Endodontie


Moderne Endodontie in der Allgemeinpraxis



Die Zahl der Wurzelkanalbehandlungen steigt seit Jahren kontinuierlich. Die demografische Entwicklung lässt ein weiteres Anwachsen auch in der Zukunft erwarten. Der Wunsch vieler Patienten nach dem Erhalt der eigenen Zähne unterstützt diesen Trend. Zur Sicherung des langfristigen Zahnerhalts bietet die moderne Endodontie fortschrittliche Behandlungsmethoden und technische Ausstattung auf höchstem Niveau, wie beispielsweise das maschinelle Aufbereitungssystem VDW.GOLD RECIPROC. Im folgenden Anwenderbericht schildert die allgemeinzahnärztlich tätige Autorin ihre Erfahrungen mit diesem System anhand von zwei Patientenfällen.

In unserer Gemeinschaftspraxis mit drei Behandlern bieten wir ein breites Spektrum der Zahnbehandlung an. Die Erhaltung des eigenen Zahnes genießt dabei grundsätzlich Vorrang vor Extraktion und Zahnersatz. Wir sind ein fortbildungs- orientiertes Team und legen Wert auf moderne Behandlungsmethoden und eine Ausstattung auf neuestem Stand. Zur Wurzelkanalbehandlung haben wir 2012 das maschinelle Aufbereitungssystem VDW.GOLD RECIPROC eingeführt. Im Umgang mit diesem System fühlten wir uns nach kurzer Einarbeitung sicher. Im Vergleich zur endodontischen Behandlung mittels Handfeilen sehen wir mit den VDW.GOLD RECIPROC-Feilen und ihren formkongruenten Papier- und Guttapercha-Spitzen erheblich bessere Ergebnisse der Kanalaufbereitung und Wurzelfüllung. Auch unsere Patienten empfinden die maschinelle endodontische Behandlung angenehmer, nicht zuletzt aufgrund der kürzeren Behandlungssitzungen.

Insbesondere die Behandlung schlecht zugänglicher Zähne mit stark gekrümmten oder engen Wurzelkanälen ist mit höheren Erfolgsquoten und weniger Stress für uns als Behandler verbunden. Zusätzlich können wir in den meisten Fällen aufgrund der integrierten isometrischen Längenmessung während der Kanalaufbereitung auf eine röntgenologische Messaufnahme verzichten, was dem Patienten durch eine geringere Strahlenbelastung zugutekommt. Das System aus drei Feilengrößen erscheint uns ausreichend, sodass wir es nicht durch andere Instrumentengrößen ergänzen müssen. Lediglich zur Kanalsuche und zum Einbringen eines Einlagemedikaments ziehen wir Handfeilen in kleinen Größen hinzu. Im Folgenden sind zwei Beispiele aus unserem klinischen Praxisalltag aufgeführt.

Fall 1: 24-jährige Patientin, Diagnose: irreversible Pulpitis (Abb. 1 u. 2)

Aufgrund ihrer exponierten Position muss man bei den 7ern in der Regel mit einem erhöhten Zeitaufwand rechnen. Bei der Aufbereitung mit VDW.GOLD RECIPROC kommt uns entgegen, dass in den meisten Fällen auf eine Gleitpfaderstellung verzichtet werden kann und man auch bei drei oder vier Kanälen meist ohne Feilenwechsel auskommt. Die Vitalexstirpation und die Aufbereitung der Kanäle wurden mit einem R25-Instrument unter Zwischenspülungen mit NaOCl (1 %) vollständig durchgeführt. Die Längenbestimmung erfolgte simultan während der Aufbereitung durch Zuschalten des Apexlocators im Endomotor VDW.GOLD RECIPROC. Als medikamentöse Einlage wurde Calxyl eingebracht. In der zweiten Sitzung konnte die definitive Wurzelfüllung mit passgenauen Reciproc-25-Guttapercha-Stiften und Sealer erfolgen (Abb. 3).

  • Abb. 1: OPG, Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Ausschnitt aus OPG (irreversible Pulpitis Zahn 27).
  • Abb. 1: OPG, Ausgangssituation.
  • Abb. 2: Ausschnitt aus OPG (irreversible Pulpitis Zahn 27).

  • Abb. 3: WF-Kontrollaufnahme Zahn 27.
  • Abb. 3: WF-Kontrollaufnahme Zahn 27.

Fall 2: 37-jähriger Patient, Diagnose: Abszess regio 24 (Abb. 4)

Nach der Trepanation wurde die Arbeitslänge elektronisch mit dem VDW.GOLD RECIPROC bestimmt, mit der Instrumentengröße R25 aufbereitet und mit NaOCl (1 %) gespült. Als medikamentöse Einlage wurde Ledermix gewählt. Mittels Inzision des Abszesses wurde der Abfluss von Pus und Gewebsflüssigkeit eingeleitet und unterstützend Amoxicillin verordnet. In einer zweiten Sitzung wurde die Ledermix-Einlage durch Calxyl ersetzt. Die Wurzelfüllung mit RECIPROC Guttapercha-Stiften R25 und Sealer erfolgte in der abschließenden dritten Behandlungssitzung (Abb. 5).

  • Abb. 4: Diagnostische Aufnahme Zahn 24.
  • Abb. 5: WF-Kontrollaufnahme Zahn 24.
  • Abb. 4: Diagnostische Aufnahme Zahn 24.
  • Abb. 5: WF-Kontrollaufnahme Zahn 24.

Fazit

Mit der weitgehend standardisierten Vorgehensweise erzielen wir gute Ergebnisse. Die meisten Patienten erkennen die Vorteile der maschinellen endodontischen Behandlung und sind deshalb bereit, für ein sichereres Ergebnis und kürzere Sitzungen eine private Zuzahlung zu leisten. Erlaubt sind Zuzahlungen für die GOZ-Positionen 2400, 2420, 2195 sowie für Füllungen in Adhäsivtechnik und präendodontische Aufbaufüllungen. Seltener entscheiden sich Patienten bei 8ern für den Erhalt des Zahnes, also für eine komplett privat liquidierte Wurzelbehandlung.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Henrike Abels