Zahnerhaltung

Hohe Flexibilität mit Venus® Mix & Match

Kompositsystem erfüllt mechanische und ästhetische Ansprüche

Komposit-Restaurationen unterliegen hohen mechanischen und ästhetischen Anforderungen. Um diesen gerecht zu werden, wünschen sich Zahnärzte nicht nur Werkstoffe mit entsprechenden Materialeigenschaften: Im Fokus steht zusätzlich die einfache Handhabung des Produktes. Dr. Marcus Holzmeier hat in Venus® Diamond ein Komposit gefunden, das seinen Ansprüchen an Funktion, Ästhetik und Handling entgegenkommt und darüber hinaus – nicht zuletzt aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Venus®-Kompositfamilie – äußerst flexibel in der Anwendung ist. Nachfolgend beschreibt Dr. Holzmeier anhand eines Fallbeispiels seine Erfahrungen.

Moderne Komposite ermöglichen bei korrekter Anwendung auch in anspruchsvollen Situationen sehr gute und stabile Restaurationsergebnisse. Im Praxisalltag bewähren sich in meinen Augen dabei nur Produkte, deren Anwendung komplikationslos ist und zu vorhersehbaren Ergebnissen führt. Venus® Diamond ist ein Nanohybrid-Komposit und mit seiner festen, minimal-klebrigen Konsistenz einfach zu handhaben. Ich verwende es seit seiner Einführung im Jahr 2009 prinzipiell für alle Kavitätenklassen. Fallabhängig variiere ich mit Venus® Pearl. Aufgrund der geschmeidigeren Konsistenz dieses Materials nutze ich es gerne bei Versorgungen im Frontzahnbereich oder bei Klasse-V- Kavitäten. Das zeigt, was diese Kompositfamilie ausmacht: Nicht zuletzt aufgrund des einheitlichen Farbsystems lassen sich die Materialien flexibel einsetzen und auch kombinieren. Zusammen mit Venus® Diamond Flow, der fließfähigeren Variante, macht das in sich harmonisierende System es mir leicht, indikationsbezogen zu entscheiden und trotzdem ein gleichbleibend gutes wie auch farblich passendes Ergebnis zu erhalten. Für den Einsatz von Venus® in der täglichen Anwendung sprechen für mich, neben Flexibilität und guter Farbadaption, das Handling der Materialien – schließlich ist es immer schwierig, zu einem anderen Produkt zu wechseln, wenn man sich einmal an eine Konsistenz gewöhnt hat. Der Übergang zwischen Versorgungen mit den Venus®-Kompositen ist immer fließend, sodass es von meiner Seite aus nie Umstellungsprobleme gab.

Ansprüche an Ästhetik und Funktion

Versorgungen im Seitenzahnbereich sind aufgrund der mitunter tiefen Kästen und der zu gestaltenden, teilweise sehr ausgedehnten okklusalen Flächen oft anspruchsvoll: Die Restauration muss sehr großen Kräften widerstehen, soll langlebig sein und gleichzeitig ästhetisch aussehen. Mein besonderes Augenmerk liegt in der Dichtigkeit des approximalen Kastens sowie der guten Schichtung aus der Tiefe heraus. Mit Venus® Diamond bzw. der Venus®-Kompositfamilie lassen sich diese Hohe Flexibilität mit Venus® Mix & Match Kompositsystem erfüllt mechanische und ästhetische Ansprüche Ansprüche gut erfüllen, da das System auch eine Flow-Variante bietet und ich zusätzlich ein Bulk-Fill-Material verwenden kann, um mir gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Aufbau zu schaffen. Neben der Funktionalität überzeugt mich auch, dass ich abseits einer aufwendigen Schichtung mit Venus® Diamond auch monochromatisch arbeiten kann und sich die Farbe dennoch ziemlich gut an die umgebende Zahnhartsubstanz adaptiert.

