Abrechnung

Teil 2: Bereiche L und O

Kommentierung zu häufig erbrachten GOÄ-Leistungen in der ZA-Praxis (Stand September 2017)

Die Autorin Sabine Schröder hat im 1. Teil ihres Beitrages die Grundleistungen und allgemeine Leistungen aufgrund der neuen Kommentierung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) aufgezeigt. In diesem zweiten Teil geht sie auf die Kommentierung zum Teil L Chirurgie, Orthopädie (Wundversorgung, Fremdkörperentfernung, Chirurgie der Körperoberfläche) sowie zum Teil O (Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie) ein.

Gerade im Bereich der Lappenplastiken wird die Berechnungsfähigkeit seitens der Kostenerstatter häufig beanstandet. Auch gibt es in den Praxen häufig Unsicherheiten bei der Berechnung von bildgebenden Verfahren in der Zahnheilkunde (z. B. DVT-Aufnahmen und deren Auswertung). Diese Kommentierung bildet eine Hilfestellung zu diesen Fragen und kann ggf. zur Argumentation gegenüber Kostenerstattern eingesetzt werden.

Der Inhalt der Kommentierung umfasst folgende Bereiche der GOÄ:

B Grundleistungen und allgemeine Leistungen

I. Allgemeine Beratungen und Untersuchungen
II. Zuschläge zu Beratungen und Untersuchungen nach den Nummern 0001, 0003, 0004, 0005, 0006, 0007 oder 0008
III. Spezielle Untersuchungen und Beratungen
IV. Visiten, Konsiliartätigkeit, Besuche Assistenz
V. Zuschläge zu den Leistungen nach den Nummern 0045 bis 0062
VI. Berichte, Briefe

L Chirurgie, Orthopädie

I. Wundversorgung, Fremdkörperentfernung
VII. Chirurgie der Körperoberfläche

O Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie

I. Strahlendiagnostik
1. Skelett
7. Computertomographie

L Chirurgie, Orthopädie

I. Wundversorgung, Fremdkörperentfernung

GOÄ Nr. 2009 Entfernung eines unter der Oberfläche der Haut oder der Schleimhaut gelegenen fühlbaren Fremdkörpers

Kommentar der BZÄK

Die Leistung kann nicht berechnet werden für die Entfernung von Materialien, die zu therapeutischen Zwecken unter die Körperoberfläche eingebracht wurden, sondern nur für die Entfernung von echten Fremdkörpern, z. B. im zahnärztlichen Bereich wie Füllungsreste, Abdruckmaterialpartikel etc. Die Leistung kann grundsätzlich für mehrere separat entfernte Fremdkörper je Fremdkörper berechnet werden, sofern ein weiterer Zugang geschaffen werden muss oder kein direkter räumlicher Zusammenhang besteht. Die Berechnung eines OPZuschlags ist nicht möglich.

GOÄ Nr. 2010 Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers auf operativem Wege aus Weichteilen und/ oder Knochen

Kommentar der BZÄK

Die Leistung kann nicht berechnet werden für die Entfernung von Materialien, die zu therapeutischen Zwecken unter die Körperoberfläche eingebracht wurden, sondern nur für die Entfernung von echten tiefliegenden Fremdkörpern auf operativem Wege. Dies sind z. B. im zahnärztlichen Bereich Füllungsreste, Abdruckmaterialpartikel oder auch alio loco frakturierte Instrumente oder auch Wurzelfüllungsmaterial im Knochen. Sofern in Zusammenhang mit einer Zahnentfernung die Entfernung von Wurzelfüllmaterial aus dem umliegenden Knochen erfolgt, ist die GOÄ Nr. 2010 dann berechenbar, wenn durch die Entfernung ein zusätzlicher, abgrenzbarer operativer Aufwand erforderlich ist.

Für die bloße Exkochleation der Alveole ist die GOÄ 2010 nicht berechenbar. Sofern in Zusammenhang mit Gebührennummern der GOZ kein OP-Zuschlag nach Abschnitt L der GOZ anfällt, kann der OP-Zuschlag nach GOÄ Nr. 0442 berechnet werden. Der OP-Zuschlag nach der GOÄ Nr. 0442 beinhaltet eine Vergütung für die Bereitstellung von Operationseinrichtungen und Einrichtungen zur Vor- und Nachsorge (z. B. Kosten für Operations- und Aufwachräume oder Gebühren für wiederverwendbare Operationsmaterialien bzw. -geräte). Dies schließt im Gegensatz zur Anwendung der GOZ Nrn. 0500 bis 0530 nicht die Berechnung von Materialien aus, welche nach der einmaligen Anwendung verbraucht sind. Dabei sind jedoch die in § 10 Abs. 2 genannten Materialien nicht berechnungsfähig. Die Berechnung von atraumatischem Nahtmaterial ist möglich.

