Endodontie


Hochwertige Instrumente für eine erstklassige Behandlung


Dr. Emanuele Ambu ist ein international anerkannter Experte für Wurzelkanalbehandlungen. Während der 15. Jahrestagung der European Society of Endodontology (ESE), die vom 14. bis 17. September in Rom stattfand, gab uns der engagierte Italiener interessante Einblicke in seine Arbeitsweise. Er erläuterte in einem Interview, warum es gerade in der Endodontie auf qualitativ hochwertige Instrumente ankommt und mit welchen Instrumenten er arbeitet.

Herr Dr. Ambu, womit befassen Sie sich denn zurzeit besonders intensiv?

Dr. Emanuele Ambu: Mein derzeitiger Fokus in der praktischen Forschung ist der Einsatz von digitalen Volumentomographen in der endodontischen Therapie. Darüber hinaus beschäftige ich mich mit dem sogenannten „Hybrid Konzept“, einer Arbeitsmethode, die es erlaubt, den Wurzelkanal sicherer und schneller aufzubereiten.

Wie wichtig ist es, in der Endodontie auf der Höhe der Zeit zu sein und den “state of the art” des Fachgebietes genau zu kennen?

Dr. Emanuele Ambu: Extrem wichtig! Während der letzten 15 Jahre hat es im Bereich der Wurzelkanalbehandlung eine ganze Reihe von Paradigmenwechseln gegeben.

  • Dr. Emanuele Ambu

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Die neu entwickelten Instrumente und Werkstoffe unterstützen den Endodontologen und sorgen für einen wesentlich sichereren und einfacheren Behandlungsablauf. So gibt es mittlerweile rotierende Nickel-Titan-Instrumente (NiTi-Feilen), die es erlauben, den Wurzelkanal innerhalb weniger Minuten aufzubereiten. Daneben trägt natürlich auch ein Instrument wie der Apex Lokator dazu bei, die Behandlungsqualität erheblich zu verbessern, indem die gesamte Behandlung schneller und mit weniger Schmerzen für den Patienten durchgeführt werden kann. Darüber hinaus zeigt sich die Entwicklung der Technik auch im Bereich der Reinigung und Versiegelung des Wurzelkanals, der Mikroskopie und der digitalen Volumentomographie (DVT). Gerade im Rahmen der Behandlungsplanung und auch der Behandlung selbst sind OP-Mikroskope sowie digitale Volumentomographen essentiell, um komplexe endodontische Fälle erfolgreich abzuschließen. Nicht zuletzt deshalb ist es unsere Pflicht als gewissenhafte Zahnärzte unsere Patienten immer nach dem „state of the art“ zu behandeln.

Wie wichtig sind Fachtagungen wie die ESE für Sie? Was sind die wichtigsten Erkenntnisse, die Sie in diesem Jahr aus Rom mitnehmen?

Dr. Emanuele Ambu: Ich halte die Kongresse der Fachgesellschaften für sehr wichtig. Seitdem ich der ESE im Jahr 1999 beigetreten bin, habe ich keinen Kongress verpasst. Besonders die diesjährige Veranstaltung war eine der interessantesten: über 200 Vorträge, fantastische Poster-Präsentationen und dazu kommt, dass Rom eine Stadt ist, die selbst für Italiener wie mich eine besondere Magie ausstrahlt. Fachlich habe ich mich während der Tagung mit den Ausführungen zu Pulparegeneration und dem Einsatz von DVT-Geräten im Rahmen der endodontischen Behandlung auseinandergesetzt.

Häufig spricht man von einem Konkurrenzkampf von Endodontie versus Implantologie. Gibt es für Sie so etwas wie eine Rivalität zwischen den beiden Fachgebieten?

Dr. Emanuele Ambu: Aus meiner Sicht ist es falsch von einer Rivalität der beiden Fachbereiche zu sprechen. Man muss sich jeden Fall genau anschauen. Dabei sollte die oberste Priorität des Zahnarztes sein, zu versuchen den Zahn zu erhalten, indem er weitere Behandlungsgebiete mobilisiert. Hierzu zählen die parodontologischen und die restaurativen Techniken der Zahnheilkunde, die der Behandler in Erwägung ziehen und ausschöpfen kann. Wenn keine Möglichkeiten bestehen, den Zahn zu erhalten, ist auch gegen einen Zahnersatz durch eine Krone auf einem Implantat nichts einzuwenden. Das Implantat sollte jedoch nicht alleine deshalb verwendet werden, weil es für den Patienten die kostengünstigere Lösung ist oder weil es einfacher für den Zahnarzt ist zu implantieren. Heutzutage werden aufgrund unzureichender endodontischer Fähigkeiten und Kenntnisse noch viel zu viele Zähne extrahiert. Mittlerweile wissen wir, dass die langfristigen Erfolgsquoten von Wurzelkanalbehandlungen und Implantaten sich kaum unterscheiden. Eine „goldene Regel“ wann man eine Wurzelkanalbehandlung durchführen sollte und wann der Zeitpunkt für ein Implantat gegeben ist, gibt es natürlich nicht. Von der American Association of Endodontics (AAE) gibt es aber ganz klare Aussagen hierzu: Die endodontische Behandlung eines „hoffnungslosen“ Zahnes ist dabei genauso unethisch, wie die Extraktion und den Ersatz durch ein Implantat eines restaurativ wiederherstellbaren Zahnes.