Erfahrungen in der Anwendung

Meine Erfahrungen mit Venus® Diamond bei der Seitenzahnrestauration sind sehr gut. Ich habe relativ wenig bis keine Probleme mit der Anwendung. Der Haftverbund zu allen gängigen Adhäsiven ist ebenfalls problemlos, sofern man die grundlegenden Arbeitsschritte beherzigt und korrekt umsetzt. Ich arbeite derzeit bevorzugt mit Universaladhäsiven, da ich dann besonders flexibel bin. Meine Wahl fiel auf iBOND Universal von Kulzer, ein universelles, lichthärtendes Adhäsiv, weil ich gern auf Materialien ein und desselben Herstellers zurückgreife. So kann ich mir sicher sein, dass die eingesetzten Produkte optimal aufeinander abgestimmt und erfolgreich in der Anwendung sind. Schließlich basieren die veröffentlichten Messdaten der Hersteller zu ihren Produkten in der Regel auf Messungen hauseigener Kombinationen. iBOND Universal bietet im Vergleich zu den vorhergehenden selbstätzenden iBOND-Produkten am Schmelz eine höhere Haftkraft bei selektiver Schmelzätzung und einen besseren Randschluss. Auf diese Weise erhoffe ich, die früher gelegentlich aufgetretenen Verfärbungen im Randbereich einer Füllung zu umgehen. Üblicherweise verwende ich iBOND Universal bei „normalen“ Kavitäten tatsächlich nur bei selektiver Schmelzätzung, d. h. ich konditioniere den Schmelz vorab mit Phosphorsäuregel. Aufgrund der Monomere 4-META und MDP verspreche ich mir eine gute Adhäsion – ebenso sollte die Evaporation durch Aceton erleichtert werden. An iBOND Universal schätze ich neben der Universalität seine Konsistenz (da nicht zu dünnflüssig). Ist eine saubere, stabile Adhäsivschicht etabliert, lässt sich Venus® Diamond trotz seiner Festigkeit gut adaptieren, ohne sich durch einen Klebeeffekt beim Zurückziehen des Instrumentes wieder von der Kavitätenwand zu lösen. Verarbeitungszeit wie Standfestigkeit sind gut eingestellt, sodass ich in Ruhe modellieren kann und die Strukturen auch bis zur Polymerisation unverändert stehen bleiben. Für Kollegen, bei denen der zeitliche Aspekt eine wesentliche Rolle spielt, bietet sich immer die Möglichkeit, monochromatisch zu arbeiten und den farbadaptiven Effekt der Produkte zu nutzen. Selbst das Schichten lässt sich weitgehend umgehen, indem ein Bulk-Fill in der Tiefe der Kavität (in Schichtstärken bis maximal 4 mm und bis 2 mm vor Erreichen der Okklusionsfläche) verwendet wird. Arbeitet man in einem additiven Verfahren, ist die Oberfläche von Anfang an recht glatt und glänzend, sodass nur noch ein minimaler Polieraufwand nötig ist. Aufgrund der Nanostruktur des Materials bleibt der Glanz auch erhalten bzw. zeigt im Laufe der Jahre selbst bei oberflächlicher Abrasion einen glanzerhaltenden Effekt. Es sei erwähnt, dass es für iBOND Universal wie für alle anderen Adhäsive gilt, einige der häufigsten Fehler zu vermeiden. Es muss genügend Material appliziert, die Flüssigkeit während der Einwirkzeit in Bewegung gehalten und wirklich so lange verblasen werden, bis sich nichts mehr bewegt und die Oberfläche gleichmäßig glänzt (siehe auch Abb. 6): Ein Bonding mit Resten an Lösungsmitteln zu polymerisieren, ist bekanntlich nicht erfolgreich. Die Anwendung von Venus® Diamond wiederum unterscheidet sich nicht von anderen Kompositen. Wenn die Farben/Kombinationen sorgfältig ausgewählt und die Schichtstärken nicht zu dick gestaltet sind, erhält man ein sehr ästhetisches wie haltbares Ergebnis. Zuletzt ergibt die Politur mit Venus® Supra oder dem EVE Twist Rad einen tollen Glanz.