L Chirurgie, Orthopädie

VII. Chirurgie der Körperoberfläche G

OÄ Nr. 2381 Einfache Hautlappenplastik

Kommentar der BZÄK

Bei der Mundschleimhaut handelt es sich um Körperoberfläche. Die GOÄ Nr. 2381 ist für Zahnärzte gemäß § 6 Abs. 2 GOZ geöffnet. Die weichteilchirurgische Abdeckung eines aufgebauten Kieferkamms im Rahmen der GOZ Nr. 9100 löst nicht die GOÄ Nr. 2381 aus, da der Wundverschluss mit vollständiger Schleimhautabdeckung Bestandteil der Leistung ist. Sofern in Zusammenhang mit Gebührennummern der GOZ kein OP-Zuschlag nach Abschnitt L der GOZ anfällt, kann der OP-Zuschlag nach GOÄ Nr. 0442 berechnet werden.

Der OP-Zuschlag nach der GOÄ Nr. 0442 beinhaltet eine Vergütung für die Bereitstellung von Operationseinrichtungen und Einrichtungen zur Vor- und Nachsorge (z. B. Kosten für Operations- und Aufwachräume oder Gebühren für wiederverwendbare Operationsmaterialien bzw. -geräte). Dies schließt im Gegensatz zur Anwendung der GOZ Nrn. 0500 bis 0530 nicht die Berechnung von Materialien aus, welche nach der einmaligen Anwendung verbraucht sind. Dabei sind jedoch die in § 10 Abs. 2 genannten Materialien nicht berechnungsfähig. Materialien, welche erkennbar einer anderen Leistung in der GOZ zugeordnet werden können (z. B. Implantations-OP-Set, Kühlmittelschläuche o. ä.), sind mit dem dann anzuwendenden OP-Zuschlag der GOZ abgegolten. Die Berechnung von atraumatischem Nahtmaterial ist möglich:

Positionspapier des Ausschusses für Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (04/2014)*: „Die Geb.-Ziff. 2381 GOÄ beschreibt die einfache Hautlappenplastik. Unter Maßnahmen, die diese Leistungslegende erfüllen, sind alle einfachen plastischen, eindirektionalen Maßnahmen zur Verlängerung oder Verschiebung von Weichgewebe zu verstehen.“

Durch die Aufnahme der Geb.-Nr. 3100 in die GOZ 2012 ist die Geb.-Ziff. 2381 GOÄ für den plastischen Wundverschluss mit Periostschlitzung nicht mehr darstellbar. Maßnahmen nach der Geb.-Ziff. 2381 GOÄ sind aufwandsbezogen mit denen der Geb.-Nr. 3100 GOZ vergleichbar.

Maßnahmen zur plastischen Deckung augmentierter Knochenareale nach Art einer einfachen Hautlappenplastik, die den Umfang eines primären Wundverschlusses übersteigen und nicht dem Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 3100 GOZ unterfallen, sind nach der Geb.-Ziff. 2381 GOÄ berechnungsfähig (siehe LG Köln vom 4.11.2009, Az.: 23 O 236/06).

Plastische Modifikationen der Schleimhaut zum Wundverschluss, die vom Leistungsinhalt der Geb.-Ziff. 2381 GOÄ umfasst sind, können z. B. sein:

  • Mobilisationsplastik (Unterminierungsplastik)
  • apikaler Verschiebelappen
  • (Tür-)Flügellappen

Die GOÄ-Nrn. 2381 und 2382 sind hinsichtlich ihrer Abrechnungshäufigkeit nicht eingeschränkt sondern können je erfolgter Lappenbildung einmal berechnet werden.

GOÄ 2382 Schwierige Haulappenplastik oder Spalthauttransplantation

Kommentar der BZÄK

Bei der Mundschleimhaut handelt es sich um Körperoberfläche. Die GOÄ Nr. 2382 ist für Zahnärzte gemäß § 6 Abs. 2 GOZ geöffnet. Die weichteilchirurgische Abdeckung eines aufgebauten Kieferkamms im Rahmen der GOZ Nr. 9100 löst nicht die GOÄ Nr. 2382 aus, da der Wundverschluss mit vollständiger Schleimhautabdeckung Bestandteil der Leistung ist. Sofern in Zusammenhang mit Gebührennummern der GOZ kein OP-Zuschlag nach Abschnitt L der GOZ anfällt, kann der OP-Zuschlag nach GOÄ Nr. 0443 berechnet werden.

