Parodontologie


Anwenderbericht: Fissurenkaries mit healOzone sicher und schmerzlos therapieren

Abb. 1 u. 2: Links der gesunde Seitenzahn 14; rechts der zu behandelnde Zahn 16.
Abb. 1 u. 2: Links der gesunde Seitenzahn 14; rechts der zu behandelnde Zahn 16.

Ozon kann in der erhaltenden Zahnmedizin für minimalinvasive Behandlungen eingesetzt werden; eine mögliche Indikation besteht in der Therapie von Fissurenkaries. Die Vorgehensweise bei der Kariesdiagnostik und der Ozon-Behandlung wird von unserem Autor im Folgenden anhand eines Patientenfalles erläutert. Der niedergelassene Zahnarzt hat das healOzone-Gerät vor etwa 9 Jahren angeschafft und nutzt es seitdem im Praxisalltag.

Die Ozontherapie gehört zum festen Behandlungsspektrum unserer Praxis. Dabei hat sich das healOzone-Gerät (Curozone USA Inc.)* im Praxisalltag als hilfreich erwiesen. Bei unterschiedlichen Indikationen wird es für eine substanzschonende Behandlung eingesetzt – von der Fissurenkaries bzw. der Desinfektion vor der Fissurenversiegelung, der Vitalitätsprüfung der Pulpa bei Caries profunda, der Pulpabehandlung zur Vermeidung von Wurzelkanaltherapien bis hin zur Sterilisation der Wurzelkanäle vor der Abfüllung bzw. des Stiftkanals vor der Versorgung mit Stiftaufbauten.

Patientenfall

Ein 15-jähriger Patient stellte sich in unserer Praxis erstmals vor. Im Rahmen der Erstuntersuchung wurde der Plaque-Index erhoben, ausführlich über eine zahngesunde Ernährung informiert und u. a. die optimale Zahnpflegetechnik aufgezeigt. Ich klärte den Patienten zudem darüber auf, dass aufgrund bereits vorhandener Verfärbungen in den Fissuren vor der Versiegelung eine genauere Diagnostik notwendig sei. Etwa ein Vierteljahr später kam der Patient erneut in unsere Praxis, diesmal gemeinsam mit seiner Mutter. Um den Behandlungsbedarf visuell zu verdeutlichen, fertigte ich einige Intraoralaufnahmen an, die ich dem Patienten und seiner Mutter auf dem Monitor des Behandlungsstuhls zeigte und erläuterte. Der Patient konnte dabei den naturgesunden Seitenzahn 14 mit dem behandlungsbedürftigen Zahn 16 vergleichen (Abb. 1, 2). Der konsequente Einsatz der Intraoralkamera in Verbindung mit einer ausführlichen Erläuterung der Fotos führt in vielen Fällen zu einem unmittelbaren Erkenntniszuwachs seitens der Patienten und steigert so die Bereitschaft, die Kariesdiagnostik (DIAGNOdent, KaVo) sowie nicht- bzw. minimalinvasive Behandlungen, z. B. mit HealOzone, in Anspruch zu nehmen.

Auch im konkreten Fall waren der jugendliche Patient und seine Mutter von den Aufnahmen sichtlich beeindruckt: Der optische Unterschied zwischen dem naturgesunden und dem verfärbten Zahn mit einer möglichen Initialkaries war auch für sie als zahnmedizinische Laien klar erkennbar. Ich klärte die beiden danach über das Prophylaxekonzept unserer Praxis auf. Anhand des vorgedruckten Leistungsverzeichnisses „HealOzone“ und eines individuell für unsere Praxis erstellten Informationsblattes erläuterte ich die weitere Vorgehensweise einer vertiefenden und differenzierenden Diagnostik der braun verfärbten Fissuren der Zähne 16 und 26. Patient und Mutter verließen mit den Informationsblättern und einem formlosen Heil- und Kostenplan die Praxis. Zweckmäßigerweise wurde bereits ein Termin für die Behandlung der verfärbten Fissuren mit Ozon reserviert.

