Abrechnung


Die Abrechnung von Maßnahmen bei Vorliegen einer Initialkaries

Basierend auf dem Bericht von Prof. Dr. Splieth von der Universität Greifswald beschreibt Sabine Schröder die Möglichkeiten der Abrechnung der vorgestellten Maßnahmen.

Kariesdiagnostik

Die Feststellung von Remineralisierungsprozessen kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. Beim gesetzlich versicherten Patienten ist immer die Tatsache zu beachten, dass die eingehende Untersuchung nach BEMA Nr. 01 (Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten einschl. Beratung) die Befundaufnahme aller Zähne beinhaltet, u.a. auch die Sondierung zur Parodontal- und Kariesdiagnostik.
Daher ist die klinische Bestimmung der aktiven und inaktiven Initialläsionen an Glattflächen durch reine Sichtdiagnostik des Behandlers Teil der Leistung BEMA Nr. 01 und ein ggf. hierdurch bedingter Mehraufwand im Hinblick auf den Aspekt der unerlaubten Zuzahlung nicht mit dem gesetzlich versicherten Patienten abdingbar. Beim privat versicherten Patienten dagegen kann jedweder das Normalmaß übersteigende Mehraufwand bei Erbringung der GOZ 001 (Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen einschließlich Erhebung des Parodontalbefundes sowie Aufzeichnung des Befundes) über den Steigerungsfaktor berücksichtigt werden.

Laserfluoreszenzmessung

Anders verhält es sich bei speziellen Methoden zur Kariesdiagnostik, die nicht in der BEMA 01 oder in der GOZ 001 beschrieben sind.
Eine dieser Maßnahmen ist die Laserfluoreszenzmessung. Hierbei wird mittels einer Laserdiode die Kariesdiagnostik vorgenommen. Diese Methode zur Kariesfrüherkennung ist als wissenschaftlich anerkannte Methode gemäß Auffassung der Bundeszahnärztekammer entweder als analoge Leistung nach § 6(2) berechenbar oder bei Nichtvorliegen einer medizinischen Notwendigkeit als Verlangensleistung nach § 2(3) GOZ.

Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer (Stand 03.12.2004):
Laserfluoreszenz-Kariesdiagnostik ist nach § 6 Abs. 2 GOZ analog berechenbar. Auch eine Berechnung nach § 2 Abs. 3 GOZ ist möglich.

Prophylaxe

Die Methoden zur Kariesdiagnostik können am zuverlässigsten nach erfolgter Durchführung einer Prophylaxesitzung (Plaqueanfärbung, Zahnreinigung etc.) erfolgen. Im Rahmen dieser Maßnahme erfolgt dann auch die Aufklärung bzgl. geeigneter Zahnputzmethode, geeigneter Hilfsmittel sowie Hinweisen zur Ernährung.
Bei der Berechnung der prophylaktischen Maßnahmen sind beim gesetzlich versicherten Patienten grundsätzlich immer die BEMA-Bestimmungen zu beachten.

Die Individualprophylaxe wird nach den Gebührennummern

  • IP1 Mundhygienestatus
  • IP2 Mundgesundheitsaufklärung bei Kindern und Jugendlichen
  • IP4 Lokale Fluoridierung der Zähne und
  • IP5 Versiegelung von kariesfreien Fissuren und Grübchen der bleibenden Molaren (Zähne 6 und 7) mit aushärtenden Kunststoffen, je Zahn

berechnet.

Diese Gebührenziffern können nur bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren angesetzt werden. Bei Patienten ab 18 Jahren handelt es sich bei der Individualprophylaxe um eine außervertragliche Leistung. In diesem Fall muss vor der Durchführung diese Behandlung mit einer schriftlichen Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ zwischen dem Zahnarzt und dem Zahlungspflichtigen privat nach GOZ vereinbart werden.

Abrechnungsbeispiele 1 und 2:



* Es besteht zusätzlich die Möglichkeit der freien Vereinbarun für einen Faktor über 3,5-fach nach § 2 (1) GOZ. Dieses muss vor Behandlungsbeginn schriftlich vereinbart werden.
** Beim gesetzlich versicherten Patienten ist eine Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ für die gesamte Maßnahme zwischen dem Zahnarzt und dem Zahlungspflichtigen nach GOZ erforderlich!

Erweiterte Fissurenversiegelung

In seinem Artikel beschreibt Prof. Dr. Splieth die Therapie eines Zahnes mit einem kleinen kariösen Defekt und die Versiegelung der restlichen, kariesgefährdeten Fissur.

Grundsätzlich ist bei gesetzlich versicherten Patienten zu beachten, dass eine Versiegelung laut den Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe) vom 04.06.2003 nicht angezeigt ist, wenn die Fissur bereits kariös erkrankt ist. Dennoch kann ein Teil des Zahnes kariös befallen sein und die übrigen Fissuren nur kariesgefährdet. In diesem Fall sind sowohl die Therapie des kariösen Defekts mit einer Füllung (F1) sowie die Versiegelung der restlichen Fissurenausläufer berechenbar.
Hierbei ist wieder zu beachten, dass auch die BEMA IP 5 nur an den Zähnen 6 und 7 und nur unter Beachtung der Altersgrenze (zwischen 6 und 17 Jahren) berechnet werden kann. In allen anderen Fällen stellt die Fissurenversiegelung eine Privatleistung dar, die ebenfalls vor Behandlungsbeginn gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ mit dem gesetzlich versicherten Patienten vereinbart werden muss.
Die Abrechnung der erweiterten Fissurenversiegelung erfolgt bei nach SGB V anspruchsberechtigten Patienten nach BEMA 13a, für das Versiegeln der Restfissur ist die IP 5, für die Fluoridierung die IP 4 nach den geltenden Bestimmungen des BEMA abrechnungsfähig. Das Entfernen von weichen Belägen ist laut BEMA-Bestimmung zur IP 5 Bestandteil der Fissurenversiegelung, ebenso die Schmelzätzung. Bei Nichtvorliegen einer Anspruchsberechtigung nach SGB V erfolgt die Berechnung teilweise privat.

Abrechnungsbeispiele 1 bis 3



Die Aufzählung der Leistungen ist nicht abschließend. Ggf. können noch weitere Maßnahmen hinzukommen. Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.

Korrespondenzadresse:
APZ
Sabine Schröder
Engelbertstraße 3
59929 Brilon
www.apz-brilon.de

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


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