Allgemeine Zahnheilkunde


Teilmatrizensystem erleichtert Zahnrestaurationen

Nickel-Titan-Ringe.
Nickel-Titan-Ringe.


Approximal-okklusale Klasse-II-Füllungen sind nicht immer einfach einzubringen, da zur Wiederherstellung der normalen physiologischen Funktion die Morphologie der Zahnkrone genau rekonstruiert werden muss. Das Palodent V3-System (Dentsply Sirona Restorative) erleichtert diese Art der Restauration und damit den Schutz von Zahnsubstanz und Parodontium.

Die direkte Restauration der Kronenmorphologie nach einer kariösen Läsion oder Kronenfraktur gehört zur täglichen Arbeit in einer Zahnarztpraxis. Approximal-okklusale Klasse-IIFüllungen stellen aber nach wie vor eine Herausforderung dar, weil für eine normale physiologische Funktion die Kronenmorphologie genau rekonstruiert werden muss [1].

Ist der Approximalkontakt nicht eng genug, so setzen sich Nahrungsreste im Interdentalraum fest, d. h. zwischen Interdentalpapille und Kontaktpunkt [2], und es können sich Mikroorganismen ansiedeln. Diese Mikroorganismen begünstigen durch Plaquebildung auf der Zahnoberfläche die Entstehung von Karies oder parodontalen Problemen, d. h. lokaler Parodontitis [3,4]. Die Interdentalpapille hat die Aufgabe, Zahnsubstanz und Parodontium zu schützen; daher ist die Wiederherstellung der Zahnanatomie mit engen Approximalkontakten die beste Kariesprävention und der beste Schutz für das den Zahn umgebende Parodontium.

Zahlreiche Matrizensysteme, u. a. auch das Palodent V3-System, sind erhältlich, die die Rekonstruktion der approximalokklusalen Anatomie kariöser oder frakturierter Zähne erleichtern und auch die zur Separation der Zähne benötigten Hilfsmittel beinhalten [5,6].

Wichtige Weiterentwicklung des Teilmatrizensystem

Das Palodent-V3-System umfasst Keile mit und ohne Schild zum Schutz des Nachbarzahns, Teilmatrizen mit Ösen, Haltebzw. Separierringe aus Nickel-Titan sowie Applikationszange und Spezialpinzette. Die Keile und Matrizen sind mit Ösen versehen und können somit leicht positioniert und entfernt werden (Abb. 1–3).

  • Abb. 1: Entfernung eines Keils mit der Palodent V3-Spezialpinzette.
  • Abb. 2 u. 3: Entfernung einer Matrize mit der Palodent V3-Spezialpinzette.
  • Abb. 1: Entfernung eines Keils mit der Palodent V3-Spezialpinzette.
  • Abb. 2 u. 3: Entfernung einer Matrize mit der Palodent V3-Spezialpinzette.

Die Matrizen, die es in verschiedenen Größen gibt, sind konkav gestaltet, mit stärker konturiertem Rand zur Wiederherstellung der Randleiste. Zum System gehören außerdem zwei Matrizen (6,5 und 7,5 mm) mit konvexem Profil im apikalen Bereich (= gingivale Schürze), um anatomisch exaktere Restaurationen bei tiefen, bis zur Schmelz-Zement- Grenze reichenden Defekten durchführen zu können.

  • Abb. 4 u. 5: Palodent V3-Ring in Position mit dem Palodent V3-Keil (vestibuläre und palatinale Ansicht).

  • Abb. 4 u. 5: Palodent V3-Ring in Position mit dem Palodent V3-Keil (vestibuläre und palatinale Ansicht).
Die wichtigste Weiterentwicklung des Systems betrifft den Palodent-V3-Ring. Er hat V-förmige apikale Füße aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Diese Form macht das Anlegen der Keile wesentlich einfacher. Bei älteren Systemen war es nicht möglich, den Ring genau dort anzubringen, wo er von Nutzen sein sollte. Dieser konnte entweder über dem Keil platziert werden, war dann aber häufig instabil oder er wurde an dem zu versorgenden Zahn oder Nachbarzahn angebracht (Letzteres sorgte nicht für den besten Kontakt zwischen Matrize und Zahn), war aber dann weniger effizient, da die ausgeübten Kräfte vom Keil teilweise absorbiert wurden.

Der Palodent-V3-Ring ist leichter anzubringen und lässt Platz für den Keil, der vor oder nach dem Platzieren des Rings eingesetzt werden kann. Die beiden Enden der V-Füße passen auch präzise zur Form der Matrize an dem zu restaurierenden Zahn. Die ausgeübten Kräfte werden somit perfekt verteilt, um die Zähne soweit zu separieren, dass die Dicke der Matrize(n) ausgeglichen wird (Abb. 4 und 5).


