Abrechnung


Die Abrechnung der Individualprophylaxe

Die Individualprophylaxe soll der Erhaltung der Zahngesundheit dienen und ggf. Neuerkrankungen oder ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Wie die Abrechnung erfolgt lesen Sie hier.

Alle iatrogenen und natürlichen Reizfaktoren sollen im Rahmen der Individualprophylaxe beseitigt werden. Mit dem Individualprophylaxe-Programm sollen insbesondere die Versicherten betreut werden, die von der Gruppenprophylaxe nicht erfasst werden. Die erhobenen Befunde müssen aufgezeichnet werden.

Die Individualprophylaxe für die 6-17-jährigen Patienten wird nach den Gebührennummern IP1, IP2, IP4 und IP5 berechnet. Sie können nur bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren angesetzt werden. Bei Versicherten ab 18 Jahren handelt es sich bei der Individualprophylaxe um eine außervertragliche Leistung. In diesem Fall muss vor der Durchführung diese Behandlung mit einer schriftlichen Vereinbarung gemäß § 4 Abs. 5 BMV-Z bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ zwischen dem Zahnarzt und dem Zahlungspflichtigen privat nach GOZ vereinbart werden.

IP 1 Mundhygienestatus

Der Mundhygienestatus nach IP 1 ist einmal je Kalenderhalbjahr und nur bei einer Einzelunterweisung abrechenbar. Bei 6-11-jährigen Patienten muss kein Nachweis hierüber im Bonusheft geführt werden. Für 12-17-jährige Patienten muss das Datum der IP1 (auch wenn keine Plaque-Retentionsstellen festgestellt werden) einmal pro Kalenderhalbjahr in das Bonusheft eingetragen werden.

Die Erhebung des Mundhygienestatus umfasst die Beurteilung der Mundhygiene und des Gingivazustands anhand eines geeigneten Indexes (z.B. Approximalraum-Plaqueindex, Quigley-Hein-Index, Papillenblutungsindex; der einmal gewählte Index ist beizubehalten), die Feststellung und Beurteilung von Plaque-Retentionsstellen und ggf. das Anfärben der Zähne. Auch die Erstellung von Bissflügel-Röntgenaufnahmen kann angezeigt sein.

IP 2 Mundgesundheitsaufklärung bei Kindern und Jugendlichen

Diese Gebührennummer beinhaltet die Aufklärung des Versicherten und ggf. dessen Erziehungsberechtigten über Krankheitsursachen sowie deren Vermeidung, Motivation und Remotivation. Sie kann je Kalenderhalbjahr einmal abgerechnet werden und muss ebenfalls als Einzelunterweisung erfolgen.

Die Mundgesundheitsaufklärung beinhaltet folgende Leistungen:

  • Die Aufklärung über Ursachen von Karies und Gingivitis sowie deren Vermeidung;
  • ggf. Ernährungshinweise und Mundhygieneberatung, auch unter Berücksichtigung der Messwerte der gewählten Mundhygiene-Indizes;
  • Empfehlungen zur Anwendung geeigneter Fluoridierungsmittel zur Schmelzhärtung (fluoridiertes Speisesalz, fluoridierte Zahnpasta, fluoridierte Gelees und dergl.); ggf. Abgabe/Verordnung von Fluoridtabletten;
  • praktische Übung von Mundhygienetechniken, auch zur Reinigung der Interdentalräume.

Der Zahnarzt soll Inhalt und Umfang der notwendigen Prophylaxemaßnahmen nach den individuellen Gegebenheiten des Einzelfalles festlegen. In einem Zeitraum von drei Jahren sind alle Leistungsbestandteile mindestens einmal zu erbringen. In Fällen zufriedenstellender Mundhygiene nach wiederholten Prophylaxemaßnahmen kann die IP 2 ggf. wegfallen.

IP 4 Lokale Fluoridierung der Zähne

Diese Gebührenziffer ist berechenbar für die lokale Fluoridierung zur Zahnschmelzhärtung mit Lack, Gel o. Ä. einschließlich der Beseitigung von weichen Zahnbelägen und der Trockenlegung der Zähne. Die Fluoridierung setzt eine gründliche Reinigung und Trockenlegung des Zahnes voraus. Das Entfernen harter Zahnbeläge ist nach Nr. 107 abzurechnen.

Eine Leistung nach IP 4 kann bei vorzeitigem Durchbruch der 6-Jahresmolaren auch bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres abgerechnet werden. Sie ist in der Regel je Kalenderhalbjahr einmal abrechenbar. Bei Versicherten mit hohem Kariesrisiko kann ab dem 6. Lebensjahr bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die Nr. IP 4 auch zweimal je Kalenderhalbjahr abgerechnet werden.

IP 5 Versiegelung von kariesfreien Fissuren und Grübchen der bleibenden Molaren (Zähne 6 und 7) mit aushärtenden Kunststoffen, je Zahn

Eine Leistung nach Nr. IP 5 umfasst die Versiegelung der Fissuren und der Grübchen einschließlich der gründlichen Beseitigung der weichen Zahnbeläge und der Trockenlegung der zu versiegelnden Zähne. Das Entfernen harter Zahnbeläge ist nach Nr. 107 abrechnungsfähig. Eine Leistung nach Nr. IP 5 kann auch bei Durchbruch der 6-Jahresmolaren bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres abgerechnet werden. Das Versiegelungsmaterial ist mit der Bewertung abgegolten. Eine Versiegelung ist laut den Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe) vom 04.06.2003 nicht angezeigt, wenn die Fissur bereits kariös erkrankt ist. Vor der Fluoridierung muss die Versiegelung des Zahnes abgeschlossen sein.


Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.

 

 

 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder


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