Als der Patient zu diesem Termin erschien, stellte sich heraus, dass es richtig war, die Zähne 16 und 26 genau unter die Lupe zu nehmen, auch wenn man bisher aufgrund des klinischen Bildes mittels optischer und taktiler Kontrolle (Kuhhornsonde) an eine lediglich oberflächliche Fissurenkaries hätte glauben können. Zur eindeutigen Kariesdiagnostik ziehen wir in unserer Praxis die Kombination aus CSI und Laserfluoreszenzmessung heran. Nach einer Vorbehandlung der beiden Zähne mit AirFlow wurde zunächst an Zahn 16 ein CSI-Wert von 2 bestimmt. Es handelte sich also bereits um eine Kavitation, die eine Fissurenversiegelung benötigte. Die Laserfluoreszenzmessung zeigte höchste Aktivität der kariesproduzierenden Bakterien an: Es wurde ein Typ-3-Zahn diagnostiziert. Nach mehrjähriger Anwendererfahrung hat sich bei einem Typ-3-Zahn in unserer Praxis die Therapieform „erweiterte Fissurenversiegelung mit vorheriger Sterilisation der erweiterten Fissur“ klinisch bewährt.

Während der Behandlung wurde die Fissur von Zahn 16 an zwei Stellen erweitert und mit Phosphorsäure angeätzt (Abb. 3). Es zeigte sich dabei, dass die Karies sogar schon oberflächlich ins Dentin eingedrungen war. Nach sorgfältigem Abspülen und Trocknen des Zahnes wurde mithilfe der 5-mm-Silikonkappe 40 Sekunden lang Ozon zur Desinfektion der Kavität appliziert (Abb. 4). Denn nur wenn eine nicht vollständig exkavierte Läsion steril ist, darf sie eine erweiterte Fissurenversiegelung erhalten. Reste bereits oberflächlich erweichten Dentins dürfen in diesem Fall belassen werden. Das HealOzone-Gerät appliziert übrigens ausschließlich dann Ozon auf den Zahn, wenn durch die Silikonkappe ein sicheres Vakuum erzeugt werden kann. Sobald die Silikonkappe nicht mehr dicht am Zahn abschließt, bricht das Vakuum zusammen und die Ozonapplikation wird unterbrochen.

  • Abb. 3: Die Fissur von Zahn 16 wurde an zwei Stellen erweitert und mit Phosphorsäure angeätzt.
  • Abb. 4: Mithilfe der 5-mm-Silikonkappe 40  Sekunden lang Ozon zur Desinfektion der Kavität appliziert.
  • Abb. 3: Die Fissur von Zahn 16 wurde an zwei Stellen erweitert und mit Phosphorsäure angeätzt.
  • Abb. 4: Mithilfe der 5-mm-Silikonkappe 40 Sekunden lang Ozon zur Desinfektion der Kavität appliziert.

  • Abb. 5: Die Schlussaufnahme.
  • Abb. 5: Die Schlussaufnahme.

Abbildung 5 zeigt das Resultat der Therapie. Zahn 26 ergab im Übrigen das gleiche Bild (Typ 3) und wurde analog zum Zahn 16 behandelt. Auf die behandelten Zähne wurde abschließend Fluoridlack aufgebracht.

Sowohl der Patient als auch seine Mutter waren von dieser schmerzlosen und substanzschonenden Behandlung mit HealOzone angenehm überrascht. Dieser Fall zeigt somit auch: Nicht nur zahnmedizinisch hat sich das Gerät in unserer Praxis bewährt, sondern es trägt auch einen guten Teil zur Patientenbindung bei.


Weitere Informationen:

* Vetrieb: dentalbrains GmbH
Friedrichshafen
Tel.: 07541 5909850
E-Mail: healozone@dentalbrains.com

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: ZA Sacha Karmoll

Bilder soweit nicht anders deklariert: ZA Sacha Karmoll


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