Prophylaxe


Zusatznutzen antibakterieller Mundspülungen bestätigt

30.01.2019


Mit starkem Konsens [1] sind sich die beteiligten Experten einig: vornehmliches Ziel des zusätzlichen Spülens mit einer antibakteriellen Mundspülung ist, „den Erfolg der mechanischen Mundhygiene zu verbessern, indem eine Plaquereduktion und damit eine Prophylaxe der Gingivitis und zum anderen eine Ausheilung einer bestehenden Gingivitis (Gingivitisreduktion) erreicht wird“ [1].

Neue S3-Leitlinie bewertet Effekt des Anwendens von Mundspüllösungen ergänzend zur mechanischen Reinigung

Die der Leitlinie zugrundgelegten Studien zeigen, dass die zusätzliche Anwendung chemisch antibakterieller Wirkstoffe in Mundspüllösungen als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion des dentalen Biofilms beiträgt – und damit zur Prophylaxe von Gingivitis. Antibakterielle Wirkstoffe (ätherische Öle, Chlorhexidin, Triclosan/Copolymer) werden somit als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion der Gingivitis empfohlen [2,3,4,5].
Die dauerhafte Anwendung von Mundspüllösungen eignet sich prinzipiell für alle Patienten, „die längerfristig eine Ergänzung ihrer täglichen mechanischen Mundhygiene-Maßnahmen benötigen“ [1]. Laut S3-Leitlinie wird die Anwendung u.a. für Personengruppen mit besonderem Unterstützungsbedarf, die unter spezieller Medikation stehen oder mit mechanisch schwer zugänglichen Bereichen im Mundraum empfohlen. Hierzu eignen sich Formulierungen mit Aminfluorid/Zinnfluorid, ätherischen Ölen, Cetylpyridiniumchlorid, Chlorhexidin <0,1% [1].

Ätherische Öle: Hohe wissenschaftliche Evidenz und großer Effekt auf Plaque und Gingivitis



  • © Johnson & Johnson
Die besten Ergebnisse erzielen nur Chlorhexidin und die ätherischen Öle. Wobei die S3-Leitlinie bei den Lösungen mit ätherischen Ölen ausschließlich Mundspülungen mit einer speziellen Zusammensetzung der Wirkstoffe Thymol, Menthol, Eukalyptol und Methylsalicylat (Listerine®) berücksichtigt: Sowohl für die Wirkung auf Plaque als auch auf Gingivitis bestätigt die S3-Leitlinie einen großen Effekt, und das bei einer hohen Qualität der Evidenz [1].
Zudem herrscht starker Konsens darüber, dass Nebenwirkungen bei der Langzeitanwendung (6 Monate) der verschiedenen Wirkstoffe ein Auswahlkriterium darstellen. Bei der Beschreibung von ätherischen Ölen als Wirkstoff heißt es: „Gegenüber Chlorhexidin und Aminfluorid/Zinnfluorid treten auch bei einer Langzeitanwendung [von ätherischen Ölen] keine oralen Verfärbungen auf“ [1]. Listerine® eignet sich daher auch für die Langzeitanwendung, ohne das Gleichgewicht der gesunden Mundflora zu beeinträchtigen [5].

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Quellen:
[1] DG PARO, DGZMK. S3-Leitlinie (Kurzversion): Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. Parodontologie 2018.
[2] Haas AN, Wagner TP, Muniz FW, Fiorini T, Cavagni J, Celeste RK. Essential oils-containing mouthwashes for gingivitis and plaque: Meta-analyses and meta-regression. J Dent 2016;55:7-15.
[3] Haps S, Slot DE, Berchier CE, Van der Weijden GA. The effect of cetylpyridinium chloridecontaining mouth rinses as adjuncts to toothbrushing on plaque and parameters of gingival inflammation: a systematic review. Int J Dent Hyg 2008;6:290-303.
[4] James P, Worthington HV, Parnell C, Harding M, Lamon T, Cheung A Whelton H, Riley P. Chlorhexidine mouthrinse as an adjunctive treatment for gingival health (Review). Cochrane Database of Systematic Reviews 2017; Issue 3. CD008676.
[5] Minah GE et al. Effects of 6 months use of an antiseptic mouthrinse on supragingival dental plaque microflora. J Clin Periodontol 1989;16:347-352.

 

 

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