Der OP-Zuschlag nach der GOÄ Nr. 0443 beinhaltet eine Vergütung für die Bereitstellung von Operationseinrichtungen und Einrichtungen zur Vor- und Nachsorge (z. B. Kosten für Operations- und Aufwachräume oder Gebühren für wiederverwendbare Operationsmaterialien bzw. -geräte). Dies schließt im Gegensatz zur Anwendung der GOZ Nrn. 0500 bis 0530 nicht die Berechnung von Materialien aus, welche nach der einmaligen Anwendung verbraucht sind. Dabei sind jedoch die in § 10 Abs. 2 genannten Materialien nicht berechnungsfähig. Materialien, welche erkennbar einer anderen Leistung in der GOZ zugeordnet werden können (z. B. Implantations-OP-Set, Kühlmittelschläuche o. ä.), sind mit dem dann anzuwendenden OP-Zuschlag der GOZ abgegolten. Die Berechnung von atraumatischem Nahtmaterial ist möglich.

Positionspapier des Ausschusses für Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (04/2014)*: „Unter der Geb.-Ziff. 2382 GOÄ ist die schwierige Hautlappenplastik oder Spalthauttransplantation verzeichnet.“

In der Medizin sind von diesen Maßnahmen auch große Areale betroffen; in der Zahnmedizin sind die Eingriffe in der Mundhöhle durch die eingeschränkte Zugänglichkeit auch bei geringer Ausdehnung oft sehr zeitaufwendig und schwierig durchzuführen. Bei der intraoralen Anwendung dieser modernen und meist komplizierten Verfahren zur Weichgewebsrekonstruktion muss besonders berücksichtigt werden, dass diese plastischen Maßnahmen in der Regel mit einer deutlichen Steigerung hinsichtlich ihres operativen Aufwandes einhergehen und große Anforderungen an die operativen Fähigkeiten und auch den hierzu notwendigen technischen Aufwand zur mehrdimensionalen Lappenpositionierung stellen.

Schwierige Hautlappenplastiken bei eigenständiger, über den reinen Wundverschluss hinausgehender Indikation, die nach der Geb.-Ziff. 2382 GOÄ zu berechnen sind, können z. B. sein:

  • Spaltlappen (Split-Flap-Lappen)
  • Lateraler Verschiebelappen
  • Schwenklappen
  • Rotationslappen
  • Papillenrekonstruktionslappen
  • Semilunarlappen
  • V-Y-Plastik
  • Z-Plastik
  • Verschiebelappen + Membrantechnik (GTR)
  • Verschiebelappen + freies Schleimhauttransplantat (FST) + GTR
  • Verschiebelappen + Subepithel. Bindegewebstranspl. (SBT)
  • Verschiebelappen + SBT + GTR
  • Papillenaufbauplastik + SBT

Bei gegebener eingenständiger Indikation ist die Geb.-Ziff. 2382 GOÄ als selbstständige Leistung, auch neben der Einbringung enossaler Implantate, berechnungsfähig (siehe AG Hannover vom 31.1.2008 Az.: 427 C 16678/06).

Die GOÄ-Nrn. 2381 und 2382 sind hinsichtlich ihrer Abrechnungshäufigkeit nicht eingeschränkt, sondern können je erfolgter Lappenbildung einmal berechnet werden.“

O Strahlendiagnostik, Nuklearmedizin, Magnetresonanztomographie und Strahlentherapie

I. Strahlendiagnostik

Allgemeine Bestimmungen

  1. Mit den Gebühren sind alle Kosten (auch für Dokumentation und Aufbewahrung der Datenträger) abgegolten.
  2. Die Leistungen für Strahlendiagnostik mit Ausnahme der Durchleuchtung(en) (Nr. 5295) sind nur bei Bilddokumentation auf einem Röntgenfilm oder einem anderen Langzeitdatenträger berechnungsfähig.
  3. Die Befundmitteilung oder der einfache Befundbericht mit Angaben zu Befund(en) und zur Diagnose ist Bestandteil der Leistungen und nicht gesondert berechnungsfähig.
  4. Die Beurteilung von Röntgenaufnahmen (auch Fremdaufnahmen) als selbstständige Leistung ist nicht berechnungsfähig.
  5. Die nach der Strahlenschutzverordnung bzw. Röntgenverordnung notwendige ärztliche Überprüfung der Indikation und des Untersuchungsumfangs ist auch im Überweisungsfall Bestandteil der Leistungen des Abschnitts O und mit den Gebühren abgegolten.
  6. Die Leistungen nach den Nummern 5011, 5021, 5031, 5101, 5106, 5121, 5201, 5267, 5295, 5302, 5305, 5308, 5311, 5318, 5331, 5339, 5376 und 5731 dürfen unabhängig von der Anzahl der Ebenen, Projektionen, Durchleuchtungen bzw. Serien insgesamt jeweils nur einmal berechnet werden.
  7. Die Kosten für Kontrastmittel auf Bariumbasis und etwaige Zusatzmittel für die Doppelkontrastuntersuchung sind in den abrechnungsfähigen Leistungen enthalten. Neben den Leistungen nach den Nummern 5050, 5060 und 5070 sind die Leistungen nach den Nummern 0300 bis 0302, 0372, 0373, 0490, 0491 und 5295 nicht berechnungsfähig.