Worin liegt die „Kunst” in der Wurzelkanalbehandlung oder anders gefragt, wo liegen die Herausforderungen und was bestimmt den Schwierigkeitsgrad?

Dr. Emanuele Ambu: Das Ziel einer endodontischen Behandlung nach Herbert Schilder ist immer die komplette Entfernung von Bakterien aus dem Wurzelkanalsystem. So lässt sich eine apikale Parodontitis in den Griff bekommen und auch ihr Auftreten nach einer Behandlung verhindern. Eigentlich ist dies ein relativ einfach zu erreichendes Ziel: Wir Ärzte müssen alle Behandlungsschritte sorgsam durchführen, angefangen von einer korrekten Isolation des Behandlungsfeldes durch den Einsatz eines Kofferdams bis hin zur definitiven Restauration des Zahnes. Dabei ist die Behandlung eines einwurzligen geraden Zahnes um ein Vielfaches einfacher, als die Behandlung eines Molaren mit vier Wurzeln und stark gekrümmten Kanälen. Nichtsdestotrotz haben wir heute Instrumente und Techniken zur Verfügung, die eine einfache und sichere Behandlung aller Zähne ermöglichen.

Sie hatten die Möglichkeit die „Endo“-Behandlungseinheit Soaric von Morita kennenzulernen. Wie unterstützt der Arbeitsplatz Sie während einer Behandlung?

Dr. Emanuele Ambu: Auf der IDS in Köln und dem Kongress in Rom hatte ich die Möglichkeit, Soaric zu testen und am Phantomkopf zu arbeiten. Hierbei lernte ich das integrierte Endodontie-System der Behandlungseinheit schätzen. Soaric ist mit einem Endomotor mit Apex Lokator ausgestattet und vereinfacht damit den Einsatz der rotierenden Instrumente. Meiner Auffassung nach ist Soaric fantastisch für endodontische Behandlungen geeignet. Auch die Vorrichtung für eine direkte Anbindung des OP-Mikroskops zeigt, dass Soaric ganz für den Endo-Experten entwickelt wurde.

Behandeln Sie persönlich in der Regel alleine (Zwei-Hand-Behandlung) oder eher mit Assistenz (Vier-Hand-Behandlung)?

Dr. Emanuele Ambu: Ich arbeite eigentlich immer in der Vier-Hand-Behandlung mit einer Assistenz. Außerdem unterstützt mich häufig ein Kollege bei den chirurgischen Eingriffen. Ich bin der Überzeugung, dass Soaric eine hervorragende Möglichkeit bietet, auch alleine zu behandeln. Die Instrumente sind so arrangiert, dass sie dem Zahnarzt einen absolut intuitiven Behandlungsablauf ermöglichen.

Was macht aus Ihrer Sicht das japanische Traditionsunternehmen Morita zu einem der führenden Anbieter von Geräten und Instrumenten für die Wurzelkanalbehandlung?

Dr. Emanuele Ambu: Morita ist jedem Endo-Spezialisten schon alleine wegen des elektronischen Apex Lokators (Root ZX) ein Begriff. Das Traditionsunternehmen zählt zu den führenden Herstellern der „integrierten Endodontie“. Insbesondere die integrierten Systeme, wie DentaPort oder auch das „alte“ Tri Auto ZX (das erste endodontische Handstück mit integriertem Apex Lokator) oder auch das neue „TriAuto mini“ unterstützen den Anwender enorm bei der Wurzelkanalaufbereitung.

Auf was kann denn der Wurzelkanalbehandler am wenigsten verzichten?

