Abrechnung


Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung (FU)

Leistungsabrechnung bei einem Kind eines gesetzlich versicherten Patienten zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat.

Um die zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung bei Kindern zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat abrechnen zu können, werden in den BEMA-Bestimmungen außer der eingehenden Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten einschließlich Beratung zu deren Ergebnis noch einige andere Leistungsinhalte gefordert:

  • Einschätzung des Kariesrisikos anhand des dmft-Indexes
  • Ernährungs- und Mundhygieneberatung der Erziehungsberechtigten mit dem Ziel der Keimzahlsenkung durch verringerten Konsum zuckerhaltiger Speisen und Getränke und verbesserte Mundhygiene
  • Empfehlung und ggf. Verordnung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung (Fluorid-Tabletten, fluoridiertes Salz, fluoridierte Zahnpasta und dergleichen)

Da die FU den Leistungsinhalt der 01 mit erfüllt, kann diese im selben Kalenderhalbjahr nicht angesetzt werden. Im folgenden Kalenderhalbjahr müssen mindestens vier Monate seit der letzten FU vergangen sein, um den Ansatz der 01 zu ermöglichen. Der zusätzliche Ansatz der Ä1 im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung ist nicht möglich, da die Beratung Teil der Leistung ist, es sei denn die Beratung dient einem anderen Zweck (z. B. Beratung Kieferorthopädie). Auch muss es sich bei der FU um eine Einzeluntersuchung und -beratung handeln. Gruppenuntersuchungen und -unterweisungen erfüllen nicht den Leistungsinhalt der FU. Die FU kann in dem Zeitraum zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat insgesamt höchstens dreimal angesetzt werden. Der Abstand zur nächsten FU muss mindestens 12 Monate betragen.

Beispiel 1

19.08.2010 Früherkennungsuntersuchung bei einem vierjährigen Kind einschließlich Beratung: BEMA-Abrechnung: FU

21.12.2010 Eingehende Untersuchung einschließlich Beratung: BEMA-Abrechnung Ä1 (01 nicht berechenbar, weil im selben Kalenderhalbjahr erbracht)

Beispiel 2

19.06.2010 Früherkennungsuntersuchung bei einem vierjährigen Kind einschließlich Beratung: BEMA-Abrechnung: FU

21.10.2010 Eingehende Untersuchung einschließlich Beratung: BEMA-Abrechnung: 01 (weil nicht im selben Kalenderhalbjahr erbracht und vier Monate seit der letzten FU vergangen sind!)

Neben der FU kann bei Kindern mit hohem Kariesrisiko ab dem 30. Lebensmonat die lokale Fluoridierung nach der Nr. IP 4 zweimal je Kalenderhalbjahr abgerechnet werden. Die Einschätzung des Kariesrisikos erfolgt anhand des dmft-Indexes und ist Voraussetzung für die zweimalige Abrechenbarkeit der IP4 innerhalb eines Kalenderhalbjahres bei Kindern vom 30. bis 72. Lebensmonat entsprechend der Richtlinie 7 zur Früherkennungsuntersuchung.

Liegt kein hohes Kariesrisiko vor, muss beim gesetzlich versicherten Patienten eine schriftliche Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ zwischen dem Zahnarzt und dem Zahlungspflichtigen privat nach GOZ für diese außervertragliche Leistung vereinbart werden:

Einzige Ausnahme: Ist der Zahn 6 bereits vor dem vollendeten 6. Lebensjahr durchgebrochen, kann sowohl die IP4 (auch ohne hohes Kariesrisiko) als auch die IP 5 (Fissurenversiegelung) berechnet werden. Nach Vollendung des 6. Lebensjahres ist die Berechnung der FU nicht mehr möglich. Für die eingehende Untersuchung wird dann die Ziffer 01 berechnet.
Im Rahmen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) existiert keine spezielle Gebührenziffer für Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern. Hier erfolgt die Abrechnung gemäß den Ziffer GOZ 001, Ä1 oder Ä3 und ggf. Ä4 .


Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.



 

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder



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