Prophylaxe


Patienten-FAQ zur häuslichen Zahnprophylaxe

22.06.2020


„Ich fühle mich als Patient verstanden“ – diese Wahrnehmung ist eine zentrale Voraussetzung für die Mundgesundheit von Patienten. Nur wenn Patienten sich ernst genommen fühlen, können Zahnarzt und Praxisteam auch erfolgreich agieren. Gerade wenn es um ein – aus der Perspektive der Dentalexperten – vermeintlich einfaches Thema wie die häusliche Prophylaxe geht, empfinden viele Patienten Unsicherheit. Wir haben gemeinsam mit der Dentalhygienikerin Julia Haas ein „Patienten-FAQ“ zur häuslichen Prophylaxe und mögliche Antwortoptionen auf wissenschaftlicher Basis zusammengefasst:

Soll ich eine Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste verwenden?

Grundsätzlich müssen Patienten wissen, dass mindestens zwei Minuten lang geputzt werden sollte – unabhängig von der Zahnbürste. Basierend auf der aktuellen S3-Leitlinie „Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ kann die Verwendung von elektrischen Zahnbürsten empfohlen werden. Gegenüber Handzahnbürsten führen sie zu einer – geringfügigen, aber statistisch signifikant größeren – Reduktion von Gingivitis [1].

Was soll ich zur Zahnzwischenraumreinigung verwenden?

Da sich in jedem Mund andere anatomische Verhältnisse finden lassen, fällt diese Antwort sehr individuell aus. Deshalb sollte gemeinsam mit dem Patienten herausgefunden werden, ob eine Reinigung mit Zahnseide, oder eher mit Interdentalraumbürsten (IDR-Bürsten) angezeigt ist. Die Motorik spielt ebenfalls eine Rolle. Die Anwendung von Zahnseide ist komplexer als sie vielleicht auf den ersten Blick scheint. Auch die Anwendung von IDR-Bürsten stellt manchen Anwender vor Herausforderungen. Hier gibt es noch die Möglichkeit auf sogenannte Sticks aus Kunststoff oder Zahnhölzer auszuweichen. Studien haben allerdings gezeigt, dass der Reinigung mit den Bürsten den Vorzug gegeben werden sollte [2].

Welche Hilfsmittel sind sonst noch empfehlenswert?

Zusätzlich zur mechanischen Reinigung mit der Zahnbürste und der Reinigung der Zahnzwischenräume, ist die Anwendung einer Mundspüllösung mit antibakterieller Wirkung zu empfehlen. Diese Art der Prophylaxe ist auch als 3-fach-Prophylaxe bekannt. Hier sind die verschiedenen Listerine® Produkte zu empfehlen, in denen ätherische Öle zum Einsatz kommen. Die aktuelle S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ bestätigt den zusätzlichen Nutzen der Mundspülung mit ätherischen Ölen [2].

Mundspüllösungen? Ich kann doch auch mit dem Schaum der Zahnpasta und Wasser spülen?

Dieser Gedanke ist gar nicht so falsch. Tatsächlich sollte beachtet werden, dass die Zahnpasta einen bestimmten Zeitraum benötigt, damit die Inhaltsstoffe wirken können. Hier heißt die Empfehlung: zwei Minuten. Zur zusätzlichen Reduktion von Plaque, um Zahnfleischerkrankungen, wie z. B. Gingivitis, zu verhindern, wird zusätzlich zur mechanischen Reinigung die Verwendung einer Mundspüllösung mit antibakterieller Wirkung empfohlen.

Quellen:
[1] DG PARO, DGZMK. S3-Leitlinie (Kurzversion): Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. 2018.
[2] DG PARO, DGZMK. S3-Leitlinie (Langversion): Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. AWMF-Registernummer: 083-016. Stand: November 2018. Gültig bis: November 2023.