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Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Peer W. Kämmerer macht es vor.

Learning by viewing: Videoreihe zu Techniken der Lokalanästhesie

04.05.2021

Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS, erklärt die Vor- und Nachteile der Techniken sowie deren Einsatzspektrum.
Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS, erklärt die Vor- und Nachteile der Techniken sowie deren Einsatzspektrum.

Millionenfach angewendet ist die Lokalanästhesie eine der häufigsten Leistungen in Zahnarztpraxen. State-of-the-Art ist eine differenzierte Lokalanästhesie: Je nach Eingriff und Verfassung des Patienten sollten Zahnärzte individuell über die zu verwendende Technik, die Wahl und die Dosierung des Lokalanästhetikums entscheiden.

Die verschiedenen Techniken präsentiert Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS, Leitender Oberarzt/stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie – plastische Operationen, Universitätsklinikum Mainz, nun “live” in sechs Videos von rund drei Minuten. Nahaufnahmen zeigen das genaue Vorgehen bei den Injektionen direkt am Patienten.

Die praktischen Tipps des Experten sind dabei nicht nur für Studenten wertvoll, sondern für jeden, der sein Wissen über die Lokalanästhesie auffrischen möchte. Die Videos sind online bei Sanofi Dental abrufbar. 

In Deutschland werden pro Jahr etwa 70 Millionen Lokalanästhesien verabreicht.[1] Täglich Brot für den Zahnarzt – sollte man meinen. „Frei nach dem Motto ‚viel hilft viel‘ verwenden einige Zahnärzte noch immer hohe Dosierungen der Lokalanästhetika“, erläutert Professor Kämmerer.

„So kommt in etwa 45 % der Fälle ein Anästhetikum mit dem höchsten Adrenalinzusatz von 1:100.000 zum Einsatz, das eigentlich nur für langandauernde, sehr schmerzhafte Eingriffe notwendig ist. Bei Patienten mit Vorerkrankungen kann das schnell mal zu Komplikationen führen.“

Gleiches gilt für die Techniken: Wann immer möglich sollten minimalinvasivere Alternativen wie beispielsweise die intraligamentäre Anästhesie bevorzugt werden. „Gerade vor der ILA scheuen sich noch zu viele Kollegen, dabei gilt auch hier ‚Übung macht den Meister‘“, so Kämmerer.

Learning by viewing – Erklärung und Anwendung

„Klar, ich kann mir die Theorie anhand von Büchern aneignen, aber ich kann es mir viel einfacher merken, wenn ich es einmal richtig gesehen habe. Am Patienten fühle ich mich dann in der Anwendung auch viel sicherer“, sagt Paul Römer, Doktorand der Zahnmedizin an der Universität Mainz. Bevor jede Injektion am Patienten gezeigt wird, fasst Kämmerer die Vor- und Nachteile der jeweiligen Techniken sowie die Indikationen, bei denen diese zum Einsatz kommen, zusammen.

So sei es bei der Leitungsanästhesie des Nervus alveolaris inferior wichtig, die veränderte Lage des Foramen mandibulae in verschiedenen Altersgruppen zu kennen, um Schädigungen des Nervs zu verhindern. Außerdem zu beachten: Bei antikoagulierten Patienten sollte diese Technik nicht zum Einsatz kommen. Auch die zu verwendenden Spritzensysteme und Kanülen sind Thema der Videos.

Lokalanästhesie „live“

Im zweiten Teil der Videos demonstriert Kämmerer die jeweilige Injektionstechnik am lebenden Objekt und gibt dabei hilfreiche Tipps. „Knickt man die Nadel bei der intraligamentären Anästhesie vorher etwas ab, gelingt die Injektion im Molarenbereich viel einfacher.“

Der Experte zeigt die Landmarken, anhand derer sich die Einstichstelle genau lokalisieren lässt, und nennt Orientierungspunkte für die Spritzenführung. So solle man zum Beispiel bei der „hohen“ Leitungsanästhesie von der Gegenseite des Dreiers aus kommend die Nadel vom Mundwinkel bis zum äußeren Gehörgang inklinieren.

Folgende Videos sind verfügbar:

  1. Die intraligamentäre Anästhesie
  2. Die Infiltrationsanästhesie
  3. Die Leitungsanästhesie des Nervus alveolaris inferior
  4. Die „hohe“ Leitungsanästhesie (Gow-Gates-Technik)
  5. Palatinale Injektionen am Nervus palatinus major und incisivus
  6. Weitere Leitungsanästhesien des Nervus mentalis und infraorbitalis


Quelle:
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH


Referenzen

[1] Daubländer M, „Lokalanästhesie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“, in: Aken, Hv und Wulf H (Hrsg.), Lokalanästhesie, Regionalanästhesie, Regionale Schmerztherapie (3. überarb. Auflage 2010), Thieme, Stuttgart, New York, 585–636.


Titelbild
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