Firmennachrichten

Hygiene, Sicherheit und Digitalisierung ist das Konzept

Die IDS 2021 - Blick auf ein hybrides Messekonzept

03.11.2020

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Wie wird die Internationale Dental-Schau in Zeiten von Corona aussehen? Einen Eindruck davon vermittelt das #B-SAFE4business-Village der Koelnmesse, der Prototyp einer Messe, die den Coronaregeln AHA+L+C ( Abstand, Hygiene, Alltagsmasken + Lüften + Corona-App) gerecht wird. Die Koelnmesse lud Medienvertreter und Aussteller ein, sich von dem Hygiene-, Sicherheits- und Digitalisierungskonzept zu überzeugen, das ein Messeevent mit mehreren 1.000 Teilnehmern aus aller Welt ermöglichen soll. Die Redaktion war vor Ort; nachfolgend ein detaillierter Bericht und am Ende des Artikels ein ausführliches Video. 

 

 

Die IDS in Köln ist das Mega-Event der internationalen Dentalindustrie und Meeting-Point für alle, die sich in der Branche tummeln. Das hieß bisher: drangvolle Enge auf Messeständen, in den Gängen, auf den Rolltreppen und im Gastrobereich. Begleitend fanden Konferenzen, Demonstrationen neuer Produkte und Standpartys statt.

Die Messe in Zahlen: Zur IDS 2019 fanden sich 2.328 Unternehmen aus 65 Ländern mit ihren Innovationen ein, die von 160.000 Fachbesuchern aus 166 Ländern auf 170.000 m² Messefläche begutachtet wurden. Bisher waren die IDS-Verantwortlichen auf diese Zahlen stolz – jetzt werden sie ihnen Magengrimmen verursachen. Aber stattfinden soll die Messe durchaus, so der jüngste Stand. Aktuell sind schon 1.276 Unternehmen angemeldet.* Beschlossen ist auch, dass die 39. IDS von 5 auf 4 Tage verkürzt wird (von Mittwoch, 10.03. bis Samstag, 13.03.2021).

Wie Messen wie die IDS demnächst mit physischer Präsenz stattfinden können, haben sich die Verantwortlichen inzwischen überlegt. Die Koelnmesse präsentiert auf circa 5.000 m² der Halle 9 des Messegeländes mit dem #B-SAFE4business Village den Prototypen einer Messe, die die Vorgaben der Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen in die Veranstaltungspraxis internationaler Messen umsetzt.

Die Presse war eingeladen, einen Corona-kompatiblen „Customer Journey“ zu erleben, angefangen mit Ticketerwerb und Registrierung online, was zum einen die Nachverfolgbarkeit der Besucher gewährleistet und zum anderen einen kontaktlosen Zutritt zur Messe ermöglicht. Eckpunkte des neuen Sicherheits-, Hygiene- und Digitalisierungskonzepts wurden auf dem Rundgang durch die #B-SAFE4business Village von Mitarbeitern der Koelnmesse und Dienstleistern erläutertet. 

  • Besucher passieren den Human Security Radar zur kontaktlosen Taschenkontrolle.

  • Besucher passieren den Human Security Radar zur kontaktlosen Taschenkontrolle.
    © Koelnmesse GmbH

Digitale Tools für mehr Sicherheit

Wie eine Pforte durchschreitet der Besucher zunächst den Human Security-Radar zur kontaktlosen Taschenkontrolle. Dieser Körperscanner sei die erste vollautomatische und kontaktlose Echtzeit-Security-Schleuse im Einsatz hierzulande, informiert ein Messemitarbeiter das Pressetross. Die Technik basiert auf einer Dichtemessung, mittels derer Gefahrengegenstände identifiziert werden können. Unter normalen Messebedingungen könnten 10.000 Menschen pro Stunde diese automatische Kontrolle durchlaufen. Unter Corona-Bedingungen sind es immerhin noch 3.000 bis 3.500 Besucher pro Stunde, die in 1,5-Meter-Abständen die Messe betreten können.

