Prophylaxe


Professionelle Zahnreinigung für eine bessere Mundgesundheit

Karies und Parodontalerkrankungen gehen in Deutschland zurück. Die professionelle Zahnreinigung leistet einen wesentlichen Beitrag, Zähne und Zahnhalteapparat gesund zu erhalten. Sehr häufig erfolgt die Behandlung mit rotierenden Instrumenten in Kombination mit Prophylaxepasten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht nur harter Zahnschmelz, sondern auch weniger widerstandsfähiges Dentin und Restaurationen zu reinigen sind.

Bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) und den jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) zeigt sich ein positiver Trend bei der persönlichen Mundpflege. Zudem berichtet jeder vierte jüngere Senior, sich regelmäßig einer professionellen Zahnreinigung zu unterziehen. Das Zusammenwirken von häuslicher Mundhygiene und regelmäßigen Zahnarztbesuche sowie die steigende Nachfrage nach professioneller Zahnreinigung tragen wesentlich zu einer verbesserten Mundgesundheit bei [1].

Entfernen des bakteriellen Biofilms

  • Abb. 1: Bakterieller Biofilm erhöht das Gingivitis- und Kariesrisiko. Anfärben mit Plaque Test von Ivoclar Vivadent macht bakteriellen Belag unter Blaulicht sichtbar. (Bild: Dr. N. Bartling)

  • Abb. 1: Bakterieller Biofilm erhöht das Gingivitis- und Kariesrisiko. Anfärben mit Plaque Test von Ivoclar Vivadent macht bakteriellen Belag unter Blaulicht sichtbar. (Bild: Dr. N. Bartling)
Klassische Studien dokumentieren die Wirksamkeit gezielter Mundhygienemaßnahmen: Eine Gingivitis lässt sich mit guter Mundhygiene und professioneller Zahnreinigung relativ zügig zum Abklingen bringen. Adäquate Maßnahmen, unter denen die professionelle Zahnreinigung eine bedeutende Rolle spielt, können einer Schädigung des Zahnhalteapparates vorbeugen und sogar zum Attachmentgewinn führen [2–4].

Patienten mit Implantaten, parodontalen Problemen, hohem Kariesrisiko oder Restaurationen sollten ein individuelles Recall-Programm permanent durchlaufen, um die Zähne so frei wie möglich von bakteriellen Belägen zu halten (Abb. 1).

Glatte, saubere Oberflächen erschweren die Ansiedelung der Mikroorganismen [5,6], was sowohl für natürliche als auch restaurierte oder als Implantat ersetzte Zähne gilt. Bei Implantatversorgungen spielt die Nachsorge eine Schlüsselrolle. So gibt es Hinweise darauf, dass sich bei Plaqueakkumulation periimplantäres Gewebe im Vergleich zur Gingiva schneller entzündet [7]. Bei Kronen/Brücken, Inlays oder vorhandenen Füllungen lässt sich die Gefahr einer Sekundärkaries reduzieren und die Qualität der Versorgungen kann langfristig gesichert werden.

Die professionelle Zahnreinigung bringt noch einen weiteren wertvollen Effekt mit sich: Patienten lassen sich nach der positiven Erfahrung eher zu einer adäquaten Mundhygiene bewegen und sind auch motiviert, die Recall-Termine kontinuierlich wahrzunehmen. Handelt es sich doch um eine normalerweise schmerzfreie Behandlung, die für ein angenehmes Mundgefühl sorgt und zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

Prophylaxepasten: Eigenschaften, die die Qualität bestimmen

Reinigungs- und Polierpasten für die professionelle Zahnreinigung unterliegen speziellen Qualitätsanforderungen: maximale Reinigungswirkung bei minimalem Abrieb und minimalem Aufrauen. Nach dem Polieren sollen die Oberflächen möglichst glatt sein. Außerdem sind neben gesundem, widerstandfähigem Zahnschmelz auch wesentlich empfindlicheres Dentin, Restaurationen und Rekonstruktionen aus unterschiedlichen Werkstoffen zu reinigen und langfristig zu sichern.

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Polier- und Reinigungsqualität der Prophylaxepasten. An erster Stelle sind die enthaltenen Abrasivstoffe zu nennen, deren Konzentration, Zusammensetzung, Größe und Struktur eine Rolle spielen. pH-Wert, Typ und Konzentration der Bindemittel sind ebenfalls von Bedeutung. Die Art und Eigenschaften des Reinigungsinstrumentes (Bürstchen oder Kelch, hart oder weich), der ausgeübte Druck, die Zahl der Umdrehungen des Instrumentes sowie die Behandlungszeit leisten ebenfalls ihren Beitrag [8]. Zu berücksichtigen ist selbstverständlich auch die Beschaffenheit der zu reinigenden Oberflächen. Dieses komplexe Zusammenspiel zeigt, dass sich zum Beispiel allein aus der Partikelgröße das Abriebverhalten nicht extrapolieren lässt. Für eine langfristig möglichst schonende Behandlung ist es aber unerlässlich, eine gewisse Einordnung der Prophylaxepasten vornehmen zu können. Eine Orientierungshilfe bietet der Abrasionsgrad, bevorzugt der RDA-Wert (relative Dentin-Abrasion), der sich auf das empfindliche Dentin bezieht.

