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Seit 1994: VDDS für gemeinsame Standards

31.10.2019
aktualisiert am: 22.11.2019

Mehr als 75 Teilnehmer aus den Mitgliedsunternehmen, aus Politik und der Presse sind der Einladung des VDDS (Verband deutscher Dentalsoftware Unternehmen) zur Feier seines 25-jährigen Jubiläums am 19. September 2019 gefolgt und fanden sich in der Bel Etage des Kölner Schokoladenmuseums ein.

  • V.l.n.r.: VDDS-Gründungsmitglieder Wolfram Greifenberg, Dr. Pawel Lurje, Konrad Gleißner, Frank Gotthardt haben die VDDS-Vorsitzende Sabine Zude in die Mitte genommen.

  • V.l.n.r.: VDDS-Gründungsmitglieder Wolfram Greifenberg, Dr. Pawel Lurje, Konrad Gleißner, Frank Gotthardt haben die VDDS-Vorsitzende Sabine Zude in die Mitte genommen.
    ©Foto: VDDS
Die Atmosphäre bei der Verbandsgründung vor 25 Jahren war wohl weniger locker und entspannt gewesen als bei der Jubiläumsfeier im Schokoladenmuseum. So war die Wahl des ersten Vorsitzenden im neu gegründeten VDDS den Beteiligten der ersten Stunde zufolge kein Leichtes gewesen. Sie war nach einigen Querelen schließlich auf Wolfram Greifenberg (Dampsoft GmbH) gefallen. Die Anfänge waren weniger freundschaftlich als pragmatisch geprägt – geleitet von der Notwendigkeit, gemeinsam die Marktbedingungen vorteilhaft zu gestalten, und gezogen vom Sog der Digitalisierung. Sieben Hersteller von Praxisverwaltungssystemen waren an der Gründung beteiligt: Zahnarztrechner, Cremasoft, Compudent (später: CompuGroup Medical [CGM], BDV, Actio, Dialog und Dampsoft).

Ein kurzer Rückblick

  • Dr. Angelika Brandl-Naceta-Susic, Vorsitzende des Verbandes deutscher Zahnärzte gratuliert dem VDDS zum 25-jährigen Jubiläum.

  • Dr. Angelika Brandl-Naceta-Susic, Vorsitzende des Verbandes deutscher Zahnärzte gratuliert dem VDDS zum 25-jährigen Jubiläum.
    ©Foto: VDDS
Nach der Begrüßung der Gäste durch Sabine Zude, Vorstandsvorsitzende des VDDS, hielten zwei der Gründungsmitglieder Rückschau. Frank Gotthardt, Vorsitzender des Vorstands der Compu- Group Medical Deutschland AG, charakterisierte die Gründung des VDDS als spannend angesichts der Konkurrenzlage auf dem Markt und dem ambitionierten Ziel, nicht nur Branchenmarketing zu betreiben, sondern eine „Interoperabilität“ herzustellen, also heterogene Systeme auf einen Nenner zu bringen, um Informationen effizient und ohne Verluste auszutauschen.

Dr. Wolfram Greifenberg, Gründer des Unternehmens DAMPSOFT GmbH und ebenfalls Gründungsmitglied des VDDS, beleuchtete die Entwicklung der Softwaresysteme: Anfang der 1990er-Jahre kam verstärkt das digitale Röntgen in die Zahnarztpraxis und die Marktdurchdringung der Praxisverwaltungssysteme nahm stetig zu. Kamerasysteme und Abrechnungssysteme folgten später. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, Schnittstellen zu entwickeln, um diese Anwendungen sinnvoll miteinander zu verbinden. Auch sollte ein Systemwechsel für Zahnärzte einfacher werden.

