Prothetik


Effiziente Abdrucknahme im Rahmen der CAD/CAM-Technologie – Teil 2

Abb. 2: Im Jahr 2000 eingegliederte, konventionell gefertigte Vollkeramik-Kronen auf den Zähnen 45, 46 und 47 (Spiegelaufnahme). Die Krone an Zahn 46 zeigt aufgrund der zu geringen Materialdicke einen von bukkal nach lingual komplett durchlaufenden Sprun
Abb. 2: Im Jahr 2000 eingegliederte, konventionell gefertigte Vollkeramik-Kronen auf den Zähnen 45, 46 und 47 (Spiegelaufnahme). Die Krone an Zahn 46 zeigt aufgrund der zu geringen Materialdicke einen von bukkal nach lingual komplett durchlaufenden Sprun

Fortsetzung

Fallbeispiel (Abb. 2–11)

Das in diesem Bericht gezeigte klinische Fallbeispiel einer 37 Jahre alten Patientin zeigt die erforderliche Neuanfertigung einer vollkeramischen Krone an Zahn 46 (Abb. 2). Die Neuversorgung ergab sich aufgrund der Tatsache, dass die neun Jahre alte – seinerzeit konventionell zahntechnisch gefertigte – Vollkeramikkrone einen transversal mittigen, kompletten Belastungssprung aufwies, welchen die Patientin mithilfe ihrer Zunge recht schnell selbstständig

  • Abb. 2: Im Jahr 2000 eingegliederte, konventionell gefertigte Vollkeramik-Kronen auf den Zähnen 45, 46 und 47 (Spiegelaufnahme). Die Krone an Zahn 46 zeigt aufgrund der zu geringen Materialdicke einen von bukkal nach lingual komplett durchlaufenden Sprung (Belastungsbruch).

  • Abb. 2: Im Jahr 2000 eingegliederte, konventionell gefertigte Vollkeramik-Kronen auf den Zähnen 45, 46 und 47 (Spiegelaufnahme). Die Krone an Zahn 46 zeigt aufgrund der zu geringen Materialdicke einen von bukkal nach lingual komplett durchlaufenden Sprung (Belastungsbruch).
festgestellt hatte.

Nach klinischer Prüfung der Indikation (Zahn 46 zeigte sich nach Entfernung der beschädigten Krone als beschwerdefrei, vital, röntgenologisch unauffällig und „crie-dentaire“-positiv) und eingehender Besprechung der möglichen therapeutischen Vorgehensweisen fiel die Wahl der Patientin auf die relativ kostengünstige Versorgung des Zahns mit einer monochromatischen CAD/CAM-Krone aus bruchstabiler, vorgefertigter Industriekeramik. Aufgrund der klinischen Erfahrungen des Autors mit biodentis-Vollkeramikkronen (absolute. CERAMICS) wurde die gesamte Versorgung entsprechend dem hierfür vom Hersteller (biodentis GmbH, Leipzig) vorgegebenen klinischen Ablaufprotokoll durchgeführt (Abb. 3–11).
Für die korrekte CAD/CAM-Erstellung von biodentis-Vollkeramikkronen wird geraten, eine Situationsabformung der betreffenden Ober- und Unterkieferbereiche vor der eigentlichen Präparation der zu behandelnden Zähne anzufertigen. Zu diesem Zweck wurde hier ein „Dual-Arch-Abdruck“ in Doppelmischtechnik mit den bereits genannten Flexitime-Materialien vorgenommen (Abb. 8).
Zunächst wurde die nicht intakte Zahnhartsubstanz beseitigt und vorsorglich ein Dentinwundverband mittels Komposit-Füllungsmaterial angebracht. Anschließend wurde der Zahn definitionsgerecht für die Versorgung der CAD/CAM-Vollkeramikkrone präpariert (Abb. 3). Die in diesem Rahmen erforderlichen „Dual-Arch-Abformungen“, d. h. die einzeitige, gemeinsame Abdrucknahme des betreffenden Ober- und Unterkieferabschnitts mithilfe eines Segment-Abformmassenträgers (Triple-Tray-Löffel, Premier) ließen sich leicht durchführen (Abb. 4). Mit diesen speziellen Abformmasseträgern kann – nachvorheriger Überprüfung der ungestörten Platzierungsmöglichkeit in dem betreffenden Kieferbereich – unproblematisch und recht ergonomisch ein ein- oder zweiphasiger Abdruck durchgeführt werden. Dabei wurde auf die Auswahl eines geeigneten Abformmaterials (Flexitime, Heraeus) und die störungsfreie Positionierung des Segmentlöffels im Mund geachtet. Mit einer ausreichenden beidseitigen Befüllung des Abformmassenträgers erfolgten so die Abdrucknahme und das Bissregistrat in korrekter IKP-Schlussbissstellung. Dazu wurde das Putty-Material (Flexitime Dynamix Putty) mithilfe eines automatischen

  • Abb. 4: Der Segment-Abdrucklöffel (Triple-Tray-Löffel, Premier) wird eingesetzt.
  • Abb. 5: Der einzeitige, zweiphasige Abdruck („Doppelmischabformung“) des rechten Oberkieferabschnitts zeigt die nahezu durchgebissenen okklusalen Kontaktflächen.
  • Abb. 4: Der Segment-Abdrucklöffel (Triple-Tray-Löffel, Premier) wird eingesetzt.
  • Abb. 5: Der einzeitige, zweiphasige Abdruck („Doppelmischabformung“) des rechten Oberkieferabschnitts zeigt die nahezu durchgebissenen okklusalen Kontaktflächen.

