Abrechnung


Abrechnung einer komplexen Augmentation mittels CAD/CAM gefertigter Titangitter

Nachfolgend lesen Sie den Abrechnungsweg auf Basis der GOZ 2012 zum vorausgegangenen Beitrag von Dr. Christoph Bopp.

Das Fallbeispiel beschreibt nach Entfernung der nicht erhaltungswürdigen Zähne 16, 17 die Augmentation sowie Implantation regio 16, 17 zur Versorgung der Freiendsituation im rechten Oberkiefer zur späteren Aufnahme von Einzelkronen. Die Augmentation und der externer Sinuslift in diesem Bereich sowie die spätere Implantation und Freilegung der Implantate wurden in 3 Operationsschritten durchgeführt.

Vorbereitende Maßnahmen:

Untersuchung und Beratung des Patienten, Aufklärung über die vorhandene Situation und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten, Anfertigung eines Heil- und Kostenplans für die geplante implantologische Behandlung. Anfertigung einer Röntgenaufnahme und DVT-Aufnahme, virtuelles Planungsmodell mit dem Dicom-Datensatz der DVT-Aufnahme als Planungsgrundlage für das Augmentationsvolumen.

  • Abb. 1
  • Abb. 2
  • Abb. 1
  • Abb. 2

Der chirurgische Ablauf der 1. Operation

Nach Abheilzeit der Extraktionswunden 16, 17 erfolgt im ersten Operationsschritt die Bildung eines Mukoperiostlappens, Periostschlitzung für einen späteren spannungsfreien Wundverschluss, die externe Sinusbodenelevation und Augmentation im rechten Oberkiefer sowie die Knochenaugmentation am Alveolarkamm mit zuvor aus dem Retromolarbereich des rechten Unterkiefers entnommenem autologem Knochenmaterial und das Einbringen von zusätzlichem Knochenersatzmaterial, die Anpassung und das Einbringen des individuell gefertigten Titangitters, fixiert mit Osteosyntheseschrauben, die zusätzliche Abdeckung mit einer Kollagenmembran sowie der Wundverschluss.

  • Abb. 3
  • Abb. 4
  • Abb. 3
  • Abb. 4

Der chirurgische Ablauf der 2. Operation

Nach 5 Monaten erfolgt nach Planung der Implantation durch bildgebende Diagnostik im zweiten Operationsschritt die operative Entfernung des Titangitters und die Implantation regio 16, 17 mit internem Sinuslift regio 17.

  • Abb. 5
  • Abb. 6
  • Abb. 5
  • Abb. 6

Der chirurgische Ablauf der 3. Operation

Nach weiteren 3 Monaten erfolgt die chirurgische Freilegung der Implantate regio 16, 17 mit apikalem Verschiebelappen.

  • Abb. 7
  • Abb. 7
    © Sabine Schnug-Schröder

Empfehlung: Die Höhe des Steigerungsfaktors sollte nach § 5 Abs. 2 GOZ angemessen bestimmt werden.

In besonders aufwendigen Fällen kann für die Überschreitung des 3,5-fachen Satzes vor Behandlungsbeginn nach § 2 Abs. 1 und 2 GOZ sowohl mit dem privat versicherten als auch dem gesetzlich versicherten Patienten eine abweichende Vereinbarung über die Höhe der Vergütung getroffen werden:

  • Abb. 8
  • Abb. 8
    © Sabine Schnug-Schröder

Besonderheiten bei der Abrechnung der Versorgung beim gesetzlich versicherten Patienten

Bitte beachten Sie bei gesetzlich versicherten Patienten immer die vorherige Vereinbarungsverpflichtung für außervertragliche Leistungen nach §8 Abs. 7 BMV-Z. Diese Vereinbarung ist für den chirurgischen Teil der Behandlung, wie oben dargestellt, mit dem Patienten zu schließen.

  • Abb. 9
  • Abb. 9
    © Sabine Schnug-Schröder

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Sabine Schnug-Schröder