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Sportweltspiele der Medizin und Gesundheitsberufe 2019

Die Bucht von Kotor.
Die Bucht von Kotor.

Die 40. Jubiläumsausgabe der Sportweltspiele der Medizin und Gesundheit fand in der montenegrinischen Hafenstadt Budva statt. Der wirtschaftlich aufstrebende Balkanstaat und EU-Beitrittskandidat hatte sich sehr um den Zuschlag bemüht und bot nun die besten Sportstätten auf, die das 650.000 Einwohner-Land zu bieten hatte. Das hochkarätig besetzte medizinische Symposium mit Schwerpunkten Trauma, Prävention und Ernährung lockte über 1200 Teilnehmer aus 45 Nationen an.

Insbesondere das relativ neue Fachgebiet Sportzahnmedizin weckte Interesse, wie der Teamzahnarzt des DEL2-Ligisten Ravensburg Towerstars Dr. Frank Schleenbecker in vielen kollegialen Fachgesprächen am Rande des Kongresses feststellte.

Der Ravensburger Handballer war aber nicht nur zahnmedizinisch gefragt, sondern hinterließ auch sportive Spuren. Am ersten Wettkampftag konnte er in einer gemischt polnisch-französisch-deutschen Volleyballmannschaft lange Zeit im Finale den haushohen Favoriten aus Polen ärgern und überraschenderweise den 2. Podestplatz erspielen. Am späten Nachmittag trafen erstmals die Werfer in der Kategorie der 45- bis 55-Jährigen aufeinander. Im starken Teilnehmerfeld (3 Sportler über 12 m) konnte Schleenbecker mit persönlicher Bestweite von 12,24 m die Bronzemedaille erreichen. Im Luftgewehrschießen waren Teilnehmer aus dem ehemaligen Jugoslawien beinahe unter sich; das Feld komplettierten ein Garmischer Zahnarzt, ein argentinischer Gynäkologe und Frank Schleenbecker mit einer nicht erwarteten Silbermedaille.
Seine Paradedisziplin hatte der in Berg praktizierende Zahnarzt am Dienstagnachmittag. In einer sehr engen Konkurrenz (5 Leute über 35 m) konnte Frank Schleenbecker im 5. Versuch seinen Gold-Wurf auf 39,78 m landen.
Nach dem Aus im Achtelfinale beim Badminton und dem 4. Platz bei den Pistolenschützen waren am Freitagnachmittag in sengender Hitze noch 2 Wurfdisziplinen zu absolvieren. Dem undankbaren 4. Platz im Diskuswerfen folgte dann mit 28,86 m im Hammerwerfen noch eine Bronzemedaille. 

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    © Schleenbecker
Dr. Klaus Mündel präsentierte sich bei seinen 4. World Medical & Health Games in Montenegro stark und sorgte für ein weiteres Highlight aus oberschwäbischer Sicht. Der in Weingarten praktizierende Zahnarzt war über 100 und 200 m der Schnellste in seiner Altersklasse (M 45-55) und holte sich damit internationales Doppelgold.
Bei extrem warmen Bedingungen und einer großartigen Stimmung ging der erfolgreiche Athlet der LG Welfen zunächst am Dienstag an den Start. In dem stark besetzten Teilnehmerfeld war eine gute Platzierung für den Sprinter des TV Weingarten durchaus realistisch. Entsprechend ambitioniert und konzentriert gelang ihm ein guter Start. Bei leichtem Gegenwind siegte er souverän mit der hervorragenden Zeit von 12,57 Sek. vor einem Kolumbianer und einem Slowenen. Nach einem Tag Pause startete Klaus Mündel dann am Donnerstag über die 200 m. Mit einem überragenden Start-Ziel-Rennen in guten 26,13 Sek. siegte Mündel erneut und konnte sich verdient über sein 2. Gold freuen.

Dass Ochsenhausen nicht nur im Tischtennis eine Bank ist, bewies Zahnarzt Dr. Klaus Kapitza. Er war der überragende Mann in den Laufdisziplinen seiner Altersklasse und konnte sogar 3 Mal mit Gold dekoriert werden: 400 m in 65,59 Sek., 3000 m in 12:05 Min. und 800 m in 2:35 Min. bei extrem heißen Temperaturen. Den Medaillensatz komplettierte Silber über 1500 m in 5:35,34 Min. und ein guter 3. Rang über 200 m in 30,13 Sek.

Dr. Jochen Gutbrod aus Reutlingen komplettierte die erfolgreichen Baden-Württemberger Zahnärzte und heimste gleich 4 Medaillen in den Lang- und Mittelstrecken ein. Er siegte im Crosslauf und im Halbmarathon und belegte in seiner Alterskategorie C jeweils den 2. Rang über 1500 m in 5:13:60 Min. und 5000 m in 19:01:96 Min.

