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Existenzgründung Zahnärzte 2017: Einzelpraxis bleibt Standard

12.11.2018

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Die Einzelpraxis ist für Zahnärzte nach wie vor der beliebteste Weg, um in die Selbständigkeit zu starten: 2017 haben sich 71% der zahnärztlichen Existenzgründer dafür entschieden. Dies belegt die jüngste „Existenzgründungsanalyse Zahnärzte“, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) jährlich durchführt.

Die mit Abstand häufigste Art, sich als Zahnarzt niederzulassen, ist die Übernahme einer bestehenden Praxis, um diese dann als Einzelpraxis weiterzuführen2017 sind 64% der zahnärztlichen Existenzgründer diesen Weg gegangen. Neugründungen von Einzelpraxen finden dagegen nur selten statt, seit 2015 liegt hier der Anteil bei konstant 7%. Die Niederlassung mit Partnern in Form einer Kooperation ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr zugunsten der Einzelpraxis rückläufig gewesen und betrug 29%.

„Trotz der aktuellen Diskussionen rund um die Zahnmedizinischen Versorgungszentren sehen wir anhand unserer Analyse, dass bei den zahnärztlichen Existenzgründern keine Tendenzen zur Gründung solcher Praxisformen bestehen. Die Niederlassung in einer Einzelpraxis ist ganz klar die Nummer 1“, sagt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und -politik der apoBank. „Allerdings beobachten wir bei den von uns in die Niederlassung begleiteten Zahnärzten auch, dass einige dieser Existenzgründer bereits von Beginn an größer planen, um künftig Kollegen anzustellen beziehungsweise potenzielle Kooperationspartner mit einzubinden und allmählich zu wachsen.“

Kaufpreise und Investitionen auf neuem Höchststand

Die Kaufpreise für die klassische Übernahme einer Zahnarztpraxis als Einzelpraxis steigen seit Jahren. 2017 haben sie sich noch einmal um 14% gegenüber dem Vorjahreswert auf durchschnittlich 184.000 € erhöht. Weitere Investitionen, die für Modernisierung und Ausstattung einer Praxis anfallen, lagen im Schnitt bei 125.000 €. Damit erreichten die gesamten durchschnittlichen Praxisinvestitionen mit 309.000 € einen neuen Höchststand.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass der Anteil der „günstigen“ Praxen gesunken ist: Während 2015 noch 9% der Praxisübernehmer unter 100.000 € – inklusive der Kaufpreise – investierten, waren es 2017 nur noch 4%. Auf der anderen Seite stieg der Anteil der teuren Praxen jenseits der 500.000 € im selben Zeitraum von 5 auf nunmehr 10%.

In Neugründungen mussten Zahnärzte 2017 am meisten investieren: bei Einzelpraxen mit durchschnittlich 441.000 € und bei Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) je Inhaber mit 377.000 € für 50% der Praxisanteile. Die günstigste Variante, sich niederzulassen, war ein Einstieg oder ein Beitritt in eine bereits bestehende BAG: Die dabei erworbenen Praxisanteile variierten zwischen 3 und 75% beträchtlich. Im Schnitt haben Zahnärzte 2017 für 38% der Anteile 236.000 € in die Hand genommen.

Zahnarztpraxen in mittelgroßen Städten und im Süden am teuersten

Mit Kaufpreisen von 206.000 € war die Mittelstadt das teuerste Pflaster für diejenigen Zahnärzte, die dort eine Einzelpraxis durch Übernahme gründen wollten. Eine Praxis auf dem Land kostete dagegen mit durchschnittlich 166.000 € am wenigsten.

Die Analyse der einzelnen Regionen Deutschlands zeigt, dass im Süden und Westen mit durchschnittlich 205.000 € bzw. 201.000 € die mit Abstand höchsten Übernahmepreise für die Einzelpraxisgründung gezahlt wurden. In den östlichen Bundesländern lagen die Durchschnittspreise mit 141.000 € am niedrigsten.

Durchschnittsalter sinkt

Zahnärzte entscheiden sich früher für die Selbstständigkeit: Das Durchschnittsalter der Existenzgründer ist mit 35,5 Jahren im Vergleich zum Vorjahr gesunken (2016: 35,9 Jahre). Ein Blick auf die Altersverteilung zeigt, dass der Anteil der Zahnärzte unter 40 Jahren gestiegen ist. Insgesamt war jeder zweite Zahnarzt bei seiner Niederlassung jünger als 35 Jahre.

Investitionen und Kooperationen – eine Frage des Alters

Die Auswertungen der apoBank belegen seit Jahren, dass die Investitionsbereitschaft mit steigendem Alter tendenziell sinkt. 2017 gaben Zahnärzte unter 35 Jahren im Durchschnitt 325.000 € für Praxiskauf und Modernisierung aus, um sich in einer Einzelpraxis niederzulassen. Existenzgründer, die sich mit 45 und älter für eine eigene Zahnarztpraxis entschieden haben, investierten hingegen mit 216.000 € deutlich weniger.

Auch die Bereitschaft, sich gemeinsam mit einem Partner niederzulassen, ist offenbar eine Frage des Alters: Jüngere Existenzgründer gehen häufiger Kooperationsmodelle ein als ältere 2017 waren es 35% der unter 35-Jährigen und nur 11% der über 45-Jährigen. Insgesamt zeigt die Analyse im Vergleich zum Vorjahr aber einen rückläufigen Kooperationsanteil in allen Altersgruppen.


Quelle:
Deutsche Apotheker- und Ärztebank

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