. 2: In Mexiko wird die uns bekannte Heilpflanze Blutwurz eingesetzt.
    © behewa/fotolia
In den abgelegenen Gegenden Mittel- und Südamerikas wachsen Wildpflanzen und Kräuter in enormer Vielfalt. Sie sind natürliche Medizin und Kosmetika zugleich. Das Wissen um die heilende Kraft von Kräutern und Pflanzen geht auf die indigenen Völker des mittel- und südamerikanischen Kontinents zurück, die Maya, Azteken und Inka. Schriftliche Überlieferungen der Indigos sind rar. Das alte Heilwissen wird seit über 2.000 Jahren vorwiegend mündlich von Generation zu Generation weitergegeben [6]. In der Tradition der aztekischen Medizin werden in Mexiko noch heute Heilpflanzen in der Zahnmedizin eingesetzt [7]. Die mexikanische Sanguinaria canadensis (hierzulande als Blutwurz bezeichnet) ist eine Pflanze mit entzündungshemmender und harntreibender Wirkung. Sie wird zur Behandlung der Gingivitis eingesetzt und lindert Entzündungserscheinungen [8]. Extrakte der Aloe vera werden hingegen als Mundspülung eingesetzt. Ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung zeigt die Aloe vera bei der Behandlung von Zahnfleischentzündungen und Plaque-Reduktion [9]. Überraschende Ergebnisse liefert eine In-vitro-Untersuchung zur antimikrobiellen Wirkung der Kakaobohne, der Pflanze, aus der Schokolode gewonnen wird. Seit Jahrhunderten wird sie in Form einer Mundspülung zur Zahnreinigung eingesetzt. Ihre stark antikariogene, antibakterielle und Antiplaque- Wirkung konnte in dieser Studie nachgewiesen werden [10].

Bewährte Zahnhygienetechnik: die 3-fach-Prophylaxe

In unseren Breitengraden hat die Zahngesundheit einen besonders hohen Stellenwert. Die hohe Lebenserwartung sowie der Anspruch an ein gepflegtes Äußeres führen dazu, dass die Mehrheit der Menschen ihre Zähne zumindest mit einer einfachen Handzahnbürste oder einer elektrischen Zahnbürste reinigt. Die Erfahrung der Zahnmedizin hat jedoch gezeigt, dass die mechanische Zahnreinigung mit Handbürste oder elektrischer Zahnbürste allein oft nicht ausreicht, um Zahnfleisch und Zähne langfristig gesund zu erhalten. Bewährt hat sich die häusliche 3-fach- Prophylaxe als nachgewiesen effektive Methode in der Prävention oraler Erkrankungen: Zusätzlich zur mechanischen Oberflächenreinigung der Zähne empfiehlt sich die Interdentalreinigung mit einer Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide. Diese Basis- Mundhygiene wird durch die Anwendung einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung (z.B. Listerine®) sinnvoll ergänzt [11,12].

140 Jahre Listerine® – Mundspülung mit Tradition

  • Abb. 3: Listerine kann heute als Ergänzung zur täglichen Zahnpflege empfohlen werden.

  • Abb. 3: Listerine kann heute als Ergänzung zur täglichen Zahnpflege empfohlen werden.
    © Johnson&Johnson
Die Geschichte von Listerine® geht bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den englischen Arzt und Chirurg Joseph Lister zurück. Lister wurde maßgeblich von den Schriften des Wissenschaftlers Louis Pasteur beeinflusst und war der Auffassung, dass unsichtbare Keime die Ursache verschiedener Infektionen seien. 1865 führte Lister als erster Chirurg eine Operation in einem mit Antiseptika gepudertem Raum aus und konnte mit dieser Methode ein deutliches Sinken der postoperativen Sterberate erreichen. Basierend auf den Forschungen von Lister entwickelte Doktor Joseph Lawrence 1879 das Mittel Listerine®, das zunächst als Desinfektionsmittel bei Operationen eingesetzt wurde. 1881 übergab der Erfinder die Eigentumsrechte der Listerine ®-Formel an Lambert Pharmaceutical Co. Das Unternehmen stellte von nun an Listerine® her. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Listerine® auch an Zahnärzte verkauft, nachdem sich zeigte, dass das Produkt nicht nur als Desinfektionsmittel in Operationssälen und zur Behandlung von Wunden geeignet ist, sondern die Anwendung im Mundraum auch zur Verbesserung der Mundhygiene beitrug. 1914 wurde Listerine® als erstes verschreibungspflichtiges Produkt in den USA zur Bekämpfung von Bakterien im Mund auch im freien Verkauf zugelassen. Seit 1970 wurden mehr als 30 klinische Langzeitstudien zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Listerine® durchgeführt. Die American Dental Association (ADA) hat Listerine® aufgrund dieser hervorragenden klinischen Testergebnisse ihr begehrtes Gütesiegel verliehen.

Listerine® wird heute als Mundspüllösung zur täglichen Anwendung und Pflege des Mundraums verwendet. Listerine® ergänzt das Zähneputzen und die Interdentalraumpflege sinnvoll, indem sie an den Stellen wirkt, die mit der mechanischen Reinigung schwer zu erreichen sind. Listerine® wird von mehr als einer Milliarde Menschen weltweit verwendet.

Mundspülungen mit ätherischen Ölen verbessern Biofilmkontrolle

Listerine® Mundspülungen enthalten bis zu vier lipophile ätherische Öle: Thymol, Menthol, Eukalyptol und Methylsalicylat. Diese bekämpfen ein breites Spektrum planktonischer Bakterien und dringen darüber hinaus tief in den Biofilm ein. Die Struktur des Biofilms wird zersetzt, indem die ätherischen Öle Zellwände von Keimen im Biofilm durchdringen und zerstören [13]. Dadurch wird der Biofilm gelockert und gelöst, auch an Stellen, an die Zahnbürste und Zahnseide nicht ausreichend hinkommen. So ergänzt das tägliche Spülen mit Listerine® die mechanische Zahnreinigung ideal und verbessert signifikant die Biofilmkontrolle. Diesen Nutzen bestätigt auch die aktuelle S3-Leitlinie, die Mundspüllösungen mit antibakterieller Wirkung (ätherische Öle, Chlorhexidin, Triclosan/ Copolymer) als Ergänzung zur mechanischen Reinigung empfiehlt. Die der Leitlinie zugrunde gelegten Studien haben gezeigt, dass die zusätzliche Anwendung chemisch antibakterieller Wirkstoffe in Mundspüllösungen zu einer Reduktion des dentalen Biofilms beiträgt – und damit zur Prophylaxe von Gingivitis [14,15,16]. 


Weitere Informationen:

Mehr zu Listerine unter www.listerine.de
Mehr zur Johnson & Johnson GmbH unter www.jnjgermany.de


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