Abrechnung


Abrechnungstipp: Stillung einer übermäßigen Blutung

Wie werden die Maßnahmen zur Stillung einer übermäßigen Blutung beim gesetzlich versicherten Patienten korrekt abgerechnet?

BEMA Nr. 36 Nbl1 „Stillung einer übermäßigen Blutung“

Grundsätzliche Voraussetzung für die Abrechnung ist die Stillung einer übermäßigen Blutung, d. h. die Blutung im Mund- und Kieferbereich übersteigt das normale Maß und die Blutstillung erfordert einen überdurchschnittlichen Zeitaufwand.

Die Leistung kann in der Regel nicht in gleicher Sitzung mit einem chirurgischen Eingriff berechnet werden, es sei denn, dass hierfür ein erheblicher zusätzlicher Zeitaufwand erforderlich war. Um diese Besonderheit im Zweifelsfall nachweisen zu können, empfiehlt sich eine genaue Dokumentation des zusätzlich entstandenen Zeitaufwands.

Eine andere Möglichkeit der Abrechnung der Nbl1 in einer Sitzung mit dem chirurgischen Eingriff liegt vor, wenn im Zusammenhang mit einer chirurgischen Behandlung zusätzliche therapeutische Maßnahmen zur Blutstillung erforderlich sind aufgrund einer Allgemeinerkrankung des Patienten (z. B. bei angeborener Hämophilie A oder B) oder – was häufig vorkommt – aufgrund einer durch eine Antikoagulantienmedikation (z. B. Heparin, ASS oder Marcumar) herabgesetzte Blutgerinnung. In diesem Fall ist die Nr. 36 ebenfalls neben dem chirurgischen Eingriff in derselben Sitzung zusätzlich ansatzfähig.

BEMA Nr. 37 Nbl2 „Stillung einer übermäßigen Blutung durch Abbinden oder Umstechen eines Gefäßes oder durch Knochenbolzung“

Im Gegensatz zur Nbl1 kann die Nbl2 immer in derselben Sitzung mit einem chirurgischen Eingriff berechnet werden, wenn zusätzliche therapeutische Maßnahmen zur Blutstillung erforderlich werden. Voraussetzung für die Abrechnung ist, dass die Stillung einer übermäßigen Blutung durch die in der Leistungsbeschreibung genannten Verfahren (Abbinden oder Umstechen eines Gefäßes oder durch Knochenbolzung) geschieht. Hierbei kann das blutende Gefäß auch mit einer Fadenligatur abgebunden werden, wenn es nicht möglich ist, das blutende Gefäß zu unterbinden oder eine Gefäßumstechung anzuwenden. Blutungen im Knochen können durch Knochenwachse oder durch eine Knochenbolzung gestillt werden. 

In beiden Fällen können für evtl. erforderliche zusätzliche Injektionen blutstillender Medikamente noch die GOÄ-Nrn. Ä 252 oder Ä 253 (Injektion) berechnet werden. Sowohl die Nbl1 als auch die Nbl2 können je Operationsgebiet und je Sitzung angesetzt werden. Die gleichzeitige Abrechnung der BEMA Nr. 38 (Nachbehandlung) im selben Operationsgebiet ist aber nicht möglich. Tritt also bei einer Nachbehandlung einmal eine übermäßige Blutung auf, die nur durch einen erhöhten Aufwand stillbar ist, fällt die BEMA-Nr. 38 zugunsten der Nr. 36 oder 37 (je nach Verfahren) weg. Auch hier ist die korrekte Dokumentation für Rückfragen hilfreich.


Die Abrechnungshinweise sind von der Autorin nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder

Bilder soweit nicht anders deklariert: Sabine Schnug-Schröder


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