GOÄ Nr. 5000 Zähne, je Projektion

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Abrechnungsbestimmung:

Werden mehrere Zähne mittels einer Röntgenaufnahme erfasst, so darf die Leistung nach Nummer 5000 nur einmal und nicht je aufgenommenem Zahn berechnet werden. Neben der Geb. Nr. 5000 ist die Geb. Nr. 5035 für den gleichen Bereich nicht berechnungsfähig. Ein Digitalzuschlag nach der Geb. Nr. 5298 ist neben der Geb. Nr. 5000 nicht berechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK

Von der GOÄ-Nr. 5000 ist die Aufnahme eines Zahns, Implantats oder zahnlosen Kieferabschnitts je Projektion umfasst. Die Abrechnungsbestimmung nach der GOÄ-Nr. 5000 ist zu beachten. (Beschluss Nr. 26 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen von BZÄK, PKV und Beihilfe vom 28.04.2017)

GOÄ 5002 Panoramaaufnahme(n) eines Kiefers

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Abrechnungsbestimmung

Neben der Geb. Nr. 5002 ist die Geb. Nr. 5035 für den gleichen Bereich nicht berechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK

Die Formulierung der Leistungslegende lässt zu, dass sowohl eine einzige als ggf. auch mehrere Schichtaufnahmen eines Kiefers nur einmalig mit dieser Gebührennummer berechnet werden können (z. B. Status X). Ein Digitalzuschlag nach der Geb. Nr. 5298 ist neben der Geb. Nr. 5002 nicht berechnungsfähig. Für eine Erstellung der Panoramaaufnahme des Kiefers aus dem Datensatz eines DVT ist die GOÄ Nr. 5002 nicht berechnungsfähig, wenn bereits die GOÄ Nr. 5370 berechnet wurde.

Nach der Röntgenverordnung ist aus Strahlenschutzgründen die Anfertigung eines dreidimensionalen Datensatzes mittels eines DVT-Gerätes nicht zulässig, wenn dieser ausschließlich der Anfertigung einer 2D-Panoramaschichtaufnahme (als Alternative zur Herstellung einer Panoramaschichtaufnahme mittels eines Panoramaschichtgerätes) dienen soll**.

GOÄ 5004 Panoramaschichtaufnahme der Kiefer

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Abrechnungsbestimmung

Neben der Geb. Nr. 5004 ist die Geb. Nr. 5035 für den gleichen Bereich nicht berechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK

Ein Digitalzuschlag nach der Geb. Nr. 5298 ist neben der Geb. Nr. 5004 nicht berechnungsfähig. Für eine Erstellung der Panoramaaufnahme des Kiefers aus dem Datensatz eines DVT ist die GOÄ Nr. 5004 nicht berechnungsfähig, wenn bereits die GOÄ Nr. 5370 berechnet wurde. Eine halbseitige Panoramaschichtaufnahme der Kiefer ist nach dieser Geb.-Nr. unter Berücksichtigung von § 5 Abs. 2 GOÄ zu berechnen.

Nach der Röntgenverordnung ist aus Strahlenschutzgründen die Anfertigung eines dreidimensionalen Datensatzes mittels eines DVT-Gerätes nicht zulässig, wenn dieser ausschließlich der Anfertigung einer 2D-Panoramaschichtaufnahme (als Alternative zur Herstellung einer Panoramaschichtaufnahme mittels eines Panoramaschichtgerätes) dienen soll**.