  • Die eGuard App, ein Indoor-Positioning-System hilft eine zu hohe Besucherzahl zu vermeiden.

  • Die eGuard App, ein Indoor-Positioning-System hilft eine zu hohe Besucherzahl zu vermeiden.
    ©Koelnmesse GmbH

Die neue eGuard-App sollte bereits im Vorfeld des Messebesuchs auf dem Mobiltelefon des Besuchers installiert werden.  Dieses Indoor-Positioning-System warnt vor zu vollen Hallen. Die App erfasst Koordinationsdaten der Messebesucher via Blue Tooth und gibt Besucherkonzentrationen in Echt-Zeit wieder. Die Auswertung erfolgt für den Messebesucher in der einfachen Kennzeichnung von Messehallen mit einer Ampelfarbe je nach Besucheraufkommen. Für die Koelnmesse-Organisatoren wird eine detailliertere Version ausgegeben, die ein rechtzeitiges Einschreiten bei zu großen Ansammlungen ermöglichen soll.

Einen Mehrwert bietet das Besucher-Tracking System „Corona Scan the App“ für Besucher und Aussteller. Darüber werden Besucher am Stand berührungslos registriert und es kann – wer möchte ‒ seine digitale Visitenkarte beim Aussteller hinterlassen. Reine Tracking-Daten werden nach 4 Wochen gelöscht. Ein weiteres Tool wurde für die Messe-Logistik entwickelt: Über das Online-Buchungsportal eSlot können Aussteller ein Wunsch-Zeitfenster für Anfahrten und Auslieferung buchen. Verknüpft ist diese App mit dem Navigationssystem NUNAV, das die Fahrzeuge direkt zur Koelnmesse leitet für eine kontaktarme Warenanlieferung.

IDS hybrid: Die Show ist eingerichtet

Die IDS 2021 wird eine verhältnismäßig kleine Präsenzmesse sein, zu der weit weniger Besucher aus Übersee erwartet werden als zu den Vorgängermessen. Um trotzdem eine internationale Teilhabe an der Weltleitmesse zu ermöglichen, bietet die IDS eine Reihe von hybriden Elementen. Die digitale IDS-Plattform soll über Produkte sowie Systemlösungen informieren, das Streaming von Webinaren, Pressekonferenzen, Events sowie Eins-zu-eins-Kommunikation mit Kunden ermöglichen.

Verschiedene Dienstleister im #B-SAFE4business Village führen die Möglichkeiten hybrider Messegestaltung vor: So kann die internationale Kundschaft über ein hybrides Studio erreicht werden, das mit einem Veranstaltungsraum in Hannover verknüpft ist. Mittels Streaming oder Live-Video-Chat-Funktion können Mitarbeiter oder Experten live zugeschaltet werden, ein Live-Stream vom Messestand oder sogar Aufnahmen aus dem Messestudio mit Kamerafrau und Moderatoren können in digitale Platformen oder Social-Mediaangebote eingespeist werden.

  • Die Live-Video-Chat-Funktion.

  • Die Live-Video-Chat-Funktion.
    ©dkb

Vieles, was wir in den vergangenen Monaten bereits in Kongressen, Tagungen und digitalen Fortbildungen kennengelernt haben, kann integriert werden: die Aufteilung von Teilnehmern in Gruppenräume, Umfragen, Interviews und Moderation.

Hygiene und Abstand auf Messeständen und im Gastrobereich

Mit guter Luftqualität, so die Information auf dem Presserundgang, könne die Koelnmesse ohnehin dank Luftfiltersystem mit getrennter Zu- und Abluft punkten. Desinfektion und Reinigung hingegen werden intensiviert: Für die Hallenreinigung zuständig ist ein neues Team, das Rolltreppen, Türen, Sitzgelegenheiten kontinuierlich desinfizieren wird.

  • Ein Stand, der den Corona-Auflagen gerecht wird.

