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So vermarkten Sie Ihre Webseite richtig

Viele Zahnärzte betreiben eine Praxis-Homepage – oftmals ist diese bei einer Google-Suche schlecht zu finden. Um besonders jüngere und internetaffine Patienten besser zu erreichen, spielen der Name der Webseite und damit deren Auffindbarkeit eine wichtige Rolle im Praxismarketing. Nachfolgend werden einfache und schnell umzusetzbare Möglichkeiten für eine optimale Vermarktung der Praxis-Website aufgezeigt.

Eine Homepage ohne guten Namen und gutes Marketing ist wie eine Zahnarztpraxis ohne Schild und ohne zufriedene Patienten, die sie weiterempfehlen können. Mithilfe von vier „Zutaten“ können Sie dies ändern und potenzielle Kunden finden Ihre Praxis-Webseite leichter:

  1. Wählen Sie eine passende Adresse für Ihre Webseite,
  2. erstellen Sie gute und aktuelle Inhalte,
  3. vermarkten Sie Ihre Webseite bei Google und
  4. nutzen Sie die Möglichkeiten, die Bewertungsplattformen bieten.

  • Abb. 1
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Die passende Internetadresse für Ihre Zahnarztpraxis

Wer im Internet herausstechen will, kann seiner Webseite ab sofort einen sprechenden Namen verpassen: .dental, .hamburg, .dentist und .berlin ergänzen neben anderen die bekannten Internet-Endungen .de oder .com. Unter den neuen Endungen gibt es geografische (z. B. .bayern, .berlin, .hamburg und .koeln) und branchenbezogene (z. B. .dental, .clinic, .dentist und .doctor), die auf den ersten Blick Inhalt und Bedeutung geben. Mit der sprechenden Endung können Zahnärzte direkt auf ihre Fachrichtung hinweisen oder zeigen, wo sie ansässig sind.

  • Abb. 2
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Was ist bei der Auswahl der Internetadresse zu berücksichtigen?

  • Ist sie kurz, gut zu verstehen und leicht zu merken? Den Namen einer Webseite kann man sich am besten merken, wenn er kurz ist. Wenn Webadressen durch Mundzu- Mund-Propaganda weitergegeben werden, sollten sie gut zu hören und verstehen sein. Außerdem: Je komplizierter eine Adresse ist, desto eher macht man beim Abtippen einen Fehler. Internetadressen haben durchschnittlich 7 bis 13 Zeichen. Praxistipp: Wählen Sie ein kurzes Schlagwort, das Ihre Praxis oder Ihre Spezialisierung treffend beschreibt und nach dem Sie selbst suchen würden.
  • Mit Bindestrich oder lieber ohne? Lange Adressen mit mehreren Wörtern ohne Bindestrich sind schlecht lesbar und können zu Missverständnissen führen, etwa www.implantologieundzahnpflege.de. Daher sollte Ihre Webadresse kurz sein und mit zwei Wörtern auskommen. Praxistipp: Ab zwei Wörtern trennen Sie diese besser mit einem Bindestrich. Achten Sie auch darauf, dass die Adresse nicht zu lang wird, damit Sie sie in Formularen gut eintragen können.
  • Vermeiden Sie Umlaute wie ä, ö, ü und ß. Das Internet ist global, und Adressen mit Umlauten wie ä, ö und ü sind fremdsprachigen Menschen unbekannt. Außerdem funktionieren E-Mail-Adressen mit Umlauten wie info(at)zahnärztepraxis.berlin oft nicht. Praxistipp: Lösen Sie Umlaute auf – aus „ä“ wird „ae“, aus „ö“ wird „oe“ und „ü“ wird zu „ue“ – oder verwenden Sie einen alternativen Begriff ohne Umlaut.
  • Wo sind die neuen Adressen erhältlich? Sie erhalten die neuen Internet-Adressen bei vielen Anbietern wie 1&1, Strato und HostEurope. Eine Adresse mit der Endung .dental oder .clinic gibt es ab 30 Euro, .dentist ab 24 Euro, .berlin und .hamburg ab 36 Euro und .doctor ab 96 Euro. Die Kosten gelten pro Jahr, die Adresse verlängert sich wie bei einem Zeitschriftenabo jedes Jahr automatisch.

Die Gestaltung der Webseite

Gestalten Sie Ihre Webseite als sympathisches Aushängeschild Ihrer Praxis. Machen Sie Ihren potenziellen Patienten Lust, Ihre Webseite zu besuchen. Lädt sie mit verständlichen, kurzen und gut geschriebenen Texten zum Lesen ein? Schafft sie Vertrauen in Ihr Team und die Behandlungsmethoden? Bietet sie Möglichkeiten zur einfachen Kontaktaufnahme? Beinhaltet sie positive Bewertungen Ihrer Leistungen? Auch Google schätzt diese Punkte und berücksichtigt sie im Ranking Ihrer Webseite.

