Abrechnung


Aktualisierte Fassung des Schnittstellenkommentars der KZBV zum 01.06.2015

Die KZBV hat nach Inkrafttreten der GOZ 2012 mit mehreren KZVen gemeinsam den Leitfaden "Schnittstellen zwischen BEMA und GOZ – Vereinbarung privatzahnärztlicher Leistungen mit Versicherten der GKV" erarbeitet. Er gibt dem Zahnarzt und seinem Team Hilfestellungen schon im Vorfeld aufwendiger Behandlungen. Die Aktualisierungen der Kommentierung hat ZMV Sabine Schröder nachfolgend zusammengefasst.

Gesetzlich krankenversicherte Patienten können in vielen Fällen privatzahnärztliche Leistungen in Anspruch nehmen, ohne ihren Kassenzuschuss zu verlieren. Aufgabe des Zahnarztes ist es, die Patienten darüber aufzuklären und ihnen sämtliche für die Therapieentscheidung benötigten Informationen zu liefern. Dazu muss der Zahnarzt den Umfang der vertragszahnärztlichen Leistungen und mögliche Schnittstellen zur privatzahnärztlichen Versorgung genau kennen. Zudem sind Kenntnisse über die rechtlichen Voraussetzungen zur Vereinbarung von Leistungen mit dem Patienten erforderlich.

Der Leitfaden gibt einen Überblick über die Schnittstellen und nennt die Anforderungen an Vereinbarungen von Leistungen der GOZ mit gesetzlich Krankenversicherten. Mit ihm erhalten die Zahnarztpraxen eine Grundlage, auf der sie die Beratungsgespräche mit den Patienten führen und diesen auch die erforderliche Kostentransparenz gewähren können.

Der Leitfaden fasst die Sichtweise der KZBV und der KZVen zusammen. Die vorgenommene Kommentierung der GOZ-Nummern steht inhaltlich in Übereinkunft mit den im GOZ-Kommentar der Bundeszahnärztekammer vom 2. März 2015 vertretenen Auffassungen. Die KZBV ist damit einverstanden, dass der Leitfaden in Kommentaren und vergleichbaren Werken zu BEMA oder GOZ ganz oder ausschnittsweise wiedergegeben wird. Der Leitfaden ist weder geeignet noch bestimmt, solche Kommentare zu ersetzen. (Zitat: KZBV)

Zum 01.06.2015 nun wurde von Seiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung eine Aktualisierung des Schnittstellenkommentars bekannt gegeben, die auf Diskussionspunkte Bezug nimmt, die seit Bekanntgabe der Erstversion des Kommentars entstanden waren.

Im Folgenden erläutert Ihnen unsere Autorin Sabine Schröder die wichtigsten Änderungen. Den aktualisierten Kommentar im PDF Format sowie eine tabellarische Zusammenfassung aller Änderungen finden Sie unter www.kzbv.de.

  • Festlegung einer geeigneten Analogziffer bei nicht in der GOZ/GOÄ enthaltenen, medizinisch notwendigen Leistungen

Während vorher der individuelle oder betriebswirtschaftlich notwendige bzw. gewünschte Stundensatz einer Praxis als Kriterium bei der Wahl einer entsprechenden Analogziffer völlig außer Acht zu bleiben hatte, wird nun diese Auffassung dahingehend gelockert, dass die Auswahl einer Analogposition nicht nur unter dem Aspekt der Schaffung eines finanziellen Ausgleichs wegen einer seit 1988 fast unverändert geltenden Gebührenhöhe erfolgen darf. Entscheidend ist der Vergleich mit anderen in der GOZ beschriebenen Leistungen.

  • Professionelle Zahnreinigung (GOZ 1040) als vereinbarungsfähige Leistung

Zwischen der BEMA Nr. 107 (ZST) und der GOZ 1040 (PZR) bestehen Überschneidungen der Leistungsinhalte. Somit ist laut KZBV eine Nebeneinanderberechnung in einer Sitzung nicht möglich ist. In der vorliegenden Aktualisierung wurde die Notwendigkeit einer sorgfältigen Dokumentation daher explizit betont.