Fallbeispiel 1 (Abb. 6–12)

Der Patient erschien mit einer mesialen Kronenfraktur an einem ersten Molar, der eine undichte okklusale Amalgamfüllung aufwies. Es galt die mesiale kariöse Läsion zu versorgen und die Amalgamfüllung zu ersetzen. Unter Kofferdam wurde das Amalgam entfernt und die Kavität präpariert. Danach wurde eine Palodent- V3-Teilmatrize angelegt und ein Keil in den Interdentalraum eingesetzt, damit sich die Matrize an den zu versorgenden Zahn optimal adaptiert. Mit dem Nickel-Titan-Ring wurde die Elastizität des Parodontalligaments genutzt, um die benachbarten Zähne zu separieren und so die Stärke der Matrize auszugleichen. Es folgte eine Füllung mit dem Kompositsystem ceram.x duo. Zuerst wurde die mesiale Wand aufgebaut, um eine Klasse-I-Kavität zu erhalten, dann das fließfähige Komposit SDR auf den Kavitätenboden appliziert und mit je einer Schicht aus dentin- und schmelzfarbenem ceram.x duo bedeckt. Nach Entfernung des Kofferdams wurde die Okklusion geprüft und die Füllung poliert.

  • Abb. 6 u. 7: Präoperative Situation und Präparation der Kavität.
  • Abb. 8 u. 9: Anlegen der Matrize und des Keils.
  • Abb. 6 u. 7: Präoperative Situation und Präparation der Kavität.
  • Abb. 8 u. 9: Anlegen der Matrize und des Keils.

  • Abb. 10: Anlegen des Nickel-Titan-Rings.
  • Abb. 11: Aufbau der mesialen Wand und Füllung mit Komposit (ceram.x duo).
  • Abb. 10: Anlegen des Nickel-Titan-Rings.
  • Abb. 11: Aufbau der mesialen Wand und Füllung mit Komposit (ceram.x duo).

  • Abb. 12: Prüfung der Okklusion und Politur.
  • Abb. 12: Prüfung der Okklusion und Politur.


Fallbeispiel 2 (Abb. 13–18)

Der Patient erschien mit approximaler Karies an zwei UK-Molaren; beide Zähne hatten undichte okklusale Kompositfüllungen. Die Kavitäten wurden bis zum gesunden und/oder Reaktionsdentin gründlich präpariert sowie zwei Matrizen angelegt und apikal mit einem Keil fixiert. Danach wurde der Nickel-Titan-Ring platziert, der in dieser klinischen Situation sogar noch wichtiger war, da er die Stärke von zwei Matrizen ausgleichen musste. Die Füllung erfolgte mit ceram.x duo und am Kavitätenboden mit dem fließfähigen SDR. An beiden Zähnen konnten die Randleiste und die Approximalwand anatomisch rekonstruiert und mithilfe des Nickel-Titan-Ringes der Kontaktpunkt einwandfrei wiederhergestellt werden.

  • Abb. 13: Präoperative Situation.
  • Abb. 14: Präparation der Kavitäten.
  • Abb. 13: Präoperative Situation.
  • Abb. 14: Präparation der Kavitäten.

  • Abb. 15: Anlegen von Matrizen und Keil sowie dem Nickel-Titan-Ring.
  • Abb. 16 u. 17: Aufbau der Approximalwände und Füllung mit Komposit (ceram.x duo).
  • Abb. 15: Anlegen von Matrizen und Keil sowie dem Nickel-Titan-Ring.
  • Abb. 16 u. 17: Aufbau der Approximalwände und Füllung mit Komposit (ceram.x duo).

  • Abb. 18: Prüfung der Okklusion und Politur.
  • Abb. 18: Prüfung der Okklusion und Politur.

Fazit

Bei der Behandlung approximaler kariöser Läsionen ist die exakte Wiederherstellung der Kontaktpunkte entscheidend für die Gesunderhaltung von Zahnsubstanz und Parodontium. Solche Füllungen sind zwar Alltag in einer Zahnarztpraxis, aber immer noch schwierig, da diverse Faktoren berücksichtigt werden müssen: anatomisch bzw. morphologisch korrekte Approximalwände und Randleisten, die eine Reinigung mit Zahnseide erlauben, die Vermeidung von Komposit-Überschüssen, eine dichte Adaptation der Matrize für eine optimale Restauration sowie enge Kontaktpunkte. Mit dem Teilmatrizensystem Palodent V3 können Klasse-II-Füllungen leichter ausgeführt und dabei alle obigen Anforderungen erfüllt werden; die anatomisch geformten Matrizen ermöglichen die Wiederherstellung der Zahnmorphologie und die Keile sorgen für eine gute Abdichtung im apikalen Bereich, sodass es nicht zu Komposit-Überschüssen kommt. Und auch der Nickel-Titan-Ring hat mehrere Funktionen: die Abdichtung der Kavität, Fixierung des Keils und Schaffung eines engen Kontakts, der die Einklemmung von Nahrungsresten verhindert – selbst bei gleichzeitiger Verwendung von zwei Matrizen.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Jérôme Dao


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