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EuroPerio10-Kongress - Prof. Clemens Walter stellte Thema vor

Zungen- und Lippenpiercings können Zähne und Zahnfleisch schädigen

22.06.2022

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Ein systematisches Review zum Einfluss von Mundpiercings auf die parodontale Gesundheit wurde von Prof. Clemens Walter auf der EuroPerio10 präsentiert. Aus der Literatur wird ersichtlich, dass Mundpiercings entfernt werden sollten, um Zähne und Zahnfleisch zu schützen.

Als relativ neues, relevantes Thema wurden die Auswirkungen von Mundpiercings auf dem EuroPerio10-Kongress der European Federation of Periodontology (EFP) aufgegriffen. Schätzungen zufolge haben etwa 5 % der jungen Erwachsenen Mundpiercings, wobei viermal so viele Frauen wie Männer ein Mundpiercing besitzen und Zungenpiercings häufiger als Lippenpiercings sind [1]. Gezeigt und diskutiert wurde das E-Poster "Influence of oral piercings on periodontal health - a systematic review" [2].

Ziel des Systematischen Reviews des Autorenteams der Universitäten Greifswald und Basel war es, den Einfluss oraler Piercings auf die parodontale Gesundheit zu bewerten. Die Analyse umfasste 8 Studien mit 408 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die insgesamt 236 Lippenpiercings und 236 Zungenpiercings hatten. Jeder fünfte Patient hatte Piercings an mehr als einer oralen Stelle. Die Tragedauer reichte von einem Monat bis zu 19 Jahren, und der meiste Schmuck war aus Metall.

Bei Patienten mit Zungenpiercings wiesen die an das Piercing angrenzenden Zähne im Vergleich zu den Kontrollzähnen oder -stellen eine erhöhte Taschentiefe (3 von 5 Studien), einen stärkeren klinischen Attachmentverlust (3 von 4 Studien), mehr gingivale Rezessionen (4 von 4 Studien) und einen höheren Prozentsatz von Blutungen beim Sondieren (2 von 3 Studien) auf. Bei Patienten mit Lippenpiercings wiesen die an das Piercing angrenzenden Zähne im Vergleich zu den Kontrollzähnen oder -stellen mehr Gingivarezessionen auf (3 von 4 Studien). Der Zeitraum seit dem Piercing wurde am häufigsten als Risikofaktor für die parodontale Zerstörung bei Patienten mit Zungen- und/oder Lippenpiercings identifiziert (6 von 7 Studien). Die ausgeprägte Heterogenität der Studien verhinderte eine statistische Meta-Analyse.

Studienautor Prof. Clemens Walter sagte: "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Mundpiercings, insbesondere in der Zunge, negativ auf die benachbarten Zähne und das Zahnfleisch auswirken. Bei den Personen mit Zungenpiercings waren die Schäden besonders ausgeprägt im Bereich der unteren beiden Schneidezähne, die für das Beißen und Kauen von Nahrung wichtig sind. Die Wahrscheinlichkeit von Zahn- und Zahnfleischschäden schien mit der Dauer des Tragens eines Lippen- oder Zungenpiercings zuzunehmen.“ Er schloss: "Zahnärzte sollten ihre Patienten über das Risiko parodontaler Komplikationen beim Tragen von Mundpiercings aufklären, und Menschen mit solchen Piercings sollten nachdrücklich aufgefordert werden, sie zu entfernen."

 

Referenzen

[1] Hennequin-Hoenderdos NL, Slot DE, Van der Weijden GA. Die Prävalenz von oralen und perioralen Piercings bei jungen Erwachsenen: eine systematische Übersichtsarbeit. Int J Dent Hyg. 2012;10:223-228.

[2] E-Poster/Abstract: PR043 Influence of oral piercings on periodontal health – a systematic review; Clemens Walter, Jessica Samantha Müller, Julia Caroline Difloe-Geisert. Periodontal conditions among patients with oral piercings – a systematic review. PROSPERO 2021 CRD42021236027 Available from: https://www.crd.york.ac.uk/prospero/display_record.php?ID=CRD42021236027

 

Finanzierung: Die Studie wurde von den Autoren und ihren jeweiligen Institutionen selbst finanziert. Alle Autoren erklären, dass sie sich in keinem Interessenkonflikt befinden.

 

Quelle: Pressemitteilung EFP, Abstract s.o.; übersetzt mit www.DeepL.com/Translator


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