Veranstaltungen

Fortbildung auf hohem Niveau

Antibiotika-Gabe in der Zahnmedizin diagnostisch absichern

18.05.2017

Das Unternehmen Hain Lifescience veranstaltet jährlich zertifizierte Fortbildungen.
Das Unternehmen Hain Lifescience veranstaltet jährlich zertifizierte Fortbildungen.


Das Unternehmen Hain Lifescience, Hersteller und Vertreiber von Diagnostiksystemen für die Zahnmedizin und Medizin, veranstaltet jährlich zertifizierte Fortbildungen. Eine Veranstaltungsreihe widmet sich dem Antibiotika-Einsatz im Rahmen der Parodontitistherapie. Annähernd 200 Teilnehmer besuchten die 2. Veranstaltung im Stuttgarter Domero Hotel mit dem Titel „Rationaler Antibiotika-Einsatz in der Parodontologie“, zu der auch der renommierte Parodontologe Prof. Dr. h. c. Niklaus P. Lang der Universität Bern, als Referent geladen war.

Nach den einleitenden Begrüßungsworten von Geschäftsführer Tobias Hain startet die Mikrobiologin Dr. Sylke Dombrowa ihren Vortrag mit dem Titel „Antibiotika in der PA-Therapie? So treffen Sie die richtige Entscheidung“.

Sie zeigte den Teilnehmern anschaulich auf, dass die Antibiotikaresistenzen und die Verbreitung multiresistenter Bakterien sowie der Verbrauch an Antibiotika in den letzten Jahren weiter zugenommen hat. Als Gründe hierfür nannte sie nebst der natürlichen Existenz resistenter Erreger und übertragbaren Resistenzgenen vor allem ein inadäquater Einsatz von Antibiotika sowie auch eine mangelnde Patientencompliance.

Dr. Dombrowa fordert die Zahnärzteschaft zu einem bewussteren Umgang mit Antibiobika auf. Dies könne nur erreicht werden, wenn Antibiotika spezifisch auf den Erreger ausgerichtet wird, gemäß dem Prinzip „so viel wie nötig und so wenig wie möglich“. Die Antibiotika-Gabe müsse diagnostisch abgesichert sein, denn nicht jedes Antibiotikum wirkt bei jeder Bakterienspezies optimal. Das Keimspektrum kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein und daher sei es unabdingbar zu wissen, welche Bakterien vorliegen.

Die Testsysteme micro-IDent® bzw. micro-IDentplus® von Hain Lifescience weisen nicht nur das Vorkommen von 5 bzw. 11 parodontopathogenen Keimen, sondern auch deren Konzentration nach. Somit kann kann die richtige Entscheidung für eine optimale Therapie genau getroffen werden. Zahnärztin Anne Priewisch zeigte im Anschluss daran einige klinische Patientenfälle aus ihrer Reutlinger Praxis auf, deren individuellen diagnostischen Maßnahmen und die darauf abgestimmten Therapieschritte.

Die Antibiotika-Gabe muss sinnvoll erfolgen

  • Prof. Dr. Dr. Niklaus P. Lang (links) und Geschäftsführer Tobias Hain.

  • Prof. Dr. Dr. Niklaus P. Lang (links) und Geschäftsführer Tobias Hain.
Der Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Niklaus P. Lang trug den Titel „Aktuelle Empfehlungen zur Antibiotika-Prophylaxe und -Therapie in der Parodontologie und Implantologie“. Zunächst ging er auf die orale Ökologie der Mundhöhle und auf die mikrobiellen Komplexen und deren Schweregrade anhand der Socransky-Pyramide ein und präsentierte zahlreiche Studienauswertungen, die den Einsatz von systemischen Antibiotika kritisch betrachten.

