Gesellschaften/Verbände

Die DGAZ wünscht zusätzliche Abrechnungspositionen für Individualprophylaxe

ZA Dominic Jäger neuer Schriftführer der DGAZ

22.09.2020

Dominic Jäger - der neue Schriftführer der DGAZ.
Dominic Jäger - der neue Schriftführer der DGAZ.

Der SeniorenzahnMedizin in Deutschland kommt angesichts der demographischen Entwicklung immer größere Bedeutung zu. Umso wichtiger, dass auch junge Zahnmediziner*innen sich in möglichst großer Zahl für diesen Fachbereich begeistern. Hier darf ZA Dominic Jäger, M.Sc., als gutes Beispiel gelten. Er hat sich seit dem Berufsstart auf die SeniorenzahnMedizin fokussiert. 

In diesem Sommer hat er bei der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin das Amt des Schriftführers von ZA Hannsmartin Spatzier übernommen. „Wegen der coronabedingt ausgefallenen DGAZ-Jahrestagung wird Dominic Jäger dieses Amt zunächst auf Vorstandsbeschluss hin bekleiden, er wird sich bei der nächsten Mitgliederversammlung dann ordnungsgemäß zur Wahl stellen“, erläutert DGAZ-Präsidentin, Prof. Dr. Ina Nitschke (Uni Leipzig). Sie dankt Vorgänger Spatzier für seine zuverlässige Arbeit und freut sich über die neue Kraft im Vorstand. Im Interview schildert Dominic Jäger seinen Werdegang und die Ziele seines Engagements. 

Mit dem Amt des Schriftführers haben Sie erstmals eine offizielle Funktion in der DGAZ übernommen. Woher kommt Ihr Antrieb?

Jäger: Ich bin seit Beginn meiner beruflichen Tätigkeit in der aufsuchenden Versorgung tätig. Dabei bemerke ich regelmäßig, dass ich oft mit einfachen Mitteln einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität und allgemeiner Gesundheit bei meinen Patienten bewirken kann. Häufig erfährt man ein hohes Maß an Dankbarkeit, was auch zu einer hohen Arbeitszufriedenheit bei mir führt. Bei meinem Engagement in der DGAZ möchte ich mithelfen, meine Erfahrungen in die praktische Arbeit vor Ort einzubringen.

Sie sind sicher eines der jüngeren DGAZ-Mitglieder und haben sich sehr früh um die Spezialisierung bemüht. Wo sehen Sie derzeit besonderen Handlungsbedarf in der Seniorenzahnmedizin und wo Ihre persönliche Aufgabe?

Jäger: Ich bin 31 Jahre alt und seit 2014 als Zahnarzt tätig. Die Spezialisierung hat sich aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen in einer wöchentlichen Sprechstunde in einem Seniorenheim als logische Konsequenz entwickelt. Meine persönliche Aufgabe sehe ich darin, meine Erfahrungen zu teilen, um für verstärktes Engagement in der Seniorenzahnmedizin zu werben. Durch das Pflegestärkungsgesetz ist schon viel bewegt worden, doch eigentlich steckt die Seniorenzahnmedizin noch in den Anfängen. Viele Wohnheime sind z.B. noch ohne Kooperationszahnarzt, und viele Kolleginnen und Kollegen, übrigens unabhängig vom Alter, haben eine gewisse Zurückhaltung beim Engagement in diesem Feld, obwohl der Behandlungsbedarf immens ist. Mögliche Hürden müssen hier weiter abgebaut werden. Die Demographie, unsere gesellschaftliche Altersstruktur, wird die Situation in Zukunft weiter verschärfen. Immer mehr Patienten mit eigenen Zähnen und Implantaten werden in die Pflegebedürftigkeit rutschen, was zusätzliche Positionen der Individualprophylaxe für Seniorinnen und Senioren wünschenswert macht. Wir müssen jetzt die entsprechenden Strukturen schaffen.

Sie sind ja von Haus ein - schon preisgekrönter - Praktiker (DGPZM-Praktikerpreis 2019). Wie sehr verfolgen Sie parallel die Wissenschaft?

Jäger: Um den Patienten eine optimale, auch den modernsten Erkenntnissen angepasste Versorgung anbieten zu können, ist kontinuierliche Fortbildung vor allem auch für den Praktiker absolut unentbehrlich. Das kollegiale Fachgespräch, das Lesen von aktuellen Papers oder Artikeln, Fortbildungsveranstaltungen, der Besuch von Kongressen, all das ist trotz der Begrenzung des Tages auf 24 Stunden von hoher Priorität. 

Gerne bringe ich meine beruflichen Erfahrungen auch durch Vorträge auf Veranstaltungen ein, um mich anschließend der Diskussion mit den Fachkollegen zu stellen und immer wieder nach neuen optimalen Ansätzen zu suchen.

 


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