Abrechnung


Aktuelle Nachkommentierung der BZÄK zur neuen GOZ

Das GOZ-Jahr 2012 neigt sich mit einem letzten Up-Date dem Ende zu. Wer auf dem Laufenden sein möchte, muss sich nun mit einer weiteren Nachkommentierung der Bundeszahnärztekammer auseinandersetzen und sollte auch die aktuelle Analogvorschlagsliste der BZÄK zur Kenntnis nehmen. Die wichtigsten Veränderungen wurden von unserer Abrechnungsexpertin im Folgenden aufgelistet.

Im November 2012 wurde eine weitere Nachkommentierung der Bundeszahnärztekammer zur aktuellen Gebührenordnung für Zahnärzte bekannt gegeben. Aktuelle Fragestellungen, Interpretationen und die bisher gesammelten Erfahrungen im GOZ-Jahr 2012 führten erneut zu umfangreichen Veränderungsvorschlägen bzw. Statements in allen Teilbereichen der GOZ. Ergänzt wurde diese Kommentierung durch die aktuelle Analogvorschlagsliste der BZÄK, die im Gegensatz zu anderen bereits in den Medien präsentierten Vorschlagslisten bewusst keine analog hinzuzuziehenden Leistungen benennt. Der Anwender soll zwar informiert werden, welche medizinisch notwendigen Leistungen laut Auffassung der BZÄK nicht in der GOZ verankert sind und somit analog berechnet werden können, allerdings soll jeder Zahnarzt nach seinem tatsächlichen Behandlungsaufwand eine adäquate Ziffer wählen.

Die folgende Auflistung enthält einen tabellarischen Auszug der wichtigsten Änderungen bzw. Statements der neueste BZÄK-Kommentierung (Stand 21.09.2012):