Fallbeispiel

Der folgende Patientenfall zeigt die Versorgung einer zweiflächigen Prämolarenkavität mit iBOND Universal und Venus® Diamond. Der 42-jährige Patient stellte sich in der Praxis zur Routinekontrolle vor. Bei vorliegender guter Mundhygiene drängte sich im ansonsten konservierend gut versorgten Gebiss der Verdacht auf Karies distal an 24 auf. Die Inspektion mit der Sonde ergab zu ertastende undichte Füllungsränder, okklusal schimmerte eine Verfärbung durch (Abb. 1). Nach Aufklärung über die verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten entschieden wir uns zusammen mit dem Patienten für die Restauration dieses relativ kleinen Defektes mit einem Komposit im Rahmen der Kariestherapie, da auf diese Weise im Gegensatz zu einer indirekten Versorgung eine maximale Substanzschonung gewährleistet werden kann. Darüber hinaus kannte der Patient bereits die Möglichkeiten einer Kompositfüllung oder eines Goldinlays, wünschte aber trotz höchster Zufriedenheit mit der Edelmetallversorgung an 25 aufgrund der anterioren Lage des Nachbarzahnes eine unsichtbare Restauration. Ein Keramikinlay schied aus Kostengründen und aufgrund des damit verbundenen höheren Substanzverlustes aus. Angesichts der eingangs erläuterten Handling-Eigenschaften und der guten Farbadaptation fiel die Wahl auf Venus® Diamond; auf Basis des relativ hellen Zahnes in der Universalfarbe A2 und HKA2,5.

  • Abb. 1: Ausgangssituation an Zahn 24.
  • Abb. 2: Eröffnung der Kavität.
  • Abb. 1: Ausgangssituation an Zahn 24.
  • Abb. 2: Eröffnung der Kavität.

  • Abb. 3: Zustand nach Kariesexkavation und Erledigung der vorbereitenden Maßnahmen.
  • Abb. 3: Zustand nach Kariesexkavation und Erledigung der vorbereitenden Maßnahmen.

Nach Infiltrationsanästhesie mit Ultracain DS wurde die Kavität an Zahn 24 eröffnet und die Karies exkaviert (Abb. 2). Die Kavitätenpräparation erfolgte unter Erhalt möglichst umfangreicher Schmelzanteile. Zur Abgrenzung des Präparationsgebietes gegenüber der Mundhöhle wurde Kofferdam gelegt. Für eine optimale Ausgestaltung des Approximalkontaktes kamen Holzkeile und ein Matrizenband zur Anwendung (Abb. 3).

Zur Vorbereitung der Kavität wurden mit iBOND Etch 35 Gel für 20 Sekunden die Schmelzränder angeätzt (Abb. 4), anschließend die Oberfläche mit Wasserspray 15–20 Sekunden abgesprüht bzw. gereinigt. Dann wurde iBOND Universal mit dem Mikrotip 20 Sekunden lang (Abb. 5) einmassierend appliziert und im Anschluss mit trockenem Luftstrom verblasen (Abb. 6). Es folgte die Lichtpolymerisation für 10 Sekunden. Nun wurde zur Abdeckung der Unebenheiten am Kavitätenboden Venus® Diamond Flow aufgetragen (Abb. 7).

  • Abb. 4: Ätzen der Schmelzränder mit Phosphorsäure.
  • Abb. 5: Auftragen von iBOND® Universal mit dem Mikrotip.
  • Abb. 4: Ätzen der Schmelzränder mit Phosphorsäure.
  • Abb. 5: Auftragen von iBOND® Universal mit dem Mikrotip.