Übersichtliche Struktur

Achten Sie bei der Gestaltung Ihrer Webseite auf eine übersichtliche Struktur und individuelles Design. Damit Besucher gerne auf Ihrer Webseite bleiben, sollte sie optisch ansprechend sein. Diese Wirkung wird vor allem durch ein übersichtliches Design erzielt. Denn wenn potenzielle Kunden schnell und einfach das finden, was sie suchen, verweilen sie gern, um mehr Informationen zu sammeln. Wählen Sie einen einheitlichen Schrifttyp für die gesamte Webseite und schaffen Sie Struktur durch eine Navigationsleiste mit Unterseiten und kurzen, aussagekräftigen Überschriften (wie z. B. „Unser Team“, „Kontakt“, „So finden Sie uns“, „Shop“ …). Auch innerhalb der Texte sollten Sie mit Überschriften arbeiten und unterschiedliche Schriftgrößen, Unterstreichungen oder fett hervorgehobene Buchstaben nur zweckorientiert nutzen.

Informativer und aktueller Inhalt

Natürlich spielt auch der Inhalt der Webseite eine wichtige Rolle. Stellen Sie Ihre Fähigkeiten, Aus- und Weiterbildungen und Leistungen kompakt auf der Startseite dar. Stellen Sie sich selbst und Ihr Team kurz vor. Über aktuelle Themen, wie beispielsweise neue Therapiemöglichkeiten, können Sie in einem eigenen Blog berichten. Damit stellen Sie Ihren Webseitenbesuchern Ihre fachliche Kompetenz unter Beweis.

Praxisbilder statt Bilderkauf

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – dies gilt auch für eine gute Präsentation im Internet. Reale Bilder aus der Praxis schaffen Vertrauen. Zeigen Sie Ihren potenziellen Kunden also Ihre Praxis, Ihre Mitarbeiter, sich selbst und visualisieren Sie die Behandlungsmethoden. So kann sich der Besucher ein tatsächliches Bild von Ihnen verschaffen und fühlt sich Ihnen und Ihrer Praxis gleich viel verbundener.

Die Webseite muss mobilfähig sein

Ein Großteil der Webseiten wird heutzutage von Tablets und Smartphones abgerufen. Damit Ihre Webseite auch auf diesen Geräten richtig angezeigt wird, muss sie responsive sein – das bedeutet, dass Ihre Webseite je nach Bildschirmgröße anders dargestellt wird, um die Besucherfreundlichkeit zu gewährleisten. Richten Sie also eine Responsive-Funktion für Ihre Webseite ein und sorgen Sie dafür, dass Ihre Webseitenbesucher Sie auch mobil erreichen können. Um die Responsive- Funktion Ihrer Seite zu testen, finden Sie eine Auswahl von Tools unter: http://bit.ly/21BCBlt.

Eine sichere Webseite mit Verschlüsselung

Wussten Sie, dass Google Ihre Webseite als unsicher markiert, wenn Sie diese ohne https-Verschlüsselung betreiben? Gleichzeitig bewirken angreifbare Webseiten eine schlechtere Position in den Google-Suchergebnissen. Nahezu alle gängigen Anbieter von Internetadressen bieten mittlerweile die Möglichkeit, Ihre Webseite mit einem SSL-Zertifikat zu sichern – Sie sind also nur einen Klick davon entfernt, sensible Daten auf dem Weg durch das Internet zu verschlüsseln. Eine sichere Webseite schafft Vertrauen bei Ihren Besuchern und wird zusätzlich mit einem besseren Ranking bei Google belohnt.

  • Abb. 3
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Mithilfe von Google besser gefunden werden | Ihre Webseite ist online, Ihre Patienten finden sie aber nicht bei Google? Dann liegt es vielleicht daran, dass Sie Google noch informieren müssen, unter welchen Suchbegriffen Sie das beste Ergebnis sind. Ein paar einfache Werkzeuge unterstützen Sie dabei:

