Prophylaxe


Hausmittel sind kein Ersatz für Zahnpasten!

18.06.2019

Rezepturen zum Selbstanmischen enthalten kein Fluorid und können deshalb nicht wirksam vor Karies schützen.
Rezepturen zum Selbstanmischen enthalten kein Fluorid und können deshalb nicht wirksam vor Karies schützen.

Auch wenn in jüngster Zeit im Netz und in sozialen Medien Empfehlungen abgegeben werden, wie man sich selbst zuhause Zahnpasta herstellen kann, um Plastikmüll zu vermeiden, rät die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM) davon ab, da die Anwendung alter Hausmittel kein adäquater Ersatz für präventive Zahnpasten sei.

„Das Ziel der Plastikreduktion halten wir für ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen und unterstützen es. Wir fordern daher die Hersteller von Zahnpasten auf, auf alternative Verpackungen z.B. aus nachwachsenden Rohstoffen oder zumindest recyclebaren Grundstoffen umzustellen“, sagt Prof. Dr. Stefan Zimmer von der Universität Witten/Herdecke, Präsident der DGPZM. „Wir haben aber vor allem die Sicherstellung und Verbesserung der Zahngesundheit der Bevölkerung im Blick und möchten daher nachdrücklich auf die gesundheitliche Bedeutung von Zahnpasten hinweisen, deren Zusammensetzung wissenschaftlich begründet und deren Wirksamkeit in vielen internationalen Studien belegt ist“.

Die zweimal tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten leistet einen entscheidenden Beitrag zur Kariesprophylaxe, denn Fluorid ist der wichtigste kariespräventive Inhaltsstoff von Zahnpasten. Bei richtiger Auswahl der Zahnpasta kann sie 40 bis 50% der Karies verhindern, allein durch den Kontakt mit den Zähnen. Die Entwicklung derart leistungsfähiger Zahnpasten hat sich in einem jahrzehntelangen Prozess ständiger Optimierung vollzogen. Die Anwendung alter Hausmittel ist kein adäquater Ersatz dafür. Rezepturen zum Selbstanmischen enthalten kein Fluorid und können deshalb nicht wirksam vor Karies schützen.

Schaumbildner und Abrasivstoffe sind weitere wichtige Inhaltsstoffe von Zahnpasten. Schaumbildner verbessern die Reinigungswirkung einer Zahnpasta und sorgen für ein Frischegefühl, das dazu motiviert, die Zähne länger und damit besser zu putzen. Wissenschaftlich belegt ist, dass Schaumbildner in einer Zahnpasta die Gesundheit des Zahnfleisches fördern.
Abrasivstoffe sind wichtig für die Reinigung der Zähne, gleichzeitig dürfen sie diese aber nicht zu sehr abnutzen. Hier spielen die Art und Menge der Abrasivstoffe, aber auch die Teilchengröße eine entscheidende Rolle. Zu viel und nicht auf die Gesamtmischung angepasster Abrasivstoff in einer Zahnpasta kann zum vermehrten Abschleifen von Zahnsubstanz führen. Die Einhaltung solcher Qualitätsanforderungen dürfte beim Herstellen unter häuslichen Bedingungen kaum zu gewährleisten sein.

Weitere Inhaltsstoffe zeitgemäßer Zahnpasten beugen bakteriellem Zahnbelag, Zahnfleischbluten, empfindlichen Zahnhälsen, Zahnstein und Mundgeruch vor. Auf alle diese wichtigen Wirkungen sollten Sie nicht verzichten. Die kursierenden Rezepte zum Selbermachen von Zahnpasta sind alte Hausrezepte, deren Wirksamkeit nicht belegt ist und von denen nach dem anerkannten Stand des Wissens auch keine Wirksamkeit zu erwarten ist.


Quelle:
DGPZM Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin e.V.


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