Prothetik


Sichere Haftung an Schmelz und Dentin

09.03.2011

Abb. 1: Ausgangssituation: Karies an 14.
Abb. 1: Ausgangssituation: Karies an 14.

Nachfolgend stellt der Kollege Andreas Kluschke das Adhäsiv XP Bond vor, dass er routinemäßig in seiner Praxis verwendet.

Moderne ästhetische Zahnmedizin ist ohne den Einsatz der Adhäsivtechnik nicht vorstellbar. Und so wundert es nicht, dass in kaum einem zahnmedizinischen Bereich so intensiv geforscht wird, wie bei den Materialien, welche in der Adhäsivtechnik Anwendung finden. Hier liegt das Augenmerk besonders auf der Vereinfachung der einzelnen Behandlungsschritte, die zum Erzielen eines optimalen adhäsiven Verbundes nötig sind, sowie auf der Optimierung der materialspezifischen Eigenschaften. In allen Indikationsstellungen der Adhäsivtechnik wird ein Verbund zwischen den verschieden strukturierten Oberflächen über eine mikroretentive oder chemische Verankerung angestrebt. Der der Adhäsion von Kompositen an Schmelz und Dentin zugrunde liegende Mechanismus besteht im Austausch von Zahnhartsubstanzen gegen Kompositmonomere, die mikromechanisch in den künstlich erzeugten Zahnhartsubstanzporositäten verankert werden.

Moderne Adhäsive: Zwei Entwicklungsrichtungen

Die aktuell auf dem Markt erhältlichen Adhäsive lassen sich grob in zwei Klassen unterteilen: Self-Etch und Etch & Rinse Systeme. Self-Etch Systeme verzichten auf einen separaten Ätzschritt der Zahnhartsubstanzen mit Phosphorsäure. Dieser Vorgang wird von milden Säuren, die sich bereits in dem Adhäsiv befinden, übernommen.
Etch & Rinse Systeme erfordern dagegen einen separaten Ätzschritt der Zahnhartsubstanzen mit 30- bis 40%-iger Phosphorsäure, um die gewünschten Mikrorauigkeiten für die Verankerung in der Zahnhartsubstanz zu erzeugen. Die empfohlenen Ätzzeiten betragen für Schmelz 30 Sekunden und für Dentin 15 Sekunden. Anschließend erfolgt das Primen und das Bonden entweder in zwei separaten Schritten oder bei den modernsten Systemen – wie dem nachfolgend beschriebenen XP Bond – simultan in einem Schritt. Die Entwicklung moderner Etch & Rinse Adhäsive ging, stark vereinfacht betrachtet, von „Mehrflaschen-Systemen“ hin zu „Selbstkonditionierenden Einflaschen-Systemen“ mit vorgeschalteter Phosphorsäurekonditionierung der Zahnhartsubstanzen. Ziel war und ist, die Techniksensitivität der einzelnen Behandlungsschritte zur Herstellung des adhäsiven Verbundes zu reduzieren und anwenderfreundlicher zu machen.

Adhäsivbeispiel: XP Bond

Zu den am ausführlichsten getesteten Materialien des Marktes gehört das Adhäsiv XP BOND (DENTSPLY DeTrey), das auch ich in meiner Praxis verwende (Abb. 1–5).

  • Abb. 2: Die Ätzung ist bereits erfolgt, XP Bond wurde aufgetragen.
  • Abb. 3: Die Füllung wird gelegt.
  • Abb. 2: Die Ätzung ist bereits erfolgt, XP Bond wurde aufgetragen.
  • Abb. 3: Die Füllung wird gelegt.

  • Abb. 4: Die fertig geschichtete Füllung.
  • Abb. 5: Die polierte Füllung.
  • Abb. 4: Die fertig geschichtete Füllung.
  • Abb. 5: Die polierte Füllung.

Hierbei handelt es sich um ein nanotechnologisches Etch & Rinse Adhäsiv auf Methacrylat-Basis mit dem neuartigen Lösungsmittel tertiäres Butanol. XP BOND zeichnet sich laut Herstellerangaben, die sich mit meinen Erfahrungen decken, durch hervorragende Haftwerte, gute Versiegelung und ausgezeichnete Randdichtigkeit aus. Generell müssen sich in vitro ermittelte hervorragende Leistungsdaten aber auch in der Praxis bewähren und unter realen Praxisbedingungen eine ähnlich solide Leistung erbringen. Dies trifft in besonderem Maße für XP BOND zu, wie Praxis und Literatur zeigen.

Anwendungsmöglichkeiten und Materialeigenschaften

XP Bond ist sowohl als rein lichthärtendes Material in der konservativ restaurativen Zahnmedizin in Verbindung mit Kompositfüllungen und beim rein lichthärtenden adhäsiven Befestigen keramischer Restaurationen einsetzbar als auch in Kombination mit dem Self Cure Activator für die chemisch induzierte Dunkelhärtung verwendbar. Dies ist vor allem bei der post-endodontischen Versorgung mit Glasfaserstiften oder bei der prothetischen Versorgung mit Keramiken erforderlich.
XP BOND lässt sich durch seine entsprechenden physikalischen Materialeigenschaften sehr gut in die Kavität applizieren: Es ist gut zu sehen, besitzt eine optimale Filmdicke und penetriert tief in die Dentintubuli und das Kollagennetzwerk. Diese Penetration und Benetzung der organischen Dentinstrukturen ist von großer Bedeutung für den Erfolg einer adhäsiven Versorgung. Hier spielt der techniksensitive Teil des Dentin-Feuchtigkeits-Management eine große Rolle.
Jeder Behandler trocknet das Dentin unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von direktem Power-Dauerluftstrom bis hin zu indirektem, sanftem Lufteinströmen über den Behandlungsspiegel in die Kavität. Dass das Dentin dabei unterschiedliche Trockenheitsgrade aufweist, liegt auf der Hand. Das hier vorgestellte Material XP BOND kommt mit einem relativ breiten Spektrum des Dentin-Feuchtigkeitsgrades zurecht, was letztlich bedeutet, dass es sehr tolerant gegenüber zu nassem oder zu trockenem Dentin ist. Damit bietet es dem Behandler auch in extremen Situationen ausreichend Sicherheit.

Fazit

XP BOND hat die Fähigkeit, unterschiedlich trockenes Dentin sicher zu benetzen und zu versiegeln. Es bietet gegenüber den verschiedenen Zahnhartsubstanzen und Füllungsmaterialien hohe Haftkräfte und entsprechende Randdichtigkeiten. Aufgrund seines universellen Anwendungsspektrums eignet sich XP Bond für alle adhäsiven Techniken in der täglichen zahnärztlichen Behandlungsroutine.


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