„Das waren tolle Spiele.“ Das war das Fazit der erfolgreichen Kieferorthopädin Dr. Antje Maas. Die Recklinghäuser Leichtathletin avancierte mit 4 Goldmedaillen und 2 Plätzen zu einer der erfolgreichsten Teilnehmerinnen in Montenegro. Die 6 Trainingstage pro Woche bescherten ihr Gold im Kugelstoßen (8,40 m), Hochsprung, 200-m-Lauf hauchdünn vor der Ungarin Karacigs (35,02 m) und in der 4x100-m-Staffel gegen die montenegrinische Siebenkampf-Meisterin. Silber im Kraftdreikampf und 100-m-Lauf (16,81 Sek.) komplettierten die enorme Ausbeute.

  • Monika Penc.

  • Monika Penc.
    © Schleenbecker
Zahnärztin Monika Penc aus Gessertshausen bei Augsburg stand ihrer Kollegin in keinster Weise nach und dominierte in der Alterskategorie B vor allem in den technischen Disziplinen. Sie siegte im Speerwerfen und im Hammerwerfen. Mit jeweils einer Silbermedaille wurde sie im Diskuswerfen und Kugelstossen dekoriert. Den Medaillensatz komplettierte ihr 3. Rang bei Weitsprung.

Auch seit mehreren Jahren immer sehr gut platziert ist Tim Wulff aus Düren. In der Altersgruppe der ab 65-Jährigen gewann der stets gut gelaunte Rheinländer Silber über 1500 m, im Hochsprung sowie im Fünfkampf. Während es im Kugelstoßen, über 100 m, beim Golf und im Weitsprung nur zu Platzierungen reichte, wurde ihm noch 3 Mal eine Bronzemedaille umgehängt: über 200 m, 400 m und im Speerwerfen bescherten gute Leistungen den 3. Podestrang.

Aus Bayerns Weltstadt mit Herz angereist war Dr. Bernhard Obster. Der Münchner Zahnarzt dominiert den Fünfkampf überragend: Nach 10,52 m im Kugelstoßen und 13,3 Sek. über 100 m gewann er sogar den Weitsprung als Einzeldisziplin mit 5,20 m und war nach 1,40 m im Hochsprung und den 1500 m in 5:48 Min. nicht zu gefährden. Bronze im Diskuswerfen mit 29,78 m und einem 3. Rang im Hochsprung bestätigten seine Vielseitigkeit und den Trainingseifer. Beim krönenden Abschluss der Staffelwettbewerbe führte der passionierte Segler sein Team zu einer Silbermedaille.

Der wohl zum lebenden Inventar gehörende Dr. Dieter Berger aus Remagen war auch in glühender Hitze in der Leichtathletik erfolgreich und konnte etliches an Edelmetall für das Deutsche Team beisteuern. Er gewann in der Kategorie F im Weitsprung (3,05 m), im Hochsprung (1,05 m) und bewies seine Vielseitigkeit mit der Goldmedaille im Fünfkampf. Zudem wurde der Oralchirurg mit Silber über 200 m dekoriert (45,34 Sek.) und erreichte 3. Plätze im Kugelstoßen (8,59 m), Diskuswerfen (20,85 m) sowie im Speerwerfen.

Auch die Zahntechnik war erfolgreich vertreten: Steffen Drosihn aus Magdeburg steuerte mit einem Satz über 5,10 m eine Silbermedaille für das deutsche Team bei und war mit 13:42 Sek. Fünftschnellster über 100 m.

Beeindruckende Leistungen im Stadion an der Küste nahe Albanien waren neben vielen herausragenden Aktionen 5,97 m im Weitsprung der montenegrinischen Mehrkampfmeisterin Ljiljana Matovic und 49 m im Hammerwurf der Alterskategorie C vom niederbayrischen Meister Miroslav Pour sowie 13,19 Sek. des Schweizers Hans-Ulrich Backes im 100-m-Lauf der über 65-Jährigen. Besonderen Team Spirit legte das siegreiche deutsche BeachVolley-Trio „Orthodocs“ auch außerhalb der Wettkämpfe an den Tag.

Eine wunderschöne Veranstaltung in geschichtsträchtiger Umgebung von Weltkulturstätten wie der Bucht von Kotor und der malerischen, im Jugoslawien-Krieg heiß umkämpften Hafenstadt Dubrovnik bescherte den vielen Teilnehmern aus aller Welt und auch den einheimischen Helfern tolle Momente und nachhaltige Begegnungen. Das dentale Team und sicherlich auch andere Professionen freuen sich im nächsten Jahr über weitere engagierte und sportlich begeisterte Menschen aus allen Gesundheitsberufen in Portugal.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Frank Schleenbecker


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