  • GOZ 0030: Sind Gegenstand eines Heil- und Kostenplanes sowohl FAL/FTL und/oder kieferorthopädische Leistungen als auch Leistungen anderer Abschnitte der GOZ und/oder der GOA, so ist die Nummer 0040 zu berechnen.
  • GOZ 0040: Sind FAL/FTL und/oder kieferorthopädische Leistungen als auch Leistungen anderer Abschnitte der GOZ und/oder der GOA Gegenstand eines Heil- und Kostenplans, so ist die Nummer 0040 zu berechnen.
  • GOZ 0050, 0060, 5170, 5180 und 5190: Die Abdruckdesinfektion ist als zahntechnische Leistung nach § 9 berechnungsfähig.
  • GOZ 1000 und 1010: Die Gebührennummern 1000 und 1010 sind an einem Behandlungstag berechnungsfähig, wenn der Patient im Anschluss an die Leistungserbringung nach der Nummer 1000 selbständig die Umsetzung des Erlernten übt und anschließend eine Kontrolle nach der Nummer 1010 erfolgt. Ein derartiger Ablauf ist nicht als eine, ggf. einen Ausschluss der Nebeneinanderberechnung begründende Sitzung aufzufassen. Die Zeitvorgaben sind einzuhalten.
  • GOZ 1010: Sofern die Leistung mehr als dreimal innerhalb des Zeitraums medizinisch notwendig ist, ist die Leistung § 6 Abs. 1 analog zu berechnen.
  • GOZ 1020: Jede lokale Fluoridierung, die mehr als die vierte Leistung dieser Art innerhalb eines Jahres (365 Tage) darstellt, ist – bei medizinischer Notwendigkeit – nach § 6 Abs. 1 analog zu berechnen.
  • GOZ 1030: „Ggf. können die über eine viermalige Anwendung hinausgehenden Fluoridierungsmaßnahmen auch nach § 6 Abs. 1 analog berechnet werden“ = ersatzlos gestrichen.
  • GOZ 2030: Dazu zählt das Separieren aus kieferorthopädischen oder anderen Gründen Erfolgt bei Vorliegen z.B. einer Bolton Diskrepanz (= Missverhältnis der Größe von Ober- und Unterkieferzähnen) eine Zahnumformung durch approximale Schmelzreduktion, auch interdentales Strippen oder Air-Rotor-Stripping, so entspricht diese Leistung nicht dem in der Geb.-Nr. 2030 GOZ beschriebenen „Separieren“, sondern ist, da nicht in der GOZ erfasst, analog zu berechnen. Die Leistung kann auch indiziert und berechnungsfähig sein zur Schaffung günstiger räumlicher Verhältnisse für die Interdentalpapille durch Umgestaltung der Zahnform nicht nur in Verbindung mit einer kieferorthopädischen Behandlung.
  • Kariesdetektor – analog berechenbar gemäß § 6 Abs. 1
  • Laserfluoreszenz – analog berechenbar gemäß § 6 Abs. 1
  • GOZ 2130: Restaurationen sind nach der gebührenrechtlichen Definition plastische Fülllungen. Deren Politur wird nach der Geb.-Nr. 2130 berechnet. Rekonstruktionen sind nach der Definition zahntechnisch hergestellte Zahnversorgungen (Inlays, Kronen, Brücken). Deren Politur ist Leistungsbestandteil der Nummer 1040/4050ff. Oberflächenformverändernde Maßnahmen können je nach Umfang nach den Nummern 4030 oder 2320 berechnet werden.
  • GOZ 2150, 2160, 2170: Die Versorgung von Kavitätenunterschnitten bei Inlays ist Bestandteil der Kavitätenpräparation der Einlagefüllung. Die Versorgung des Zahnes in vorangehender Sitzung mit plastischem Material z. B. zur diagnostischen oder prognostischen Abklärung ist nach den Nummern 2050 ff. separat zu berechnen.
  • GOZ 2197: Die Nummer 2197 kann neben den Nummern 2020, 2150 bis 2170, 2180, 2190, 2195, 2200 bis 2220, 2250, 2260, 2270, 2310, 2320, 2440, 5000 bis 5040, 5110. 5120, 6100, 6120, 7070, 7080, 7100 und 8090 berechnet werden.
  • Mit der GOZ 2197 ist der durch die adhäsive Befestigung im Mund des Patienten entstehende Mehraufwand abgegolten. Die Vorbereitung der Kontaktflächen eines zahntechnischen Werkstückes durch z. B. Anätzen oder Sandstrahlen ist als zahntechnische Leistung zusätzlich berechnungsfähig.
  • Die Gebührennummer 2197 kann in derselben Sitzung an demselben Zahn für jeden selbstständigen Arbeitsgang einer adhäsiven Befestigung berechnet werden.
