Endodontie


„Kurz und gut“ – kritische Zahnsituationen retten

Abb. 1: Röntgenkontrolle vor Freilegung der Implantate.
Abb. 1: Röntgenkontrolle vor Freilegung der Implantate.

Im nachfolgenden Fallbeispiel wird aufgezeigt, wie ein stark zerstörter Zahn mit einem Wurzelstift (DentinPost X Coated, Komet Dental) souverän behandelt werden konnte. Dank der kurzen Verankerungstiefe von nur 6 mm des Glasfaserstiftes wurde die Zahnwurzel maximal geschont; eine ästhetische Endversorgung war möglich.

Es gibt immer wieder Situationen im zahnärztlichen Praxisalltag, in denen der Behandler den Patienten mitteilen muss, dass ein Zahn nur noch eine begrenzte Erhaltungszeit haben wird. Wenn dann aber spezielle Produkte für solche Extremfälle klar indiziert sind, freut dies den Behandller wie auch den Patienten und es besteht neben allen limitierenden Faktoren wieder mehr Hoffnung.

Fallbeispiel

Eine 53-jährige Patientin stellte sich in unserer Praxis vor. Die Therapie erforderte eine komplexe prothetische Versorgung sowohl im Oberkiefer als auch im Unterkiefer. Der Unterkiefer wurde kieferorthopädisch vorbereitet und der Oberkiefer implantologisch versorgt (Abb. 1). Hierbei sollte Zahn 15 zunächst als „Interimszahn“ zur Befestigung eines Langzeitprovisoriums dienen. Dafür musste dieser endodontisch behandelt werden. Es handelte sich um einen einwandigen Defekt. Bei solch einer stark zerstörten Situation sahen wir den Glasfaserwurzelstift DentinPost X Coated von Komet mit seinem ausgeprägten Retentionskopf indiziert (Abb. 2). Seine vollständige Beschichtung (silikatisiert, silanisiert und mit einer haftvermittelnden Polymerschicht versehen) soll für eine sichere Retention sorgen. Insbesondere von der kurzen Schaftlänge von nur 6 mm erhofften wir uns, die Wurzel derart zu schonen, dass eine abschließende Versorgung mit einer Vollkeramikkrone möglich wird.

Instrumentierung

Das Stiftbett wurde obligatorisch mit formkongruenten Bohrern präpariert. Eigentlich ist das ER-System für sein abgestimmtes Instrumentarium bekannt, doch beim Dentin- Post X Coated liegen dem System zwei Instrumente bei, die auf seine kurze Schaftlänge abgestimmt sind. Bei dem „Erweiterer 196S“ (Abb. 3) fanden wir es sehr praktisch, Retentionskasten und Stiftbett gleichzeitig präparieren zu können. Mit dem Aufrauinstrument 196DS (Abb. 4) konnte die Wurzelkanalwand durch zwei- bis dreimaliges druckloses Rotieren aufgeraut werden. Anschließend reinigten wir den Wurzelkanal und spülten abschließend mit 2%iger CHX-Lösung. Unter aseptischen Kautelen und Trockenlegung wurde der Wurzelkanal mittels Papierspitzen getrocknet und der vorbereitete Stift mit Befestigungskomposit unter geringem Druck inseriert. Anschließend wurde das unbeschichtete Handlingsteil einfach abgeknickt (Abb. 5). Wichtig: Zahn 15 wurde zur Aufnahme eines Brückenprovisoriums von uns mit ausreichendem Ferrule präpariert.

  • Abb. 2: Der DentinPost X Coated ermöglicht durch seinen ausgeprägten Retentionskopf und seinen kurzen Schaft auch die Restauration von tiefer zerstörten Zähnen.
  • Abb. 3: Mit dem Erweiterer 196S können der Retentionskasten und das Stiftbett gleichzeitig präpariert werden. Ein Arbeitsschritt wird gespart.
  • Abb. 2: Der DentinPost X Coated ermöglicht durch seinen ausgeprägten Retentionskopf und seinen kurzen Schaft auch die Restauration von tiefer zerstörten Zähnen.
  • Abb. 3: Mit dem Erweiterer 196S können der Retentionskasten und das Stiftbett gleichzeitig präpariert werden. Ein Arbeitsschritt wird gespart.

  • Abb. 4: Aufrauen der Wurzelkanalwand mit dem 196DS. Das Aufrauen steigert die Haftfestigkeit des Befestigungskomposits.
  • Abb. 5: Klinische Situation nach Freilegung der Implantate und Insertion des DentinPost X Coated: beste Voraussetzung für eine finale Versorgung mit einer Vollkeramikkrone.
  • Abb. 4: Aufrauen der Wurzelkanalwand mit dem 196DS. Das Aufrauen steigert die Haftfestigkeit des Befestigungskomposits.
  • Abb. 5: Klinische Situation nach Freilegung der Implantate und Insertion des DentinPost X Coated: beste Voraussetzung für eine finale Versorgung mit einer Vollkeramikkrone.

Fazit

Der Erfolg der endodontischen Behandlung sowie der stabile Aufbau erlaubten eine Prognose, die über eine Interimsversorgung hinausgeht. Was wir zu Anfang der Behandlung erhofften, hatte sich nach 6 Monaten eingestellt: Die Implantate sind zwischenzeitlich komplett eingeheilt und da die Patientin mittels Langzeitprovisorium an Zahn 15 sicher im Oberkiefer versorgt ist, wird die definitive Versorgung mit einer Vollkeramikkrone nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung erfolgen können. Durch Einsatz des DentinPost X Coated und seiner dentinähnlichen Elastizität boten wir dafür beste Voraussetzungen – starke Schwächungen der Wurzel oder gar eine Wurzelfraktur konnten wir vermeiden. Unser Beispiel zeigt, dass sich der DentinPost X Coated aufgrund seines speziellen Designs hervorragend für einen schnellen, einfachen und qualitativ hochwertigen Aufbau eignet – gerade auch bei schwierigen Situationen, wie in diesem speziellen Fall.

 

Korrespondenzadresse:
Sebastian Ditscher                                                       Komet Dental
Zahnarztpraxis Dr. Thomas Friedrich                          Gebr. Brasseler GmbH & Co KG
Röntgenstraße 1                                                          Trophagener Weg 25
06712 Zeitz                                                                  32657 Lemgo
Tel.: 03441 710103                                                     E-Mail: info(at)kometdental.de
E-Mail: info@zahnfriedi.de                                         Internet: www.kometdental.de

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sebastian Ditscher


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