GOÄ 5035 Schädel-Übersicht, in zwei Ebenen

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Abrechnungsbestimmung

Neben der Geb. Nr. 5002 ist die Geb. Nr. 5035 für den gleichen Bereich nicht berechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK

Ein Digitalzuschlag nach der Geb. Nr. 5298 ist neben der Geb. Nr. 5090 berechnungsfähig. Bei der GOÄ Nr. 5090 handelt es sich um die einzige Gebührennummer, welche eine Schädelübersichtsaufnahme als Summationsaufnahme darstellt. Die Berechnung der Gebührenposition ist bereits dann möglich, wenn nur eine Schädelübersichtsaufnahme angefertigt wird. Eine ggf. notwendige zweite, zeitgleich angefertigte Aufnahme ist mit der einmaligen Gebühr abgegolten. Die GOÄ Nr. 5090 ist auch einschlägig für Nasennebenhölen- oder Clementschitsch-Aufnahmen.

GOÄ Nr. 5095 Schädelteile in Spezialprojektion, je Teil

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Kommentar der BZÄK

Ein Digitalzuschlag nach der Geb. Nr. 5298 ist neben der Geb. Nr. 5090 berechnungsfähig. Die GOÄ Nr. 5095 ist für Teilaufnahmen des Schädels je Aufnahme berechenbar, z. B. für Darstellung des Jochbogens, der Mandibula, des Warzenfortsatzes etc. Eine halbseitige Panoramaschichtaufnahme der Kiefer erfüllt nicht den Leistungsinhalt der GOÄ 5095, sondern ist nach der GOÄ 5004 zu berechnen.

GOÄ Nr. 5370 Computergesteuerte Tomographie im Kopfbereich ggf. einschließlich des kranio-zervikalen Übergangs

Reduzierter Gebührenrahmen (1,8-fach)

Abrechnungsbestimmungen

Abrechnungsausschlüsse sind für die zahnärztliche Anwendung nicht relevant.

Kommentar der BZÄK

Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt die Abrechnung der Digitalen Volumentomograpie im Kopfbereich originär nach der GOÄ Nr. 5370. Die Bundesärztekammer empfiehlt die analoge Berechnung nach der gleichen Gebührennummer. (Beschluss Vorstand BÄK vom 20.05.2012).

Positionspapier des Ausschusses für Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (09/2015)***: Der Zahnarzt mit DVT-Fachkunde-Nachweis und DVT-Gerät berechnet für die Anfertigung und Befundung einer DVT-Aufnahme die GOÄ Nummer 5370. Die anschließende computer gesteuerte Analyse mit einer 3D-Rekonstruktion wird nach der Zuschlagsnummer GOÄ 5377 berechnet. Der Zahnarzt ohne DVT-Fachkundenachweis darf weder eine rechtfertigende Indikation zur DVT-Aufnahme stellen, noch darf er eine solche Aufnahme befunden. Eine Berechnungsmöglichkeit ergibt sich somit nicht.

Der Zahnarzt mit DVT-Fachkundenachweis aber ohne DVT-Gerät kann für eine andernorts angefertigte DVT-Aufnahme keine Gebühr berechnen, da die Befundung zwingender Bestandteil der Röntgenuntersuchung ist.

Eine Trennung zwischen technischer Anfertigung einer DVT-Aufnahme und ihrer Befundung ist gebührenrechtlich nicht gestattet. In diesem Fall ist auch die anschließende computergesteuerte Analyse mit einer 3D-Rekonstruktion nach der Zuschlags Nummer GOÄ 5377 nicht berechnungsfähig, da sie als Zuschlagsposition nur in Verbindung mit der GOÄ 5370 angesetzt werden kann. Aus demselben Grund scheidet die Heranziehung der GOÄ 5377 als Analogleistung nach § 6 Abs. 1 der GOZ aus.

Für den Fall der DVT-Aufnahme durch einen Zahnarzt mit Fachkunde für einen Zahnarzt ohne DVT-Gerät, aber mit Fachkunde, kann sich die Schwierigkeit einer Kostenaufteilung ergeben. Hierfür gibt die GOÄ keine gebührenrechtlich unangreifbare Handhabe.

GOÄ Nr. 5377 Zuschlag für computergesteuerte Analyse – einschließlich speziell nachfolgender 3D-Rekonstruktion

Reduzierter Gebührenrahmen (1-fach)

Abrechnungsbestimmung

Der Zuschlag nach Nummer 5377 ist nur mit dem einfachen Gebührensatz berechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK

Die GOÄ Nr. 5377 kann nur von dem die DVT erstellenden Behandler berechnet werden. Eine Berechnung für die Analyse einer Fremdaufnahme ist nicht möglich, auch wenn eine DVT-Fachkunde vorliegt.

* www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/goz/pos14/g7_Pos_Lappenbildung.pdf
** RdSchr.d. BMU v. 07.05.2010- RS II 3-11602/6
*** www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/goz/pos/Pos_DVT.pdf

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schröder



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