  • Abb. 6: Der mithilfe des Triple-Tray-Segment-Abformmassenträgers genommene Abdruck aus Abbildung 5 von seitlich lateral gesehen.
  • Abb. 7: Der Gegenkieferbereich zum präparierten Zahn 46, wie ihn der bereits in Abbildung 5 und 6 gezeigte Abdruck wiedergibt. Man beachte die Oberflächenglätte und Homogenität, die eine sichere und zuverlässige computergestützte 3D-Datenerfassung erlauben.
  • Abb. 6: Der mithilfe des Triple-Tray-Segment-Abformmassenträgers genommene Abdruck aus Abbildung 5 von seitlich lateral gesehen.
  • Abb. 7: Der Gegenkieferbereich zum präparierten Zahn 46, wie ihn der bereits in Abbildung 5 und 6 gezeigte Abdruck wiedergibt. Man beachte die Oberflächenglätte und Homogenität, die eine sichere und zuverlässige computergestützte 3D-Datenerfassung erlauben.

  • Abb. 8: Für die Situationsabformung des zu präparierenden Zahns erfolgt der „Dual-Arch-Abdruck“ mit einem Triple-Tray-Segement-Abformmassenträger in Doppelmischtechnik.
  • Abb. 9: Dieser Situationsabdruck – hier der Gegenkieferbereich, der aufgrund der sehr hohen Zeichnungsschärfe mit Flexitime Dynamix Putty abgeformt wurde – wird später ebenso digital erfasst. Die so ermittelten Scandaten der entsprechenden Ober- und Unterkieferzähne dienen dem virtuellen „Korrelationsmodell“. Im Rahmen des nachfolgenden computergestützten Modellierens der Vollkeramikkrone kann dieses digitale Referenzmodell für Feinabstimmungen sehr nützlich sein, insbesondere hinsichtlich der Festlegung der erforderlichen Okklusionsverhältnisse und der korrekten Gestaltung der Krone.
  • Abb. 8: Für die Situationsabformung des zu präparierenden Zahns erfolgt der „Dual-Arch-Abdruck“ mit einem Triple-Tray-Segement-Abformmassenträger in Doppelmischtechnik.
  • Abb. 9: Dieser Situationsabdruck – hier der Gegenkieferbereich, der aufgrund der sehr hohen Zeichnungsschärfe mit Flexitime Dynamix Putty abgeformt wurde – wird später ebenso digital erfasst. Die so ermittelten Scandaten der entsprechenden Ober- und Unterkieferzähne dienen dem virtuellen „Korrelationsmodell“. Im Rahmen des nachfolgenden computergestützten Modellierens der Vollkeramikkrone kann dieses digitale Referenzmodell für Feinabstimmungen sehr nützlich sein, insbesondere hinsichtlich der Festlegung der erforderlichen Okklusionsverhältnisse und der korrekten Gestaltung der Krone.

  • Abb. 10: Das angefertigte Registrat in Schlussbiss-Position.
  • Abb. 11: Die eingesetzte vollkeramische CAD/CAM-Krone.
  • Abb. 10: Das angefertigte Registrat in Schlussbiss-Position.
  • Abb. 11: Die eingesetzte vollkeramische CAD/CAM-Krone.

Anmischgerätes (Dynamix) vorbereitet. Flexitime Correct Flow wurde aus der Kartusche des Handdispensers direkt auf die abzuformenden Zähne appliziert. Abbildung 5 zeigt den Abdruck des rechten Oberkieferabschnitts mit nahezu durchgebissenen okklusalen Kontaktflächen. Aufgrund des Verarbeitungs- und Materialeigenschaften von Putty und Korrekturmaterial (s. o.) konnte auf ein besonderes Gewebemanagement verzichtet werden. Das Ergebnis ist eine Abformung, welche die Grundlage für ein zuverlässiges, qualitativ hochwertiges und reproduzierbares Behandlungsergebnis ist (Abb. 6). Für die korrekte Herstellung der Arbeit wird auch der Gegenkiefer mit einem Situationsabdruck abgeformt (Abb. 9) und später ebenso digital erfasst. Die so ermittelten Scandaten der entsprechenden Ober- und Unterkieferzähne dienen dem virtuellen „Korrelationsmodell“. Im Rahmen des nachfolgend computergestützten Modellierens der Vollkeramikkrone kann dieses digitale Referenzmodell für Feinabstimmungen sehr nützlich sein, insbesondere hinsichtlich der Festlegung der erforderlichen Okklusionsverhältnisse und der korrekten Gestaltung der Krone. Abbildung 11 zeigt die fertige, vollanatomisch aus einem industriell vorgefertigten Lithium-Disilikat-Keramikblock (IPS e.maxCAD, Ivoclar Vivadent) geschliffene vollkeramische CAD/CAM-Krone nach dem Einsetzen. Die monochromatische Restauration, die analog dem bekannten CEREC-Verfahren hergestellt wurde, erweist sich als einwandfrei.

Fazit

Ganz gleich, für welchen Fertigungsweg man sich entscheidet – bei der Versorgung mit zahntechnischem CAD/CAM-Zahnersatz sind zuverlässige Materialien für eine klassische, „konventionelle“ Abformung immer noch das Maß für zahnmedizinisch-zahntechnische Vorgehensweisen. Aus der Sicht und der klinischen Erfahrung des Autors sind für die genannten Einsatzbereiche Flexitime Dynamix Putty, Flexitime Correct Flow und Flexitime Bite als Abdruckmaterialien, respektive Letzteres als Bissregistriermaterial empfehlenswert. Die ausgezeichneten werkstoffkundlichen Eigenschaften, das angenehme klinische Handling sowie die ausgesprochen gute Preis-Qualität-Ergebnis-Relation der Produkte zeichnen diese Materialien aus.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Markus Th. Firla

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Markus Th. Firla



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