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Hybrid-Symposium in Berlin am 9. Februar 2019

Verbundwerkstoffe „unter der Lupe“?

09.01.2019

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Vollkeramische Werkstoffe haben vielfach metallgestützte Restaurationen in Zahnerhaltung und Prothetik abgelöst. Diese Transgression hat eine Vielzahl von indikationsspezifischen Materialofferten ausgelöst, die eines zum Ziel hatten, nämlich bruchfest, risszäh und hart zu sein und damit hohen Kaukräften zu widerstehen.

Dieser Trend zu harten Silikat- und Oxidkeramiken fand seinen Widerpart in Verbundwerkstoffen, die die Eigenschaften von Keramik und Polymeren verschmelzen. Dem Prinzip der Biomimetik folgend wurde erreicht, dass mit geringeren E-Moduli eine Verformungsfähigkeit und eine dämpfende Wirkung unter Kaubelastung erzielt wurde, die Restzahn, Parodont und Knochenlager schont.

  • Abb. 1

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    © Kurbad
Der abgesenkte E-Modul, angesiedelt im Korridor von Schmelz und Dentin, hat zur Folge, dass die Attrition „parallel“ zur Zahnhartsubstanz verläuft (Mörmann 2013). Mit diesen Eigenschaften ist dem Hybridwerkstoff aus polymer-infiltrierter Feldspatkeramik und den keramik-dotierten, CAD/CAM-fräsbaren Kompositblocks gelungen, sich in der niedergelassenen Praxis für Inlays, Onlays, Teilkronen, Okklusal-Veneers und Kronen (Abb. 1 bis 3) zu etablieren.

  • Abb. 2
  • Abb. 3
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Reif für den Praxisalltag?

Protagonisten traditionell geprägter Versorgungslösungen kritisieren, dass für Restaurationen aus Hybrid- und Verbundwerkstoffen noch keine längerfristigen klinischen Studien vorliegen. Das ist richtig – denn klinische Belege zur Überlebenswahrscheinlichkeit sind unerlässlich. Trotzdem scheinen die Erfahrungen der Hybridmaterial-Anwender und literaturgestützte Belege günstige Prognosen zu ermöglichen.

Die Kausimulation mit keramik-dotierten Komposit-Restaurationen zeigte im Vergleich zu Feldspat-Kronen ausreichende mechanische Eigenschaften für die Einzelzahnversorgung (Lauvahutanon et al., 2014). Moderate In-vitro-Daten für Biegebruchfestigkeit und Lichtleitfähigkeit zeigten CAD/CAM-Komposite; die Verschleißwerte belegten ein Antagonisten-schonendes Verhalten (Stawarczyk et al., 2015). In Japan universitär gemessene Verschleißwerte qualifizieren keramik-dotierte Komposite für Kronen auf Prämolaren (Takahashi et al., 2015). Sichtbar glattere Kronenränder mit polymerhaltigen Werkstoffen wurden im Vergleich zu Silikatkeramiken detektiert (Awada et al., 2015). Minimalinvasive Kauflächen-Veneers aus keramik-dotiertem CAD/CAM-Komposit, okklusal 0,5 mm dick, widerstanden in-vitro der gleichen Kaubelastung wie vollkeramische Okklusionsschalen und können konventionelle Kronen ersetzen (Ionnidis, Mühlemann et al., 2018). Polymer-infiltrierte Hybridkeramik zeigte in-vitro, dass der Werkstoff scheinbar widerstandsfähiger gegen gleit- und stoßinduzierte Rissbildung und somit schadentoleranter ist als Glaskeramiken (Swain et al., 2016).

Andere Autoren stellten fest, dass die hybride Infiltrationskeramik eine ausreichende Bruchfestigkeit und Absorption der okklusalen Belastung im Molarenbereich bietet (Selz et al., 2016). Verfärbungen, in-vitro durch Kaffee-Einlagerung provoziert, konnten mit Polieren durch Einsatz von Prophylaxepasten entfernt werden (Lauvahutanon et al., 2017).

Waren bisher verblendete, implantatgetragene Kronen auf Zirkonoxid-Gerüsten einem Chippingrisiko ausgesetzt, ausgelöst durch die fehlende Eigenbeweglichkeit und die verminderte Taktilität der osseointegrierten Implantatpfeiler, zeigten in-vitro Tests mit Hybrid- und Verbundwerkstoffen eine stoßabsorbierende Wirkung und somit eine mögliche Eignung für diese Indikation (Magne et al., 2013). Alle diese Studien basieren auf in-vitro Daten sowie auf kurzfristigen klinischen Beobachtungen und vermitteln günstige Prognosen; die Autoren fordern jedoch, die gewonnenen Erkenntnisse durch klinische Langzeitstudien zu untermauern (Spitznagel et al., 2014).

