Interview


Minimal-invasiv behandeln mit der Paro-Schallspitze SF10 L/R

Die Schallspitze SF10 L/R aus der SonicLine von Komet Dental für die Parodontalbehandlung besticht durch ihre patentierte Ösenform. Während die Innenkante weiche und harte Beläge entfernt, verhindert die abgerundete Spitze das Verletzungsrisiko beim Patienten. Die Schallspitze wurde von Prof. Hüsamettin Günay von der Medizinische Hochschule Hannover entwickelt. Dr. Swantje Engels, Zahnarztpraxis „Engelslächeln“ in Dorsten, schätzt die SF10 L/R, weil sie damit auch massive und schwer zugängliche Konkremente effektiv erreicht. In einem Interview erläutert Sie die Einsatzgebiete dieses Instrumentes.

Welche Schwerpunkttätigkeiten bieten Sie Ihren Patienten an?

Dr. Engels: Unsere Praxis in Dorsten steht auf mehreren Säulen: Implantologie und Funktionsanalyse gehören zum Verantwortungsbereich meines Mannes, während ich mich auf die Parodontologie und Mukogingivalchirurgie sowie die Endodontie konzentriere. Auch bieten wir Hypnosetherapie für Angstpatienten an.

In welchen Disziplinen kommt bei Ihnen Schall zum Einsatz?

Dr. Engels: Wir haben die SonicLine-Schallspitzen sukzessive in unserer Praxis eingeführt. In der Endodontie arbeite ich mit den Spitzen SF67–SF70 für die orthograde Präparation des Pulpakavums und bei der Aufbereitung des zervikalen Drittels des Wurzelkanals. Die Spitzen ermöglichen ein minimal-invasives und sehr kontrolliertes Vorgehen. Bei der Kronenverlängerung kann durch die chirurgische Schallspitze SFS 120–122 eine klassische Osteoplastik mittels aufwendiger Lappenbildung vermieden und die biologische Breite minimal-invasiv, schnell und effektiv wieder hergestellt werden. Mein Mann nutzt aus dem SonicLine-Sortiment den filigranen, zylindrischen Knochenfräser H255E zur crestalen Öffnung des Kieferkammes, bei der Resektion von Wurzelspitzen oder für die Behandlung tief frakturierter Zähne. Der H255E liefert feine bzw. linienförmige Knochenschnitte und schafft einen schellen, sauberen Zugang. Dadurch können wir die Eingriffszeiten für unsere Patienten minimal halten. Ja und dann gibt es die SF10 L/R mit ihrer ungewöhnlichen Ösenform, die ich im Praxisalltag nicht mehr missen möchte.

Wann sehen Sie die SF10 L/R typischerweise indiziert?

Dr. Engels: Die SF10 L/R ermöglicht die Glättung der Wurzeloberflächen innerhalb einer geschlossenen und einer offenen PA-Behandlung. Die Arbeitsform gleicht einem „Löffelchen“, sie passt sich einer Vielzahl unterschiedlicher Zahngeometrien an und reinigt gründlich, insbesondere bei Patienten mit einer hohen Mineralisierung und Zahnsteinbildung.

Trotz des Angebots zur Nutzung einer professionellen Zahnreinigung leisten vor allem ältere Menschen oder Angstpatienten keine ordentliche häusliche Zahnhygiene – mittlerweile ist dies der Großteil unseres Patientenklientels. Die Innenkante der SF10 L/R-Öse erlaubt ein effektives Entfernen selbst harter Beläge, während die abgerundete Spitze des Arbeitsteils das Verletzungsrisiko verhindert und nebenbei auch noch ungefährlich aussieht. Ich schäzte diese besonders für den Furkationsbefall mesialer und distaler Flächen im hinteren Seitenzahnbereich. In diesen schwer zugänglichen und schlecht einsehbaren Bereichen erlaubt sie hohe Taktilität. Ist das ein Konkrement? Ist das Wurzeloberfläche? Sie gibt das sichere Gefühl, an der richtigen Struktur minimalinvasiv zu arbeiten. Und obwohl die SF10 L/R ein filigranes Instrument ist, ist sie durch den kräftigeren Hals erstaunlich stabil. Eine gewisse Taschengröße mit bereits kollabierten Papillen wird für den Einsatz natürlich vorausgesetzt.

