Gesellschaften/Verbände


Masken aus dem 3D-Drucker

02.04.2020

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Corona bringt alle Gesundheitseinrichtungen an ihre Grenzen. Doch was tun? Darüber hat sich ein Mann in Freiberg am Neckar Gedanken gemacht. Nachdem er sein Tattoo-Studio schließen musste, hat er beschlossen, ehrenamtlich Plastik-Masken zu produzieren. Nun laufen seine 3D-Drucker ununterbrochen Tag und Nacht – denn der Bedarf ist sehr groß.

Eigentlich druckt Christian Richter in seiner Hobby-Werkstatt auf seinen beiden 3D-Druckern Ersatzteile für das Motorrad, Comicfiguren oder Kostüme. Doch die Hilferufe von Freunden, die im Gesundheitswesen arbeiten, wurden immer lauter und dringlicher. Also besorgte sich Richter eine Datei, die ein Gerätehersteller gerade kostenlos zur Verfügung stellt, damit Menschen mit entsprechender Ausstattung auf unkomplizierte Weise anderen Menschen helfen können.

3D-Produktion der Masken

Gedruckt wird im so genannten Filament-Verfahren von Spulen. Grundvoraussetzung ist ein druckfähiges, digitales 3D-Modell. Dieses wird von einem Computerprogramm in eine Vielzahl von Schichten zerlegt. Genau diese werden nach und nach mit geschmolzenem Kunststoff von einem Extruder auf eine Werkplattform aufgetragen. Sobald das Material abkühlt, härtet es schnell aus.

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    © Christian Richter
Momentan produziert der 3D-Drucker in 24 Stunden 16 Masken, verbraucht wird dabei ein Kilogramm PETG. Aus dem Drucker kommen die Kopfringe, diese erhalten anschließend ein Gummiband. Parallel dazu schneidet Christian Richter mit einem Cutter von Hand aus VIVAK PETG-Glas die passenden Schilder. Diese haben eine Größe von 24 auf 24 Zentimeter und können somit das gesamte Gesicht und den Hals bedecken. „Da ist viel Handarbeit dabei, es braucht eine ganze Reihe an manuellen Fertigungsschritten. Die Maske wird dann noch im Desinfektionsbad gereinigt und dann in Einweg-Zip-Beuteln verpackt.“

Spenden zur Finanzierung

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    © Christian Richter
Seine Arbeitszeit sieht Christian Richter er als ehrenamtliches Engagement in der Krise. Doch „schnell wurde klar, dass das Material mehr kostet als gedacht. Also konnte ich Freunde und Bekannte dafür gewinnen, mit einer Spende mitzumachen.“ Viele haben bereits geholfen, was ihn dankbar stimmt.

Nach einem Spendenaufruf in den sozialen Medien gingen die Anfragen durch die Decke, das Telefon steht nun nicht mehr still. Richter: „So viele Einrichtungen wollen und brauchen diese Masken. Nun laufen die Drucker Non-Stop. Ich habe einen weiteren Drucker ausgeliehen und könnte noch weitere Geräte anschaffen.“ Doch das ist für den Privatmann jetzt nur noch mit größerer Unterstützung möglich. „Jede kleine Spende hilft dabei, noch schneller und noch mehr Gesichtsschilder zu produzieren.“ 

Weitere Informationen

Wer helfen möchte, kann sich per E-Mail an Christian Richter wenden unter info(at)liquidink-tattoo.com.


Quelle:
Titania Kommunikation