Abrechnung


Kommentierung der BZÄK zum Thema „Knochenmanagement“

Die Berechnung knochenaugmentativer Maßnahmen wirft in ihrer Vielfalt noch immer massive Unsicherheiten in der Abrechnung auf. Deshalb hat der Ausschuss Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in enger Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) unter dem Titel „Knochenmanagement“ als Orientierungshilfe eine tabellarische Aufstellung knochenchirurgischer Leistungen bzw. Leistungskombinationen erarbeitet, die Ihnen unsere Autorin Sabine Schröder im Folgenden vorstellt, basierend auf der Kommentierung der BZÄK vom 13.08.2013.

Die Systematik der Tabelle folgt nach Angaben des o. g. Auschusses nachstehenden Kriterien:

  • Wortlaut der jeweiligen Leistungsbeschreibung unter Zugrundelegung eines fachlichen Kontextes
  • Selbstständigkeit der Leistungen
  • verwendetes Material (z. B. autologer Knochen, alloplastisches Material)
  • Indikation (Leistungsziel)
  • räumliche Zuordnung (z. B. Operationsgebiet, innerhalb/außerhalb des aktuell vorhandenen „skeletal envelope“)

Die ausführliche Dokumentation der erbrachten Leistungen (Maßnahme, Region, Schnitt/Nahtgebiet, verwendete Materialien etc.) ist das wichtigste Instrument zur korrekten Ermittlung der berechenbaren Gebühren- bzw. Analogziffern. Hilfreich ist auch eine individuelle Erläuterung der Maßnahmen bei Rechnungsstellung, sofern dies nicht klar aus den Gebührenziffern hervorgeht.

 

Legende der zugrunde liegenden Gebührenziffern:

GOZ 4110 2,3-fach € 23,28

Auffüllen von parodontalen Knochendefekten mit Aufbaumaterial (Knochen- und/oder Knochenersatzmaterial), auch Einbringen von Proteinen, zur regenerativen Behandlung parodontaler Defekte, ggf. einschließlich Material-entnahme im Aufbaugebiet, je Zahn oder Parodontium oder Implantat.

GOZ 4133 2,3-fach € 113,83

Gewinnung und Transplantation von Bindegewebe einschließlich Versorgung der Entnahmestelle, je Zahnzwischenraum.

GOZ 9090 2,3-fach € 51,74

Knochengewinnung (z. B. Knochenkollektor oder Knochenschaber), Knochenaufbereitung und -implantation, auch zur Weichteilunterfütterung.

GOZ 9100 2,3-fach € 348,49

Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich.

GOZ 9140 2,3-fach € 84,08

Intraorale Entnahme von Knochen außerhalb des Aufbaugebietes, ggf. einschließlich Aufbereitung des Knochenmaterials und/oder der Aufnahmeregion einschließlich der notwendigen Versorgung der Entnahmestelle, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich.

GOÄ 2442 2,3-fach € 120,66

Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung, als selbstständige Leistung.

Hinweise der Autorin:

Bei zusätzlicher Befestigung eines Knochenaugmentates durch Osteosynthesemaßnahmen nach GOZ 9100 kann noch folgende Gebührenziffer berechnet werden:

GOZ 9150 2,3-fach € 97,32

Fixation oder Stabilisierung des Augmentates durch Osteosynthesemaßnahmen (z. B. Schrauben- oder Plattenosteosynthese oder Titannetze) zusätzlich zu der Leistung nach der Nummer 9100, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich.

Die Materialien zur Geweberegeneration bei Osteosynthese sind nach Auffassung der BZÄK gesondert berechnungsfähig. Gleiches gilt für Osteosynthesematerialien und zu Stabilisierungszwecken implantierte Materialien.

Knochenersatzmaterialien sowie Materialien zur Förderung der Blutgerinnung oder der Geweberegeneration (z. B. Membranen), zur Fixierung von Membranen, zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder wenn dies zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z. B. Nerven) erforderlich ist, sowie atraumatisches Nahtmaterial oder nur einmal verwendbare Explantationsfräsen sind laut GOZ gesondert berechnungsfähig.

Die Kosten eines einmal verwendbaren Knochenkollektors oder -schabers sind laut GOZ gesondert berechnungsfähig.

Auch die Zuschläge bei nichtstationärer Durchführung von zahnärztlichchirurgischen Leistungen (GOZ 0500–0530) oder ggf. auch aus der GOÄ sind in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden chriurgischen Leistungen zusätzlich berechenbar, ebenso ggf. der Zuschlag für die Anwendung eines Operationsmikroskops (GOZ 0110) und eines Lasers (0120) bzw. die entsprechenden Zuschläge aus der GOÄ, sofern eine hierfür zuschlagsberechtigte Leistung berechnet wird.

Weichgewebsmaßnahmen, die über einen Wundverschluss ohne zusätzliche Lappenbildung hinausgehen, können nach Auffassung der BZÄK ggf. ebenfalls berechnet werden (z. B. GOÄ 2382,GOÄ 2675).

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche und nach fachlicher Beratung durch Herrn Dr. Peter Klotz, Germering, erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.

Der genaue Wortlaut kann unter www.bzaek.de abgerufen werden.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


Erfahren Sie im kostenlosen Live-Webinar „TrioClear – Aligner online & unlimited“ von Permadental am 14.09.2022 von 14:00–15:00 Uhr alles über die neuen und innovativen Möglichkeiten aus der Welt der Aligner.

Jetzt kostenlos anmelden