  • GOZ 2200: Die Versorgung eines Implantats mit einer Krone wird unabhängig von einer ggf. erforderlichen zahnärztlichen Präparation des lmplantats oder Implantataufbaus in jedem Fall nach der Nummer 2200 berechnet. Wird ein Implantataufbau im zahntechnischen Labor individualisiert, z. B. zum Ausgleich von Divergenzen, so kann die Leistung nach § 9 GOZ berechnet werden.
  • GOZ 2260: Provisorien nach dieser Gebührennummer dienen dem Schutz präparierter Zahnhartsubstanz unabhängig von der Präparations- bzw. Kavitätenform. Das betrifft insbesondere auch die provisorische Versorgung vor der Eingliederung einer Einlagefüllung oder eines Veneers.
  • GOZ 2290: Darunter fallen sowohl zementierte als auch adhäsiv befestigte Rekonstruktionen.
  • GOZ 2310: Auch die Wiederbefestigung einer Krone aufgrund einer gelockerten Verschraubung fällt ebenfalls unter diese Leistung.
  • GOZ 2320: Oberflächenformverändernde Maßnahmen zur Wiederherstellung der Funktion werden ebenfalls nach dieser Nummer berechnet, sofern nicht die Nr. 4030 zum Ansatz kommt.
  • GOZ 2410: Die Aufbereitung im Rahmen der Revision einer Wurzelkanalfüllung fällt ebenfalls unter diese Leistungsbeschreibung.
  • GOZ 2440: Die retrograde Wurzelfüllung wird ebenfalls unter dieser Gebührennummer berechnet. Die Behandlung von Perforationen und die Apexifikation weit offener Apices sind in separater Sitzung gesondert berechnungsfähig
  • GOZ 3230: Die Entfernung von Alveolarknochen aufgrund eigenständiger Indikation (nicht zur Zahnentfernung erforderlich) ist nach dieser Nummer gesondert berechnungsfähig.
  • GOZ 4000: Im Unterschied zur Nummer 4000 beinhaltet die Nummer 0010 in der Regel lediglich eine visuelle Beurteilung des Parodontiums; die Nummer 1000 dient der Information über den Mundhygienezustand und die Nummer 4005 liefert eine graduelle Einstufung des parodontalen Zustands nach Art eines Screenings. Aufgrund unterschiedlicher Leistungsinhalte und im Sinne einer abgestuften Diagnostik sind vorstehende Gebührennummern nebeneinander und/oder neben der Nummer 4000 berechnungsfähig.
  • GOZ 4020: Nachbehandlungen nach chirurgischen Maßnahmen erfüllen nicht den Leistungsinhalt der Nummer 4020, sondern sind in Abhängigkeit von der erfolgten Behandlung mit den Nummern 3300 oder 3310 zu berechnen. Ebenso ist die Versorgung von Wunden, die z.B. infolge von Verletzungen entstanden sind, nicht mit der Nummer 4020, sondern mit den Nummern 2000 ff. GOÄ zu berechnen.
  • GOZ 4050/55: Die nichtchirurgische Belagentfernung an subgingivalen Oberflächen wird analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ berechnet.
  • GOZ 4060: Die Kontrolle und Nachreinigung nach nichtchirurgischer Belagentfernung entspricht nicht dem Leistungsinhalt der Nummer 4060, sondern ist analog zu berechnen.
  • GOZ 4110: Die Weichteilunterfütterung nach GOÄ 2442 ist eine volumenvermehrende Maßnahme kleineren Umfangs mit alloplastischem Material. Augmentative Maßnahmen größeren Umfangs zum Aufbau des Alveolarfortsatzes sind nach der Nummer 9100 berechnungsfähig.
  • GOZ 4133: Die Transplantation von Bindegewebe in einen zahnlosen Bereich ist analog zu berechnen.
  • GOZ 4150: Die Maßnahmen beinhalten in der Regel die Wundkontrolle und ggf. –reinigung und das Entfernen von Fäden, sofern auch parodontalchirurgische Maßnahmen erfolgt sind.
  • GOZ 5040+GOZ 5080
    1. Zwei oder mehrere nicht unmittelbar benachbarte Primärkronen werden mittels einer Stegkonstruktion verbunden. Übernimmt die Stegkonstruktion durch retentive oder friktive Wirkung die Funktion eines oder mehrerer Verbindungselemente, so ist die Nummer 5080 je Stegsegment neben der Nummer 5040 zwar sitzungs- jedoch nicht zahngleich berechnungsfähig.
    2. Wird eine Doppelkrone nicht im Zuge der Eingliederung sondern zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Verbindungselement versehen, so ist hierfür die Nummer 5080 berechnungsfähig.
