Abrechnung


Die neue GOZ – jetzt ist alles klar geregelt?!


Seit dem Inkrafttreten der neuen GOZ sind einige Wochen vergangen. Ihre Praxismitarbeiter haben sich sicherlich mit den einzelnen Gebührenziffern auseinandergesetzt. Nachdem man sich nun einen Überblick über die Abrechnungsmöglichkeiten verschafft hat, stellt sich klar heraus, dass zwar einige „Diskussionspunkte“ der alten GOZ erfolgreich klar geregelt wurden (z. B. GOZ 5040 neben 5080 oder die Prothesenspanne nach 5070 neben 5200/5210), aber dass es jetzt vielfältige Auslegungsfragen zu den neuen Abrechnungsbestimmungen gibt, die in den Praxen zu Unsicherheiten führen. Nachfolgend möchte ich diese hier aufgreifen.

Ist die Trepanation eines Zahnes wirklich ausschließlich als selbstständige Leistung berechenbar? Wieso kann die adhäsive Befestigung nach GOZ 2197 nur einmal je Zahn berechnet werden und nicht für jeden einzelnen Befestigungsvorgang? In der neuen Ziffer für die professionelle Zahnreinigung (GOZ 1040) ist nur die Rede von der Entfernung der supragingivalen- und gingivalen Beläge. Kann die Entfernung der subgingivalen Beläge analog berechnet werden?

Diese und weitere Fragen machen schnell klar, dass die neue GOZ zwar Klarheit in manchen Punkten gebracht hat, aber gleichzeitig eine ganze Reihe neuer Fragen aufwirft, zu denen uns momentan niemand eine rechtssichere Antwort geben kann. Wie auch? Schließlich ist die neue GOZ erst ganze zwei Monate „jung“. Somit war noch keine Zeit für Auseinandersetzungen mit den Auffassungen von Erstattungsstellen, die letztendlich vor Gericht zu einer Entscheidung gelangen werden, auf die wir uns dann bei unserer Abrechnung berufen könnten. Wer also gehofft hat, mit der neuen GOZ wurde zwar nicht vieles besser, aber wenigstens einfacher, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Wertvolle Hilfe bei der Entscheidungsfindung zu unklaren Aussagen der GOZ bietet uns der bereits vorliegende Kommentar der Bundeszahnärztekammer einschließlich seiner aktuellen Ergänzung vom 1. Februar 2012.

  • Die wesentlichen Änderungen

  • Die wesentlichen Änderungen
Die mit der Kommentierung beauftragte Kernarbeitsgruppe des Senates für privates Leistungs- und Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer hat auch nach der Veröffentlichung des ersten Kommentars das Gespräch u. a. mit Fachgesellschaften, Vertretern von Abrechnungsgesellschaften und Kammern gesucht. Außerdem haben Treffen der regionalen GOZ-Arbeitsgruppen Nord, Mitte und Süd – teilweise unter Einbeziehung von Kassenzahnärztlichen Vereinigungen – stattgefunden. Die Ergebnisse dieser Arbeitstreffen wurden schließlich in den Sitzungen der Kernarbeitsgruppe des GOZ-Senates zusammengeführt und in die Weiterentwicklung des GOZKommentars eingebracht. Dieser soll somit die Leitlinie für die Auslegung der neuen GOZ werden und damit die Basis auch für mögliche gebührenrechtliche Gutachten oder Gerichtsentscheidungen sein.

Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


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