Dr. Emanuele Ambu: Wir benötigen alle Instrumente und Vorrichtungen, die es uns ermöglichen eine gute Behandlung durchzuführen. Meiner Meinung nach sind hierfür ein OP-Mikroskop, ein Apex Lokator und die entsprechenden Endo-Handstücke erforderlich und Minimalvoraussetzung. Ich persönlich glaube, dass der elektronische Apex Lokator unverzichtbar ist. Der Wurzelkanal lässt sich auch mit konventionellen Feilen aufbereiten und mit einem über Feuer erhitzten Guttapercha versiegeln. Was wir aber hierbei unbedingt wissen müssen, ist die exakte Arbeitslänge!

Welches ist denn das wichtigste Instrument für die Wurzelkanalaufbereitung? Wie viele Feilen benötigen Sie im Regelfall?

Dr. Emanuele Ambu: Wir haben eine Technik entwickelt – das sogenannte Hybrid Konzept – welches uns erlaubt, einen Wurzelkanal mit nur drei Instrumenten aufzubereiten. Hierfür brauchen wir den Tri Auto mini, aber nicht im Automatik-Modus. Den Apex erreichen wir dann einfach mit einer K-Feile #10, um einen Gleitpfad zu generieren. Dadurch verringern wir die Bruchwahrscheinlichkeit der rotierenden Instrumente. Jetzt kommt das zweite Instrument zum Einsatz: Mit der rotierenden Feile EndoWave 35/08 vergrößern wir den Zugang des Kronen- und Mitteldrittels zum Wurzelkanal. Die Arbeitslänge wird mit Hilfe des Apex Lokators ermittelt. Den Apex erreichen wir mit der EndoWave 20/06 und können hiermit den Wurzelkanal komplett aufbereiten. Nach dem Prinzip der Abschätzung der apikalen Ausdehnung, können wir den Kanal mit Hilfe der rotierenden Instrumente verbreitern und den Aufsatz mit dem größten Durchmesser verwenden. Bei Kanälen mit stärkeren Krümmungen verwenden wir den TriAuto mini im Automatik-Modus. Damit verringern wir das Risiko der Beschädigung der Zahnsubstanz außerhalb des Kanals. Den Apex erreichen wir dann automatisch mit dem kleinsten rotierenden Instrument der Welt, dem MGP 1 (einer rotierenden NiTi-Feile mit einer Konizität von 0,02 mm und einem Spitzendurchmesser #10). Danach folgen MGP 2 und MGP 3 (ebenfalls mit einer Konizität von 0,02 mm und den Durchmessern #15 und #20). Die Systeme TriAuto mini in Verbindung mit dem Root ZX mini oder der DentaPort erlauben den Einsatz im Automatik-Modus: Hierbei startet die Rotation sobald die Feilenspitze in die Kanalöffnung eingebracht wird. Ist der Apex erreicht, erlaubt die Drehung der Feile entgegen des Uhrzeigersinns das Gerät einfach wieder zu entfernen. Mit dem Gleitpfad von 20/02 kann die EndoWave 35/08 das koronale und mittlere Drittel des Wurzelkanals auch bei starken Krümmungen aufbereiten. Der Apex wird zunächst durch die EndoWave 20/04 erreicht und vorbereitet und schließlich mit der EndoWave 20/06 final bearbeitet. Eine genaue Videoanleitung auf der Internetseite: www.jmoritaitalia.com oder auf youtube beschreibt die Bearbeitung en detail.

Was macht eine gute Feile aus? 

Dr. Emanuele Ambu: Die idealen Instrumente sollten sicher sein. Insbesondere ist es wichtig, dass die Feilen bruchsicher sind und mehrmals verwendet werden können.

Was raten Sie den jungen Kollegen für ihren Berufsweg, wenn sie in die Endodontie starten?

Dr. Emanuele Ambu: Was ich den jungen Kollegen unbedingt rate, wenn Sie mit der Endodontie beginnen, ist, dass sie sich an die endodontischen Behandlungsprotokolle und Vorgaben halten und qualitativ hochwertige Instrumente einsetzen. Einige Instrumente und Geräte begleiten uns nämlich eine sehr lange Zeit im Berufsleben, gerade weil sie eine gute Qualität haben. Ich arbeite zum Beispiel bereits seit 1993 mit meinem ersten Root ZX, der bis jetzt funktioniert. Zusammen mit einigen „jüngeren“ Apex Lokatoren von Morita, die ich für den täglichen Einsatz parat habe.

Herr Dr. Ambu, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch und dafür, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben.

 


Informationen zu den Produkten:

J. Morita Europe GmbH
Julia Meyn
Justus-von-Liebig-Straße 27a
63128 Dietzenbach, Germany
Telefon: +49 6074/ 836 - 0
Telefax: +49 6074 / 836 - 299
E-Mail: j.meyn@morita.de
www.morita.com/europe

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Emanuele Ambu

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Emanuele Ambu


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