  • Abb. 6: Nach dem Auftragen des Bondings glänzt die Oberfläche gleichmäßig.
  • Abb. 7: Abdeckung des Kavitätenbodens mit Venus® Diamond Flow.
  • Abb. 6: Nach dem Auftragen des Bondings glänzt die Oberfläche gleichmäßig.
  • Abb. 7: Abdeckung des Kavitätenbodens mit Venus® Diamond Flow.

Um die Grundfarbe herzustellen, kam in dieser Region zusätzlich Venus® Diamond in der opaken Dentinfarbe OM (Opaque Medium) zum Einsatz. Anschließend wurde der Kompositaufbau mit Venus® Diamond in den eingangs ausgewählten Farbtönen durchgeführt, beginnend mit der approximalen Wand (Abb. 8). Danach wurde der Kavitätenboden ausgekleidet. Der Aufbau erfolgte in Mehrschichttechnik mit Schichtdicken von je 2 mm und wurde intermittierend nach jeder Schicht für 20 Sekunden lichtpolymerisiert (Abb. 9). Das Material wurde mit dem Heidemann-Spatel eingebracht, wobei auch ein Kugelstopfer bzw. flacher Stopfer geeignet wäre. Zum Abschluss wurde die fertige Restauration trotz der Zwischenhärtungen noch einmal für ca. 20 Sekunden polymerisiert (Translux 2Wave, Kulzer). Üblicherweise erfolgt vor der Aushärtung die Oberflächengestaltung mit Modellierinstrumenten, sodass bei der Ausarbeitung nur wenig Konturierung nötig wird. Hierfür verwende ich Flammen-, Kugel- oder birnenförmige Instrumente (Abb. 10). Für die sich anschließende Politur kamen die Poliersysteme Venus® Supra und EVE Twist (EVE Ernst Vetter) zum Einsatz (Abb. 11). Die fertige Restauration passt sich farblich hervorragend in die Umgebung ein (Abb. 12).

  • Abb. 8: Der Aufbau erfolgt in Schichttechnik, approximal beginnend.
  • Abb. 9: Die letzte Schicht ist aufgetragen.
  • Abb. 8: Der Aufbau erfolgt in Schichttechnik, approximal beginnend.
  • Abb. 9: Die letzte Schicht ist aufgetragen.

  • Abb. 10: Nach Entfernung von Matrizenband und Keilen wird die Füllung ausgearbeitet...
  • Abb. 11: … und poliert.
  • Abb. 10: Nach Entfernung von Matrizenband und Keilen wird die Füllung ausgearbeitet...
  • Abb. 11: … und poliert.

  • Abb. 12: Das ästhetisch ansprechende Ergebnis.
  • Abb. 12: Das ästhetisch ansprechende Ergebnis.

Fazit

Moderne Komposite müssen mechanischen und ästhetischen Ansprüchen genügen und dabei einfach anzuwenden sein. Ich löse diese Anforderung mit Kompositen aus dem Venus® System. Wie das klinische Fallbeispiel zeigt, habe ich in diesem Zusammenhang gute Erfahrungen mit der Kombination von iBOND Universal und Venus® Diamond gemacht: iBOND Universal gibt mir als Behandler aufgrund seiner Universalität hinsichtlich Bonding-Technik und Indikation die Freiheit, die am besten zur jeweiligen klinischen Situation passende Bonding-Strategie auszuwählen und gleichzeitig einen sicheren und langfristig stabilen Verbund zwischen Zahnhartsubstanz und Komposit herzustellen. Speziell mit dem Nanohybrid-Komposit Venus® Diamond lassen sich bei einfacher Handhabung Restaurationen mit optimalen mechanischen Eigenschaften und dauerhafter Ästhetik wie Glanzbeständigkeit herstellen.

Dieser Anwenderbericht entstand in Zusammenarbeit mit Dr. Stefan Mörchen-Trinkle, Schwäbisch Hall.

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Marcus Holzmeier