Er betonte im Fazit, dass Antibiotika nicht vor dem erfolgreichen Abschluss der mechanischen Therapie, die sicher sehr zeitintensiv ist, verabreicht werden sollten. Der Gebrauch systemischer Antibiotika sollte seines Erachtens auch nur auf gewisse Patienten begeschränkt werden, und wenn jene zum Einsatz kommen, dann in ausreichender Konzentration. Er sieht keine Veranlassung, bei einer generalisierten chronischen Parodontitis Antibiotika zu geben, da dies nur eine erste Verbesserung der klinischen Situation zur Folge haben würde. Alleinig bei einer aggressiven Parodontitis, verursacht durch den Erreger Aggregatibacter actinomycetemcomitans soll mit Antibiotika therapiert werden.

Einen prophylaktischen Antibiotika-Einsatz bei Implantatinsertionen hält er aufgrund aktueller Studienauswertungen nur bei Eingriffen mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad und bei eventuell vorhersehbaren Komplikationen für gerechtfertigt. Er richtete seinen Appell an die Zahnärzteschaft, eine Antibiotika-Gabe sinnvoll durchzuführen. Die Markerkeimanalysen von Hain Lifescience sind dabei ein Mittel der Wahl, eine optimale Behandlung von Parodontitis und Periimplantitits herbeizuführen. Auch sei ein Einsatz von Lokalantibiotika in Betracht zu ziehen.

  • V.l.n.r.: In der Podiumsdiskussion beantworteten Prof. Dr. Holger Jentsch, Prof. Dr. Johannes Einwag, Prof. Dr. Dr. Niklaus N. Lang, Dr. Sylke Dombrowa und ZÄ Anne Priewisch ausführlich die Fragen von Tobias Hain und den Zuhörern.

  • V.l.n.r.: In der Podiumsdiskussion beantworteten Prof. Dr. Holger Jentsch, Prof. Dr. Johannes Einwag, Prof. Dr. Dr. Niklaus N. Lang, Dr. Sylke Dombrowa und ZÄ Anne Priewisch ausführlich die Fragen von Tobias Hain und den Zuhörern.
In einer Podiumsdiskussion gaben die Referenten und die eigens hierfür geladenen Gäste, Prof. Dr. Johannes Einwag, zfz-Stuttgart, und Prof. Dr. Holger Jentsch, Universität Leipzig, Antworten auf diverse Fragestellungen zur Parodontitis- und Periimplantitis-Therapie. Im Fazit waren die Redner sich einig, dass eine Antibiotika- Gabe in der Zahnmedizin genau abzuwägen ist, d. h., es müsse grundsätzlich hinterfragt werden, ob ein Einsatz gerechtfertigt bzw. überhaupt erforderlich ist. Bei eventuellen Unsicherheiten und um eine falsche Diagnostik auszuschließen, sei eine Testung empfohlen. „Zahnärzte verabreichen allzuoft den Winkelhoff-Cocktail, weil sie möglicherweise den Testsystemen nicht trauen“, so Prof. Einwag. „Wenn aber eine Testung 90%ig funktioniert, dann kann eine andere therapeutische Diagnostik eingesetzt werden, dann ist der Einsatz richtig“. Jedem sei daher angeraten, so Tobias Hain in seinen Schlussworten, sich für ein Testsystem zu entscheiden, dessen Wirksamkeit durch Studien belegt ist. 


  • micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus.

  • micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus.
Hain Lifescience bietet zur Markerkeimanalyse die Testsysteme micro-IDent® bzw. micro-IDent®plus, welche 5 bzw. 11 parodontopathogene Keime und deren Konzentration zuverlässig nachweisen. Das Ergebnis der Analyse zeigt, ob der Patient einer adjuvanten Antibiotikatherapie bedarf und wenn ja, welches Antibiotikum bei den nachgewiesenen Bakterien optimal wirkt. Eine vor einer Implantation durchgeführte Analyse zeigt, ob ein geplanter Eingriff durch eine bestehende Bakterienbelastung bereits von vorneherein gefährdet ist. Die Probenentnahmesets können kostenfrei angefordert werden.

www.micro-IDent.de, Tel.: 07473 9451-0
Hain Lifescience GmbH, Hardwisenstraße 1, 72147 Nehren

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