Abrechnung


Die Abrechnung des Lasereinsatzes in der zahnärztlichen Praxis

Quelle: © Claudia Hautumm/pixelio.de
Quelle: © Claudia Hautumm/pixelio.de

Wird ein hochwertiges Behandlungsgerät für die Praxis angeschafft, wie z. B. einen Laser, stellt sich für den Zahnarzt die Frage, ob und wie der Einsatz dieses Gerätes an den Patienten weiterberechnet werden kann.

Die Einsatzmöglichkeiten eines Lasers in der Zahnmedizin sind vielfältig. Der Laser wird zum Beispiel in der Diagnostik zur Erkennung versteckter kariöser Zahnsubstanz eingesetzt. Beliebt ist der Laser in der Zahnmedizin auch im Bereich der Parodontologie (Behandlung von Zahnfleischund Zahnbetterkrankungen) zur Sterilisation von Zahnfleischtaschen oder bei Wurzelbehandlungen zur Sterilisation der Wurzelkanäle. Ferner kann der Laser zum Entfernen von Hautwucherungen, Durchtrennen von Lippenbändchen, zum Desinfizieren von Wunden zur Wundheilungsförderung oder auch zur chirurgischen Freilegung von Zahnimplantaten genutzt werden. Nachfolgend wird aufgezeigt, wie bei der Berechnung des Lasereinsatzes verfahren werden kann.

Zunächst muss unterschieden werden, welchen Versicherungsstatus der Patient aufweist. Die Abrechnungsmöglichkeiten bei gesetzlich versicherten und privat versicherten Patienten sind unterschiedlich. Auch ist das Einsatzgebiet des Lasers für die Wahl der entsprechenden Abrechnungsmöglichkeit maßgeblich.

In ihrem Kommentar „Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ“, der inhaltlich die Vereinbarung privatzahnärztlicher Leistungen mit Versicherten der GKV beschreibt, erklärt die KZBV zur Berechnung des Lasereinsatzes Folgendes:

„Eine Vereinbarung des Zuschlags nach der 0120 GOZ mit Versicherten der GKV ist neben einer Sachleistung nicht möglich. Vereinbarungsfähig ist die Anwendung eines Lasers nur als selbstständige Leistung nach den Bestimmungen der GOZ (außerhalb der in der Leistungsbeschreibung enumerativ aufgeführten Gebührennummern).

Erläuterungen/Hinweise der KZBV:

Bei der Nr. 0120 GOZ handelt es sich um eine Zuschlagsposition; es wird keine eigenständige Leistung beschrieben. Der Ansatz bleibt auf die Gebührennummern der GOZ beschränkt, der Zuschlag kann nicht zu einer BEMA-Leistung berechnet werden.

Sollte die Anwendung eines Lasers als selbstständige Leistung erfolgen (und nicht nach Nr. 0120 GOZ) und damit von einer BEMA-Leistung abgegrenzt werden, so ist die Leistung nach § 6 (1) GOZ zu berechnen.

Beispielsweise kann die Laseranwendung zur Dentinflächenentkeimung und -konditionierung, Dekontamination von Wurzelkanälen sowie zur Sulkusdekontamination vereinbart werden.

Im Rahmen der Parodontitistherapie ist bei Versicherten der GKV der Lasereinsatz zur Deepithelisierung, Entkeimung etc. als selbstständige Zusatzleistung möglich, ohne dass der Versicherte seinen Anspruch auf die vertragszahnärztliche Leistung (P 200 ff. BEMA) verliert. Die Berechnung erfolgt jeweils gem. § 6 (1) GOZ und nicht nach Nr. 0120 GOZ.

Eine Parodontitistherapie allein mittels Laser ist keine vertragszahnärztliche Leistung und muss privat vereinbart werden.“

Die Bundeszahnärztekammer hat ebenfalls ein Statement zu der Berechnung des Lasereinsatzes abgegeben:

GOZ-Kommentar (Stand 02.03.2015) zur Leistungsbeschreibung der GOZ 0120

„Bei der Anwendung eines Lasers im Zusammenhang mit den aufgeführten konservierenden, endodontischen, chirurgischen, parodontalchirurgischen und implantologischen Leistungen kann ein Zuschlag berechnet werden. Der Zuschlag ist jedoch nur einmal je Behandlungstag und nur neben einer der oben abschließend aufgeführten Leistungen ansatzfähig.

Die Höhe des Zuschlags entspricht dem einfachen Gebührensatz der Leistung, neben den er berechnet wird, und ist nicht steigerungsfähig. Bei der Durchführung mehrerer zuschlagsfähiger Leistungen wird diejenige Leistung zur Bemessung herangezogen, die mit der höchsten Punktzahl bewertet ist. Der Zuschlag darf jedoch höchstens einen Betrag von 68,00 Euro erreichen, es sei denn, der Zuschlag wird nach § 2 Abs. 1 GOZ frei vereinbart.

Die Nummer 0120 ist nur als Zuschlag berechnungsfähig zu den in der Leistungsbeschreibung enumerativ abschließend benannten Gebührennummern der GOZ. Bewirkt der Einsatz des Lasers nur eine Modifikation einer anderen, nach der GOZ berechneten Grundleistung, so ist der Einsatz nur bei der Bemessung der Grundleistung gemäß § 5 Abs. 2 bzw. durch eine Vereinbarung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 berücksichtigungsfähig. Stellt der Einsatz eines Lasers eine selbstständige, in der GOZ nicht beschriebene Leistung dar, so ist eine analoge Bewertung angezeigt.“

Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr werden jedoch ausgeschlossen.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


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