Die digitale Entwicklung

Als Gratulanten traten Dr. Angelika Brandl-Naceta-Susic, Vorsitzende des Verbandes deutscher Zahnärzte, und Martin Hendges, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, ans Podium. Die Vorsitzende des Verbandes der deutschen Zahnärzte hatte vor 25 Jahren gerade ihre eigene Praxis gegründet. Als Praxisinhaberin verfolgte sie die digitale Entwicklung von Anfang an und sieht heute in der Implementierung der Telematikinfrastruktur eine zentrale Aufgabe. Sie dankte dem VDDS für die Unterstützung auf diesem digitalen Weg und betonte die Bedeutung eines regen Austauschs.

  • KZBV-Vorsitzender Martin Hendges im Gespräch mit dem Leiter des Hauptstadtbüros Roger Sturm (r.).

  • KZBV-Vorsitzender Martin Hendges im Gespräch mit dem Leiter des Hauptstadtbüros Roger Sturm (r.).
    ©Foto: VDDS
Den Dialog mit dem VDDS hatte sich KZBV-Vorsitzender Hendges vom ersten Tag an verschrieben: „Frau Zude, es beginnt eine neue Ära der Zusammenarbeit“, so hatte er eine partnerschaftliche Zusammenarbeit angekündigt, die über viele Jahre bereits verwirklicht werden konnte. Es sei eine Zeit gewesen, in der aufgrund des steten Wandels ständig Überzeugungsarbeit habe geleistet werden müssen: vom Krankenschein über Disketten bis zum Austausch über digitale Portale – die Veränderungen der Abläufe wurden von vielen mit Misstrauen und Unbehagen verfolgt.

Herausforderungen heute

Die heutige Position des VDDS stand im Mittelpunkt der Ansprache der Vorstandsvorsitzenden Sabine Zude. Derzeit bestehe der Verband aus 11 ordentlichen und 59 außerordentlichen Mitgliedern; damit repräsentiere man über 90% der PVS-Hersteller. Aus dem einstigen Konkurrenzverhalten habe sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt.

  • Die Gäste beim Museumsrundgang „100% Schokolade“ bei der Verkostung am Schokoladenbrunnen.

  • Die Gäste beim Museumsrundgang „100% Schokolade“ bei der Verkostung am Schokoladenbrunnen.
    © Foto: Kromer-Busch
Die Aufgaben bezüglich eines sicheren Datenaustauschs wuchsen mit der Zeit. Als Beispiele für derzeitige Aktivitäten nannte Zude die Einführung des XML-Standards (Extensible Markup Language, textbasiertes Format für den Informationsaustausch). Eine Expertengruppe entwickelte dafür die Schnittstelle VDDS-RZ-XML zum sicheren Austausch von Abrechnungsdaten. Die Anpassung an den DICOM-Standard (Digital Imaging and Communication in Medicine) wertete Zude als Erfolgsgeschichte. Dieser Standard zum Datenaustausch wird zum 1. Januar 2020 verpflichtend mit Inkrafttreten der neuen Röntgenverordnung DIN 6862-2. Dafür wurde die VDDS-DICOM-Schnittstelle gemeinsam mit Industrie und Zahnärzteschaft entwickelt. Die Anpassung des neuen Standards zum Austausch und der Speicherung digitaler Bilder vereinfache für die Zahnärzte in Deutschland u.a. die Ablage von Röntgenaufnahmen. Es sei von Vorteil, dass der amerikanische Standard nicht direkt übernommen worden sei.

Ebenfalls im Fokus steht heute der Austausch mit den Akteuren des deutschen Gesundheitssystems. So sei eine Stellungnahme zum Referentenentwurf des E-Health-Gesetztes erfolgt und man habe verschiedene Punkte in das E-Health-Gesetz einbringen können. Die politische Aktivität wird maßgeblich durch Roger Sturm, Lobbyist und Leiter des Hauptstadtbüros, unterstützt.

Die Veranstaltung wurde durch einen Rundgang durch die Ausstellung des Schokoladenmuseums und ein gemeinsames Abendessen eingerahmt.  

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dagmar Kromer-Busch


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