  • Abb. 1: Die Schallspitze SF10L/R für die minimal-invasive Parodontalbehandlung innerhalb der geschlossen ...
  • Abb. 2: ... und der offenen PA-Behandlung. Selbst hartnäckige  Konkremente können dadurch gelöst werden.
  • Abb. 1: Die Schallspitze SF10L/R für die minimal-invasive Parodontalbehandlung innerhalb der geschlossen ...
  • Abb. 2: ... und der offenen PA-Behandlung. Selbst hartnäckige Konkremente können dadurch gelöst werden.

Haben Sie Tipps für die Anwendung?

Dr. Engels: Ich gehe mit der SF10 L/R für mehr als 3 Sekunden pulsierend vor. Das ist bildlich gesprochen wie ein Walzertanz auf der Wurzeloberfläche. Mit etwas Geduld können sich selbst hartnäckige Konkremente lösen, in komplexen Fällen ganze Blöcke, ohne dass die Wurzeloberfläche überhaupt berührt wurde. Da ich das Instrument nur in den Zwischenraum halte, hinterlasse ich keine Spuren. Mit der Spitze eines Handinstrumentes würde ich ständig Gefahr laufen, punktuell zu viel Kraft auszuüben.

Wird die SF10 L/R auch von Ihrer Prophylaxe-Mitarbeiterin eingesetzt?

Dr. Engels: Nein. Ich finde, sie gehört ausschließlich in die Hand des Behandlers. Ich selbst arbeite meist mithilfe des OP-Mikroskops.

Welches Handstück setzen Sie dafür ein?

Dr. Engels: Das luftbetriebene Schallhandstück SF1LM. Es wird einfach auf den Turbinenschlauch der Behandlungseinheit gesteckt und besitzt zwei Lichtaugen, die mir das Arbeitsfeld gut ausleuchten.

Greifen Sie auch bei der offenen PA zur SF10 L/R?

Dr. Engels: Ja, denn auch hier gibt es Fälle, wo z.B. verwinkelte oder unter sich gehende Bereiche mir die Sicht nehmen. Das Arbeiten mit der Kürette kann dann sehr mühsam sein. Außerdem möchte ich den Lappen ja nicht mehr als nötig strapazieren. Auch hier sehe ich in der SF10 L/R ein Alleinstellungsmerkmal. Kürette oder maschinelle Methoden kommen dann zusätzlich zum Einsatz. Es ist schön, wenn ich anschließend z.B. das Knochenaufbaumaterial Emdogain in solch einem super-sauberen Umfeld auftragen kann. Das gibt die beste Prognose für den Langzeiterfolg.

Welchen Recall erfährt der Patient typischerweise nach solch einer Paro-Behandlung in Ihrer Praxis?

Dr. Engels: Eine Nachkontrolle findet bei uns direkt am Folgetag statt und erneut nach einer Woche. Die erste Ultraschall-Reinigung liegt vier Wochen nach dem Ersttermin. Die weiteren Recall-Intervalle werden dann von mir risikobezogen festgelegt und erstrecken sich von acht Wochen bis zu fünf Monaten.

Wie lautet denn Ihr Fazit?

Dr. Engels: Mit der SF10 L/R kann ich beim Patienten im Vergleich zu anderen Geräten/Instrumenten schnell und schmerzfrei viel bewirken. Dies in Bezug auf die genannten Risikogruppen Senioren und Angstpatienten. Ich biete diesen Patienten minimal-invasiv glatte Wurzeloberflächen und motiviere sie zur weiteren Individualprophylaxe.

Vielen Dank für das Gespräch. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Swantje Engels

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Swantje Engels


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