  • Ein Stand, der den Corona-Auflagen gerecht wird.
    ©dkb
Prospekte liegen nicht mehr allerorts aus, sondern werden zentral auf Nachfrage ausgegeben. Aussteller können über Personaldienstleister Hygieneguards buchen, die die Umsetzung der Hygienemaßnahmen am Stand überwachen. Für die Standgestaltung gelten spezielle Hygiene- und Abstandrichtlinien. Beispielhaft werden verschiedene coronageeignete Standsysteme in der Village gezeigt. Unter anderem ein Modulstandsystem (Czarnowski), das bei 90 m² Standfläche über ein Zutrittssystem (analog einer Parkhausuhr) 14 bis 15 Personen regulierten Einlass gewährt. Der schlichtere Pop-up-Stand OASIS bietet kleeblattartig angeordnet 4 Gesprächsecken.

  • Der Gastrobereich.

  • Der Gastrobereich.
    © dkb

Auch das Gastronomiekonzept bekam ein Corona-Update. Vor den Versorgungskiosks werden die Besucher künftig in lockerer Reihe anstehen, während in den Restaurantbereichen die derzeit üblichen Maßnahmen einschließlich Registrierung durchgeführt werden und engere Reinigungsintervalle sowie Desinfektion vorgesehen sind. Ergänzend hinzu kommen neue Formen der Bewirtung am Stand oder bei Messeveranstaltungen: Zur Vermeidung der Schlange am Buffet werden portionierte Speisen oder hygienisch verpackte Snacks im Glas per Flugzeugtrolley unters Besuchervolk gebracht. 

IDS soll Aufbruchstimmung vermitteln

Das #B-SAFE4business Village gehört zu einer umfassenden Kampagne für die neuen Schutzmaßnahmen der Koelnmesse für Aussteller und Besucher. Dieses Corona-Konzept umfasst 4 Komponenten ‒ Visit Safe, Meet safe, Stay safe und Show safe ‒, die alle angesprochenen Punkte zu Hygiene, Abstandsregeln, Registrierung und Lenkung der Besucherströme sowie Umsetzung von Hygiene- und Abstandsregeln in den Ausstellerguides beinhalten.

Die Wiederaufnahme des Messegeschäfts ist nicht nur für die Koelnmesse essenziell. Seitens der Verantwortlichen schreibt man der IDS eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Re-Start des Dental-Business in einer Pandemie-Zeit zu. Mit den umfassenden #B-SAFE4business-Maßnahmen möchte man bestmögliche Rahmenbedingungen für einen sicheren, persönlichen Austausch bieten und damit die entscheidenden Impulse für eine Aufbruchstimmung. Ob dies gelingen wird, ist in der gegenwärtigen Situation des Teil-Lockdowns noch unklar. Fraglich ist, ob nicht die Verschiebung der IDS die bessere Alternative gewesen wäre.

Fazit

Eines ist bei alledem klar: Eine hybride IDS 2021 wird sich von ihren Vorgängerinnen stark unterscheiden. Beim Gang durch das #B-SAFE4business Village drängt sich der Eindruck auf, dass die Messe geschrumpft, entzerrt und steriler wird. Natürlich geht dabei ein Teil des bisherigen Erlebnischarakters verloren, vom Messetrubel und dem Gefühl wirklich alles und jedes von Bedeutung für den Dentalmarkt vor Ort zu haben. Andererseits wurden sinnvolle Innovationen, was den Messeablauf angeht, entwickelt, die man auch in Nach-Corona-Zeiten sinnvoll nutzen kann.

Stichwort kontaktlose Kontrolle: Auf das morgendliche Anstehen vor den Kontrolltischen kann man gut verzichten. Spannend sind die hybriden Erweiterungen. Ähnlich, wie die neuen Formate für Fortbildungen, Konferenzen werden manche überzeugen und sicher einen echten Mehrwert bieten.

Die koelnmesse hat ein Video für Interessierte zum #B-SAFE4business Village erstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bericht: Dagmar Kromer-Busch

* Presseinfo der koelnmesse zur IDS; Nr. 7/Oktober 2020 

 

 


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