  • GOZ 2197 Adhäsive Befestigung neben einer Kompositfüllung

Bezugnehmend auf die jüngste Rechtsprechung und den aktuellen GOZ-Kommentar der BZÄK hierzu erklärt die KZBV noch einmal, dass Maßnahmen zur Konditionierung und adhäsiven Verankerung der Restauration nach GOZ 2060, 2080, 2100 und 2120 mit der Gebühr abgegolten sind und verweist ansonsten auf den Kommentar der BZÄK:

  • GOZ 2197 Adhäsive Befestigung  neben einer Suprakonstruktion

Hier sieht die KZBV jetzt in Übereinstimmung mit der BZÄK die Möglichkeit, die Ziffer 2197 auch für die adhäsive Befestigung von Kronen/Brücken/Prothesenankern auf Implantaten (auch im Ausnahmefall nach BEMA 20aiund 20bi) in Ansatz zu bringen.

  • GOZ 2290 (Entfernung einer Einlagefüllung, einer Krone, eines Brückenankers, Abtrennen eines Brückengliedes oder Steges oder Ähnliches)

Die Vereinbarungsmöglichkeit für die Gebührenziffer 2290 (EKR) wurde erweitert. Bisher galt diese nur im Zusammenhang mit rein privat zu berechnenden Versorgungen wie z.B., Inlays als vereinbarungsfähig, nun aber soll diese Möglichkeit auch bei Versorgungen gegeben sein, die zwar im BEMA enthalten sind, aber für die kein Leistungsanspruch im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung besteht (Kronen aus rein ästhetischen Gründen).

  • GOZ 5170 (Abformung mit individuellem Löffel) in Abgrenzung zur BEMA Nr. 98a (Abformung mit individuellem oder individualisiertem Löffel, je Kiefer

Die Auffassung der KZBV zu dieser Thematik lautet: „Eine Leistung nach der Nr. 5170 GOZ ist mit Versicherten der GKV im Rahmen von andersartigem Zahnersatz vereinbarungsfähig. Bei Regel- und gleichartiger Versorgung ist die Leistungsbeschreibung der Nr. 98a BEMA zu beachten. Eine Vereinbarung nach Nr. 5170 GOZ ist auch für die Abformung mit einem individualisierten Konfektionslöffel möglich. Die Individualisierung des Löffels kann als zahntechnische Leistung abgerechnet werden.

Nach der Zahnersatz-Richtlinie Nr. 31 gilt: Ein Abdruck mit individuellem Löffel oder individualisiertem Löffel ist nur angezeigt, wenn für die Abdrucknahme der übliche Löffel nicht ausreicht.

Im Rahmen einer Regelversorgung oder einer gleichartigen Versorgung ist die individuelle Abformung grundsätzlich als Regelversorgungsbestandteil nach der Nr. 98a BEMA zu erbringen.“

Ergänzend wurde allerdings nun in der Aktualisierung hinzugefügt:

„Soweit therapiemethodenspezifische Notwendigkeiten für eine zusätzliche Abformung mit einem individuellen oder einem individualsierten Löffel besteht, kann diese Abformung nach GOZ 5170 berechnet werden.“

  • GOZ 5180/5190 (Funktionsabformungen)

Hier bleibt die KZBV weiterhin bei der Auffassung, dass diese Ziffern ebenfalls grundsätzlich nur im Rahmen andersartiger Versorgungen vereinbarungsfähig sind, es sein denn es werden zusätzliche Funktionsabformungen benötigt, die über den Herstellungsablauf einer totalen Prothese oder Deckprothese hinausgehen.

Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr werden ausgeschlossen.

TIPP

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder


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