Allgemeine Zahnheilkunde

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Unkonventionelle Lehrmethode: Lernen unter erschwerten Bedingungen

Preiswürdig erschien der Jury der Kurt-Kaltenbach-Stiftung, die den höchsten Lehrpreis der Zahnmedizin vergibt, eine Arbeit der Universitätsmediziner in Göttingen, die sich mit dem Erlernen von Bewegungsabläufen für die zahnmedizinische Behandlungen befasst.

Die Zahnmediziner haben herausgefunden, dass Studierende spezielle Fertigkeiten besser lernen, wenn sie Bewegungsabläufe unter wechselnden – eher ungewöhnlichen – Bedingungen üben.

Im Rahmen der Studie wurden die Studierenden im Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde mit dem „differenziellen Lernansatz“ unterrichtet. Zum Lehr- und Lernkonzept gehören Veränderungen der Bewegungsaufgaben und der Umgebungsbedingungen während der Übungsphase am Phantomkopf. Auf diese Weise soll ein individuell optimiertes und stabiles Bewegungsmuster beim Lernenden erreicht werden. Konkret bedeutet dies für die Studierenden, dass sie die Behandlung kombiniert mit verschiedenen anderen Aufgaben durchführen mussten. Sie übten das Beschleifen der Zähne für Teilkrone u. a. mit Gipsarm, auf einem Petziball sitzend, mit Torwarthandschuhen, mit der nichtdominanten Hand oder mit einem abgeklebten Auge. Die Studierenden, die nach dieser neuen Methode unterrichtet wurden, zeigten in der praktischen Prüfung fünf Monate nach der Lerneinheit signifikant bessere Ergebnisse als Studierende, die konventionell unterrichtet wurden.

*Cochrane Reviews sind systematische Übersichtsarbeiten, die alle zu einer therapeutischen Fragestellung relevanten Studien und andere Forschungsergebnisse zusammenfassen. Die Autoren eines Cochrane Reviews können aus ganz unterschiedlichen Ländern und Fachrichtungen kommen. In der Regel tun sich multidisziplinäre Teams zusammen, sodass z. B. klinische Experten, Methodiker, Epidemiologen, Recherche-Spezialisten und ggf. Statistiker gemeinsam an einer Übersichtsarbeit arbeiten. Siehe: www.cochrane.org

Quelle: „Auswirkungen des differenziellen Lehrund Lernansatzes auf den Prüfungserfolg im Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde“ von Prof. Dr. Annette Wiegand, Dr. Sven-Olav Pabel, beide Poliklinik für Präventive Zahnmedizin, Parodontologie und Kariologie, sowie Xenia Schulz, Institut für Medizinische Statistik der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dagmar Kromer-Busch


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