  • Webseite im Google-Webmastertool anmelden
    Zunächst sollten Sie Google mitteilen, dass Sie eine Webseite haben. Legen Sie dazu ein Google-Konto an und melden Sie Ihre Webseite kostenlos bei dem Google-Webmastertool „Search Console“ unter https://www.google.com/webmasters/ an. Es kann allerdings einige Wochen dauern, bis Google Ihre Webseite in den Suchindex aufgenommen hat.
  • Google Places – Ihr Eintrag in den Gelben Seiten von Google
    Nutzen Sie das ebenfalls kostenlose Google Places, das lokale Branchenbuch von Google, um sich dort einzutragen. Unter https://www.google.de/intl/de/business/ vermerken Sie Ihre Öffnungszeiten, Adresse und Wegbeschreibung. Ihr Eintrag in Google Places wird dann in den Google Suchergebnissen sowie in Google Maps aufgenommen. Sucht man in Google nach einem Stichwort in Kombination mit einem Ort, z. B. „Prophylaxe Stuttgart“, erscheint rechts eine Karte u. a. mit Ihrem Eintrag. Ergänzen Sie den Eintrag in Google Places um aussagekräftige Fotos wie beispielsweise von Ihrem Team und den Behandlungsräumen.
  • Google mit den passenden Schlüsselwörtern „füttern“
    Damit Ihre Webseite bei Google zu den richtigen Schlüsselwörtern gefunden wird, sollten Ihre Webadresse, die Texte und die Webseitenbeschreibung (Meta-Tags) die passenden Schlüsselwörter verwenden. Bei den Topbegriffen gibt es allerdings viel Wettbewerb um die besten Platzierungen. In der Datenbank unter www.semager.de finden Sie Alternativen, Synonyme und Assoziationen zu Ihren Schlüsselwörtern. Analysieren Sie, welche Wörter Ihre Patienten in Google eingeben, und machen Sie sich Gedanken, mit welchen Begriffen Ihre Webseite assoziiert werden soll. Wählen Sie Begriffe, die nicht so umkämpft sind und zu denen Sie gute Webtexte haben.
  • Bewertungsplattformen – Freund oder Gegner?
    Eigenlob stinkt, aber gute Bewertungen Ihrer zufriedenen Patienten nicht. Bewertungsplattformen bieten Ihren potenziellen Patienten die Möglichkeit, mehr über Ihre Arbeit und Ihre Praxis zu erfahren und gute Erfahrungen zu teilen. Ungerechtfertigte Bewertungen machen gleichzeitig das Leben schwer und sind nicht immer zu entkräften. Bewertungsplattformen sind mittlerweile auch in der Gesundheitsindustrie nicht mehr wegzudenken.

Die passende Plattform auswählen

Hierfür sollten Sie eine Reihe von Kriterien heranziehen: Wie viele Praxen bzw. Ärzte sind hinterlegt, welche Mittel gibt es, Missbrauch zu verhindern, wie können falsche Bewertungen analysiert und gegebenenfalls gelöscht werden, wie übersichtlich ist die Plattform für Patienten und welche Möglichkeiten gibt es, individuelle Daten zu hinterlegen?

Bewertungen der Webseite

Über ein sogenanntes Widget werden Bewertungen von Ihren Patienten direkt auf Ihrer Seite dargestellt. Zunächst legen Sie ein Konto bei der Bewertungsplattform an. Die Bewertungsplattform stellt Ihnen das Widget zum Kopieren bereit und Sie fügen es per Copy & Paste in Ihre Webseite ein. Unter Ihrem Kundenkonto erhalten Sie jederzeit Einblicke über Echtzeitstatistiken zu den eingegangenen Bewertungen. Eine Übersicht der gängigsten Bewertungsplattformen finden Sie unter: https://www.test.de/Arztbewertungen-Das-bringen-die-Portale-4206857-0/.

Analyse der Bewertungen und Auforderung hierzu

Bewertungsportale haben Konjunktur – es ist daher sinnvoll, diese im Blick zu behalten. Prüfen Sie Ihre Bewertungen regelmäßig, damit Sie im Falle von negativen Kommentaren zeitnah reagieren können. Die meisten Bewertungsportale bieten die Möglichkeit, mit den Patienten in direkten Kontakt zu treten – so können Sie eventuelle Missverständnisse schnell aus der Welt räumen. Es entgeht Ihnen außerdem nicht, wenn falsche Bewertungen abgegeben werden. Die meisten Plattformen bieten die Möglichkeit, den Verdacht eines solchen Missbrauchs zu melden. Laden Sie Ihre Patienten nach dem Praxisbesuch ein, den Termin zu bewerten. Eine kleine Aufmerksamkeit beim nächsten Besuch kann die Bereitschaft zur Bewertung steigern.

Fazit

Wenn Sie im Internet gut gefunden werden wollen, bieten sich viele einfache und schnell umzusetzende Möglichkeiten an. Nehmen Sie sich Zeit, um zu prüfen, wie Sie Ihre Webseite besser vermarkten können.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dipl.-Oec. Katrin Ohlmer


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