Das Abriebverhalten der Pasten und deren Auswirkungen

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den relativen Abrasionsgrad einer Paste im Labor zu untersuchen. Eine gängige Methode besteht beispielsweise darin, eine professionelle Zahnreinigung an radioaktiv markiertem menschlichem Dentin möglichst nahe an der Realität zu simulieren [9,10]. Im Vergleich zu einem Referenzmaterial wird der Abrieb der Prophylaxepaste unter standardisierten Bedingungen gemessen. Je nach Referenz und Methode kann der RDA-Wert für die gleiche Paste variieren. Auch sind unterschiedliche Pasten nicht unbedingt direkt miteinander vergleichbar. Diese Aspekte sind für die Einordnung der im Markt angebotenen Prophylaxepasten unbedingt zu berücksichtigen.

Neben Dentin und Wurzelzement unterliegen Komposite, Kompomere und Glasionomerzemente bei Belastung einem besonderen Verschleiß [11–13]. Es kommt zu einem Abtrag der organischen Bestandteile, während anorganische Füllstoffe freigelegt werden. Die Oberfläche wird rau, was die Kolonisation bakterieller Beläge begünstigt. Das Gingivitis- und das Sekundärkariesrisiko nehmen zu. Verfärbende Inhaltsstoffe aus Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak lagern sich schneller an. Bei freiliegenden Wurzeloberflächen kann die Behandlung mit stark abradierenden Pasten zu unangenehmen Überempfindlichkeiten führen.

Kommen zu aggressive Reinigungsmittel zum Einsatz, sind auch Keramikrestaurationen nicht gegen Schäden gefeit [14]. Aufgrund feiner Kratzer verlieren sie ihren Glanz und es lagert sich auch hier schneller Plaque an, die die Lebensdauer der Versorgung gefährdet. Aus diesen Gründen sollten Reinigung und Politur mit einer möglichst schonenden Paste erfolgen. Nur an den Stellen, wo es tatsächlich nötig ist, kann punktuell eine abrasive Paste verwendet werden. In diesem Fall ist die Nachpolitur mit einer feinen Paste indiziert.

Bedarfsorientiertes Reinigen und Polieren

Den diskutierten Qualitätsanforderungen trägt zum Beispiel das Prophylaxepasten- System Proxyt von Ivoclar Vivadent Rechnung. RDA-Werte, die gegen aufgeschlämmten Bimsstein als Referenzmaterial nach oben beschriebener Methode klassifiziert sind, erlauben eine bedarfsorientierte Behandlung [8,9]. Unnötiger Abrieb der Zahnhartsubstanz, das Aufrauen von Restaurationsoberflächen oder die Irritation der Gingiva lassen sich vermeiden. Mit den Pasten höherer Abrasivität, RDA 36 bzw. RDA 83, können hartnäckige Plaque bzw. Verfärbungen effektiv beseitigt werden. Der niedrige RDA-Wert = 7 der feinen Paste weist auf ihr schonendes Potenzial hin. Da sie keinen Bimsstein enthält, empfiehlt sich diese Paste für die Pflege freiliegender Zahnhälse, restaurierter Zähne und von Implantatversorgungen. Neben der schonenden Reinigungswirkung zeichnet sich die feine Proxyt dadurch aus, dass sie den natürlichen Glanz des Zahnschmelzes genauso wie den hoch ästhetischer Keramiken wiederherstellt und erhält (Abb. 2 u. 3) [14]. Die Oberflächen von Kompositfüllungen bleiben intakt [15]. So trägt die bedarfsorientierte professionelle Zahnreinigung wesentlich zur langfristigen Sicherung von Restaurationen und zur besseren Mundgesundheit bei.

  • Abb. 2: Schonendes Reinigen der IPS e.max® Press Restaurationen (Ivoclar Vivadent) mit der feinen Proxyt-Paste. (Bild: Dr. L. Enggist)
  • Abb. 3: Die schonende professionelle Zahnreinigung fördert die Mundgesundheit und Rot-Weiß-Ästhetik. (Bild: Dr. L. Enggist).
  • Abb. 2: Schonendes Reinigen der IPS e.max® Press Restaurationen (Ivoclar Vivadent) mit der feinen Proxyt-Paste. (Bild: Dr. L. Enggist)
  • Abb. 3: Die schonende professionelle Zahnreinigung fördert die Mundgesundheit und Rot-Weiß-Ästhetik. (Bild: Dr. L. Enggist).

 

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gabriele David


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