    3. Wird bei Erneuerung einer Sekundärkrone nach der Nummer 5100 die Doppelkrone mit einem Verbindungselement versehen oder wird durch die Eingliederung der Sekundärkrone ein Verbindungselement geschaffen, so ist hierfür die Nummer 5080 berechnungsfähig. Sinngemäß gilt dies bei der analog zu bewertenden Erneuerung einer Primärkrone.
  • GOZ 5100: Bei der Anfertigung einer Sekundärkrone ist in der Regel die Verbindung zwischen Primärund Sekundärkrone neu herzustellen und neben der 5100 mit der Nummer 5080 zusätzlich berechnungsfähig.
  • GOZ 5150/GOZ 5160: Die Nummern 5150, 5160 sind auch berechnungsfähig für temporäre Versorgungen, z. B. während der Ausheilung von Extraktionswunden oder während der Einheilung von Implantaten, da der Begriff „Versorgung“ nicht auf eine endgültige Zahnersatzform abstellt. Die Berechnungsfähigkeit der Nummern 5150, 5160 setzt keine Mindesttragedauer voraus.
  • GOZ 5170/GOZ 5180/GOZ 5190: Die Abdruckdesinfektion ist als zahntechnische Leistung nach § 9 berechnungsfähig.
  • Die Eingliederung einer Schiene zum Zwecke einer Interimsversorgung mit eingearbeiteten Prothesenzähnen oder Brückengliedern ist im Leistungsverzeichnis nicht beschrieben und daher analog berechnungsfähig.
  • Strahlenschutzschienen, die durch Isolierung von Metallstrukturen im Mund der Vermeidung von Streustrahlungsschäden an Schleimhäuten bei der Bestrahlung von Tumorpatienten dienen, sind analog zu berechnen.
  • GOZ 5260: Auch die Neuaufstellung von Prothesenzähnen unter Erhaltung der Prothesenbasis wird unter dieser Nummer berechnet. Bei Veränderung der Prothesenunterseite ist ggf. eine der Unterfütterungsleistungen zusätzlich berechnungsfähig.
  • Unterfütternde Ergänzungen unter Brückengliedern bei teleskopierenden Brücken werden analog berechnet.
  • Die Rebasierung ist in der GOZ nicht beschrieben und wird daher analog berechnet.
  • GOZ 7080: Die Gebührennummer ist auch berechnungsfähig, für z.B. ein laborgefertigtes Inlay als Brückenanker für eine langzeitprovisorische Brücke.
  • GOZ 7080: Für den Fall einer nicht abgeschlossenen Leistungserbringung nach dieser Nummer sind bereits erbrachte Teilleistungen analog berechnungsfähig.
  • GOZ 7100 und 8090: adhäsive Befestigung GOZ 2197 kann dazu berechnet werden
  • GOZ 9000: Die Herstellung der Röntgenmessschablone ist nicht Leistungsbestandteil und daher zuzüglich der Material- und Laborkosten gesondert berechnungsfähig. Die Abrechnungsbestimmung stellt ab auf die „Verwendung“ der Schablone, bei der begriffsnotwendig keine Material- und Laborkosten entstehen.
  • Herstellung einer Röntgenmessschablone analog berechenbar gemäß § 6 Absatz 1 GOZ
  • GOZ 9000 ist berechnungsfähig vor und nach augmentativen Maßnahmen. Die Leistung ist auch berechnungsfähig, wenn nachfolgend eine lmplantatinsertion nicht erfolgt. Im Überweisungsfall ist die Leistung durch den nachbehandelnden Kollegen berechnungsfähig, auch wenn die Leistung bereits durch den Überweiser berechnet wurde. Die Leistung ist auch berechnungsfähig, wenn ausschließlich temporäre/orthodontische Implantate inseriert werden.
  • GOZ 9050: Die „rekonstruktive Phase“ beginnt erst mit dem prothetischen Ersatz des verlorengegangenen Zahnes oder der Zähne und endet mit der endgültigen Eingliederung der Suprakonstruktion. Das Entfernen und Wiedereinsetzen oder der Austausch von Aufbauteilen nach der Freilegung des Implantates z. B. zur Verbesserung des Emergenzprofils der Gingiva ist demzufolge nicht nach der Gebührennummer 9050, sondern analog zu berechnen.
  • GOZ 9100: Aufgrund sich teilweise überschneidender Leistungsinhalte ist die Geb.-Nr. 2442 GOÄ ortsgleich nicht neben der Geb.-Nr. 9100 GOZ berechnungsfähig. Bei getrennten Operationsgebieten, auch in derselben Kieferhälfte, kann der Mehraufwand über § 5 bzw. § 2 Absatz 1 GOZ berücksichtigt werden.“

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


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