Expertise ist gefragt

Trotz der ausbaufähigen Studienlage hat sich die neue Gruppe der Hybrid- und Verbundmaterialien in relativ kurzer Zeit im Behandlungsmarkt etabliert. Dies geschah in einer Phase, in der Keramikwerkstoffe auf immer höhere Festigkeiten und Oberflächenhärte getrimmt wurden, z.B. Zirkoniumdioxid und zirkonverstärktes Lithiumsilikat. Die schnelle Durchsetzung der Hybrid- und Verbundwerkstoffe kann damit zusammenhängen, dass diese Materialien chairside mit CAD/CAM-Einsatz in einer Sitzung verarbeitet werden können, nur dünne Wandstärken erfordern und fein auslaufende Ränder ermöglichen sowie Zahnhartsubstanz-ähnliche Abrasionseigenschaften haben. Im Falle von nachfolgenden Defekten können die Restaurationen aufgrund des Polymeranteils leicht repariert werden.

Anbetrachts der „Vorschusslorbeeren“ für Hybrid- und Verbundmaterialien aus Klinik und Praxis ist es nun an der Zeit, die Pros und Kons zusammenzufassen und in einem Symposium zu durchleuchten. Aus diesem Grund hat der Cerec Masters Club als Protagonist der CAD/CAM-gestützten Restauration den Plan gefasst, Kliniker, niedergelassene Zahnärzte, Zahntechniker, Materialwissenschaftler und industrielle Werkstoffhersteller zum „Hybrid-Symposium“ einzuladen.

Hybrid-Symposium in Berlin

Das Symposium findet statt am Samstag, 9. Februar 2019, 9-17 Uhr, in der Digital Dental Academy (DDA) in Berlin-Tiergarten, Katharina-Heinroth-Ufer 1, nahe dem Zoo und dem Intercontinental-Hotel gelegen. Die DDA ist das neue Fortbildungszentrum der DGCZ (Deutsche Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde) mit Behandlungsplätzen (Abb. 4), fußläufig vom Bahnhof Zoo und Kudamm zu erreichen.

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    © DDA
Das Symposium wird organisiert vom Cerec Masters Club.
Anmeldungen unter:
E-Mail: masters(at)cerec.de
Tel.: 02162 102 1875
Fax: 02162 954 8412

Auch Teilnehmer ohne Cerec- bzw. CAD/CAM-Erfahrung sind willkommen. Es werden 8 Fortbildungspunkte vergeben (KZBV).

Erfahrene Referenten werden Sie über den aktuellen klinischen und technischen Stand der Hybrid- und Verbund-Restaurationswerkstoffe informieren und ihnen Tipps für die klinische Anwendung geben: Dr. Benjamin Gebhard, FL-Schaan; Dr. Michael Dieter, CH-Buchs; Dr. Ralf Böhner, CH-Altstätten; Dr. Michael Tholey, Bad Säckingen; Zahnärztin Susanne Kurbad und Dr. Andreas Kurbad, Viersen; Zahnarzt Peter Hoffmann, Cuxhaven. Das Themenspektrum bietet einen Vergleich der unterschiedlichen Eigenschaften der polymer-infiltrierten Hybridkeramik zu keramik-dotierten Kompositen, reflektiert die Indikationen und das klinische Handling sowie die Befestigung von Restaurationen aus Verbundwerkstoffen. Das Spiel mit Farbschichten und der Transluzenz zur Steigerung des ästhetischen Potenzials wird vorgestellt.   

Vorschau: Berlin hat viel zu bieten, neben exzellenter Zahnmedizin auch Kunst und Kultur. Abendempfehlungen hält der Kooperationspartner des Symposiums, der Quintessenz-Verlag, bereit – z.B. die „Blue Man Show“ im BLUEMAX Theater Berlin, oder das Musical „Tanz der Vampire“ im Theater des Westens, sowie die „Berlinale – Internationale Filmfestspiele“ mit mehreren Spielorten.

Kontakt:
Cerec Masters Club
EC Excellent Ceramics UG
Viersener Straße 15
41751 Viersen-Dülken

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Manfred Kern


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