Prophylaxe


Prophylaxe bei parodontalen Erkrankungen

18.08.2022

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Eine aktuelle Ex-vivo/In-vitro-Vergleichsstudie zu antibakteriellen Mundspüllösungen zeigt eine vergleichbare Wirksamkeit von Salviathymol ® N Madaus mit 7 ätherischen Ölen im Vergleich zu dem in der Therapie häufig eingesetzten Chlorhexidin (0,2%) [1].

Die vorliegenden Resultate sind konsistent mit bisherigen Studiendaten zur antimikrobiellen und antiinflammatorischen Wirksamkeit ätherischer Öle und untermauern deren Stellenwert in der Prophylaxe und Therapie von Parodontalerkrankungen. In Verbindung mit einer positiven Patienteneinstellung gegenüber natürlichen Produkten und einer nachgewiesenen Wirksamkeit im Biofilmmanagement können Präparate mit ätherischen Ölen eine wertvolle Alternative zu anderen wissenschaftlich empfohlenen Mundspülungen sein. Eine Behandlung mit ätherischen Ölen kann zudem die Adhärenz steigern, die bei der Behandlung mit dem therapeutischen Standard Chlorhexidin aufgrund von möglichen Nebenwirkungen – wie Zahnverfärbung und Geschmacksirritationen, häufig beeinträchtigt wird.

Antibakterielle Mundspüllösungen zur prophylaktischen Mundhygiene empfohlen

Bei einer Parodontitis – an der jeder Zweite mit einer Gingivitis in der Vorgeschichte erkrankt – wird neben der mechanischen Reinigung der Zähne die Verwendung einer antibakteriellen Mundspüllösung empfohlen, um den Restbiofilm (Plaque) und seine pathogenen Bakterien zu inaktivieren [2]. Laut S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ sind antibakterielle Spüllösungen in der häuslichen Prophylaxe sowohl kurzfristig als auch langfristig für die Mundhygiene indiziert. Zur kurzfristigen prophylaktischen Mundhygiene werden antibakterielle Spüllösungen auch als alleinige Maßnahme bei hoher Keimbelastung, z.B. nach intraoralen Operationen oder sonstigen Einschränkungen der mechanischen Mundhygiene angewendet [3].

Vergleichsstudie untermauert Wirkung der pflanzlichen Alternative

Die Überprüfung der antibakteriellen Wirksamkeit von Salviathymol erfolgte in einem etablierten Versuchssystem. Dazu wurde Salviathymol als gebrauchsfertige Lösung sowie Chlorhexidin 0,2% und als Negativkontrolle Isotone-Kochsalzlösung 0,9% (Natriumchlorid) auf Ex-vivo-Plaque verglichen. Bei 24 Probanden, die 24 Stunden lang ihre Zähne nicht putzen durften, wurde eine Plaqueprobe von den vestibulären Flächen der Molaren entnommen.

Die Biofilmprobe jedes Patienten wurde in 3 vergleichbare Proben unterteilt und jeweils mit 5 μl Isotoner-Kochsalzlösung, Salviathymol oder Chlorhexidin für eine Minute behandelt. Mittels anschließender Vitalfluoreszenzfärbung wurde die Vitalität der Bakterien im Biofilm sichtbar gemacht und bestimmt [1].

Durch die Behandlung mit Salviathymol wurde der Anteil lebender Bakterien in der Plaqueprobe signifikant auf 54,54% (Standardabweichung (SD) ± 2,53%) reduziert im Vergleich zu Natriumchlorid (82,57%, SD ± 3,49%). Der therapeutische Standard Chlorhexidin senkte die Bakterienvitalität auf 48,93% (SD ± 3,75%). Mit einer Differenz von 5,6% zu Chlorhexidin als Goldstandard konnte die Formulierung aus den ätherischen Ölen eine vergleichbare Wirkung auf die Biofilmaktivität zeigen [1].

Weitere Informationen unter

Mylan Germany GmbH (A Viatris Company)
Zweigniederlassung Bad Homburg
Benzstraße 1
61352 Bad Homburg
https://www.viatris.de/de-de/produkte/mylan-arzneimittel


Literatur

[1] Arweiler N, Bykhovsky I.: Ätherische Öle zur antibakteriellen Prophylaxe. Prophylaxe Journal 2022; 1; 14-17.

[2] Araujo MWB et al.: Meta-analysis of the effect of an essential oil-containing mouthrinse on gingivitis and plaque. The Journal of the American Dental Association 2015; 146: 610-622.

[3] Deutsche Gesellschaft für Parodontologie, Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde. S3-Leitlinie (Langversion): Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis; AWMF online. 2018. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/083-016k_S3_Haeusliches-chemisches-Biofilmmanagement-Praevention-Therapie-Gingivitis_2021-02.pdf 


Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
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Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.