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GOZmasters – Abrechnungsexperten im Streitgespräch

13.03.2018

Aktuelle Streitfragen zur GOZ wurden am 10. März im Hotel in Düsseldorf von 8 namhaften Abrechnungsexperten ausführlich erörtert und diskutiert. Veranstalter war die Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG.
Aktuelle Streitfragen zur GOZ wurden am 10. März im Hotel in Düsseldorf von 8 namhaften Abrechnungsexperten ausführlich erörtert und diskutiert. Veranstalter war die Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG.

Aktuelle Streitfragen zur GOZ wurden am 10. März im Hotel in Düsseldorf von 8 namhaften Abrechnungsexperten ausführlich erörtert und diskutiert. Den Rahmen hierfür bot die ZA Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG, die anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums erstmals diese Fortbildung „GOZmasters“ ins Leben rief, mit der Zielsetzung, den ca. 250 Teilnehmern mehr Sicherheit in der Interpretation der GOZ mit nach Hause zu geben. Durch das Veranstaltungsprogramm führten ZA-AG Vorstandsmitglied Dr. Daniel von Lennep und seine Vorstandskolleging Dr. Sarah Schrey.

 

Insgesamt 11 Abrechnungs-Themen, gesplittet in These und Antithese wurden von den Podiumsteilnehmern behandelt, um im Fazit die Streitfrage auf den Punkt zu bringen, d. h. den Teilnehmern Abrechnungslösungen anzubieten, die ihre Variante mittels Applausmessung bevorzugen konnten.

Der erste Themenkomplex befasste sich mit den Analogleistungen, die oft von den PKVen vom Tisch gewischt werden. Man war sich einig, dass der § 6 mit der Möglichkeit der Analogberechnung sowohl erhalten bleiben muss bzw. verantwortungsvoll weiter entwickelt werden soll. In diesem Zusammenhang erging auch die Aufforderung an die Zuhörer, den Patienten dahingehend auch aufzuklären, dass nicht alles, was vom Behandler angesetzt wird, generell von der PKV erstattet werden muss.

Abrechnungshinweise nicht nur für die Zuhörer

Ein heisser Diskussionspunkt war die Abrechnungsposition 2197 (Adhäsive Befestigung) mit der Frage, ob diese Position bei Kompositrestaurationen (Nrn. 2060 ff) angesetzt werden kann, da dies vom Gesetzgeber nicht entsprechend formuliert wurde. Hier herrscht Unstimmigkeit im Hinblick auf die Abrechnungsmöglichkeit seitens den Kammern und den Referenten. Ein Gutachten von Prof. Frankenberger aus dem Jahr 2014 sieht einen höheren Aufwand durch die Adhäsivtechnik gegeben, die eine zusätzliche Abrechnungsposition hier rechtfertigen würde. Herr Esser sieht in dem fachlichen Gutachten Relevanz und äußerte den Vorschlag, dass die BZÄK diese Aspekt bedenken und berücksichtigen sollte.

Auch die Frage, ob die Nr. 2390 GOZ für die Trepanation eines Zahnes neben anderen endodontologischen Leistungen wie bei Kronentrepanationen berechnungsfähig ist, wurde kontrovers diskutiert. Dr. Wilfried Beckmann kam zu dem Schluss, dass wenn der Verordnungsgeber zum Ausdruck hätte bringen wollen, dass in gleicher Sitzung nicht die GOZ Nr. 2390 neben den GOZ-Nr. 2360 oder 2410 berechenbar ist, er dies einfach in den Bestimmungen zur Nr. 2390 hätte regeln können, damit sind diese in gleicher Sitzung berechenbar.

Das Gleiche gelte für die Kronentrepanation. Dr. Peter Esser vertrat bei diesem Thema die gegensätzliche Position. Die Leistung nach Nummer 2390 sei allenfalls im Rahmen einer Notfallbehandlung angezeigt und nur dann als selbstständige Leistung berechnungsfähig. In derselben Sitzung am selben Zahn sei gemäß GOZ die unspezifische „Zahntrepanation“ im Sinne von § 4 Abs. 2 GOZ Bestandteil der Leistung von Nr. 2410, der Wurzelkanalaufbereitung.

Die weiteren Diskussionsrunden galt den Abrechnungspositionen 3300 und 3290 für die Wundkontrolle, die 2197 GOZ bei Kompositrestaurationen, der Ansatz der Nr. 4110 GOZ bei der Socket Preservation, der Parallelansatz der Nr. 2442 GOÄ mit der Nr. 9090 sowie die Klärung, ob die 2180 GOZ die Möglickeiten der Vorbereitung eines Zahnes mit plastischem Aufbaumaterial zur Aufnahme einer Krone beschreibt und last but not least, ob neben direkten Provisorien nach den Nummern 2270, 5120, 5140 GOZ zahntechnische Leistungen anfallen.

