Prophylaxe


Ratgeber: Patientenorientierte Behandlung bei MIH

10.09.2019


Neben den diversen Defekten am Zahnschmelz können bei der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) auch andere belastende Symptome auftreten, bspw. Hypersensibilitäten. Die betroffenen Kinder reagieren zudem u.U. eingeschränkt auf die Lokalanästhesie, was die Therapie erschwert. Jedoch: ohne rechtzeitige professionelle Behandlung können sich die Beschwerden verstärken, denn die von MIH betroffenen Zähne können zu schneller Kariesbildung neigen, die ebenfalls Schmerzen verursacht. Bei manchen Kindern verändert sich sogar das Ess- und Putzverhalten, da sie versuchen, Schmerzen zu vermeiden.

Eine besondere Herausforderung für Zahnärzte: sie müssen besonders vorsichtig sein, um ihre kleinen Patienten nicht in Angst zu versetzen und dennoch effizient arbeiten, um die Geduld der jungen Patienten nicht überzustrapazieren.

Patientenorientiert beraten und Betroffene aufklären

Um die Arbeit mit den Kindern zu erleichtern, hat GC eine patientenorientierte Behandlungsanleitung für Zahnärzte entwickelt. Bei der Auswahl der Therapie hilft es, wenn neben den Defekten, Läsionen und Verfärbungen auch andere Risikofaktoren identifiziert werden. Dazu gehören die eingeschränkte Kooperationsbereitschaft der Kinder sowie die Zahnpflege zu Hause. Denn diese Faktoren beeinflussen wesentlich das Therapieergebnis. Die Aufklärung der Erziehungsberechtigten über Risiken und mögliche Therapien sowie die optimale Behandlung können helfen, die Compliance zu erhöhen.

Denn bei der leichten Form der MIH reichen Präventionsmaßnahmen in der Regel aus: Versiegelung der Zahnoberfläche mit Glasionomer-Oberflächenschutzmaterial GC Fuji Triage® sowie Anwendung der hochdosierten remineralisierenden Zahnschutzcreme MI Varnish™ in der Praxis. Bereits vorhandene Defekte können mit den Füllungsmaterialien EQUIA® Fil (Glasionomer) und/oder EQUIA Forte™ HT (hochviskoses Glas-Hybrid) versorgt werden.

Einen möglichen Ansatz, wie die Behandlung an die individuelle Situation angepasst werden kann, zeigt die folgende Übersicht:

  • © GC
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Mehr Informationen zu den Behandlungslösungen von GC bei MIH können Sie hier downloaden.

Nützliche Tipps für die Praxis

MIH ist ein Problem, das die betroffenen Kinder dauerhaft ihr ganzes Leben beeinflussen wird. Aufgrund der Erkrankung müssen sie intensiver und engmaschiger betreut und behandelt werden.

Hierbei ist zu bedenken, dass:

  • die Restaurationen regelmäßig kontrolliert werden sollten, da der Haftverbund auf hypomineralisiertem Schmelz schwieriger ist,
  • die Patienten ihre Zähne zuhause entsprechend den Anweisungen pflegen und die Ergebnisse regelmäßig überprüfen lassen sollten,
  • die Mundhygiene (mit Tri Plaque ID Gel) und Ernährungsgewohnheiten regelmäßig beurteilt werden sollten,
  • therapeutische Interims-Restaurationen überwacht und ersetzt werden sollten, wenn die Voraussetzungen für eine definitive Lösung erfüllt sind.

Jetzt Patientenbroschüre anfordern

Neben der engmaschigen zahnärztlichen Betreuung ist die allgemeine Zahnpflege zuhause eine sinnvolle Ergänzung der Präventionsstrategie. Um die Zähne zu stärken und die Sensibilitäten zu verringern, bietet sich die Anwendung von remineralisierenden Zahnschutzcremes mit Recaldent™ (GC Tooth Mousse® und GC MI Paste Plus®) an. Die jungen Patienten und ihre Eltern aufzuklären und zu motivieren, auf eine gründliche Mundhygiene und eine gesunde Ernährung zu achten, ist keine einfache Aufgabe. Um die Wichtigkeit des persönlichen Engagements und die Notwendigkeit der Therapie deutlich zu machen, stellt GC eine Patientenbroschüre bereit, die Sie unter info.germany(at)gc.dental oder telefonisch unter 06172 99596-0  bestellen und Ihren Patienten an die Hand geben können. 


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