Gute Resonanz lässt weitere Veranstaltung folgen

Hierbei belebte der Input des Publikums in Form von Fragen und kritischen Anmerkungen den Diskurs. In den Pausen kamen die Teilnehmer ins Gespräch mit den Referenten und konnten Nachfragen stellen und verschiedene, praxisrelevante Themen ansprechen. Das Ergebnis war ein ambitioniertes und fachorientiertes Ringen und sicherlich ein einzigartiges Erlebnis für alle Teilnehmer.

Die große Resonanz von Praxisinhabern und Abrechnungsfachkräften sowie den teilnehmenden Vertreter von Institutionen und Verbänden zeigten, dass mit dem GOZmasters ein hoch interessanter Ansatz gefunden wurde. Die nächste Veranstaltung soll in zwei Jahren wieder das Fachpublikum nach Düsseldorf locken: GOZmasters 2020.

Weitere Ausführungen zu den o.g. Themen lesen Interessierte hier in Kürze.

 

Die Referenten

Dr. Peter H.G. Esser, Fachautor zu Abrechnungsfragen sowie GOZ-Berater der ZA
Dr. Wilfried Beckmann, von 2008 bis 2018 Präsident der Privatzahnärztlichen Vereinigung Deutschlands
Dr. Wolfgang Menke,Vorsitzender des Ausschusses für Gebührenrecht Der Bundeszahnärztekammer
Dr. Christian Öttl, Mitglied im Bundesvorstand des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte, Referent für Honorarwesen
Dr. Dr. Alexander Raff, Stellvertretender Vorsitzender des Goz-Ausschusses der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg
Dr. K. Ulrich Rubehn, von 2009 bis 2013 Vorsitzender des GOZ-Senats der BZÄK und federführend für die Entstehung des GOZ-Kommentars der BZÄK
Dr. Ursula Stegemann, Seit 2010 im Vorstand der Zahnärztekammer Nordrhein, Referat Gebührenrecht
Dr. Michael Striebe, früherer GOZ-Experte der Zahnärztekammer Niedersachsen und Co-Autor des GOZ-Kommentars der BZÄK

DIE ZA ist eine Unternehmensgruppe mit berufsständischer Ausrichtung. Die Muttergesellschaft ZA eG wurde von Zahnärzten für Zahnärzte gegründet und hat 1988 mit dem Start der GOZ die Arbeit aufgenommen. Die Genossenschaft setzt sich seitdem für aktuelle Belange von Zahnärzten ein.

Die wichtigste Beteiligung ZA Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG (ZA AG) bietet Factoring-, Service- und Beratungsleistungen für Zahnärzte und Kieferorthopäden an. Als Finanzdienstleister kümmert sie sich um die Rechnungs- und Zahlungsabwicklung mit Patienten und Kostenerstattern. Die ZA AG ist 1999 als Tochtergesellschaft der ZA eG ins Leben gerufen worden.  Die 130 Mitarbeiter der ZA AG im Hauptsitz Düsseldorf setzen sich mit Herz und Verstand für ihre Kunden in bundesweit 4000 Praxen ein und sind somit mehr als ein reines Factoring-Unternehmen.

Mehr zum Team „DIE ZA“ finden Sie auf www.die-za.de

 

 

ZA Zahnärztliche Abrechnungsgesellschaft AG

Werftstraße 21

40549 Düsseldorf

Tel.: 0800 92 92 582

Fax: 0211 56 93 - 378

www.gozmasters.de

gozmasters@zaag.de

 

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Zum zweiten Mal heißt es bei PERMADENTAL “Leinen los” für ein spannendes On-Ship Fortbildungsevent für Zahnärzte und Praxismitarbeiter und einem entspannend-genussvollen Spätsommerabend am 5. September ab 17.00 Uhr auf dem Essener Baldeneysee.

Nähere Infos

Am 14. / 15. September 2018 findet unter dem Motto „Zahnerhaltung 2020 - Konzepte - Materialien – Techniken“ die 53. Bodenseetagung der BZÄK Tübingen in der Inselhalle Lindau statt. Parallel hierzu wird die 47. Tagung für Zahnmedizinische MitarbeiterInnen ausgetragen.

Hier erhalten Sie Näheres zur dieser Tagung