Prophylaxe

S3-Leitlinie bestätigt Zusatznutzen von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung

Gesunde Zähne auch im Alter

10.12.2019

© Helen Ross / iStock
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Gesund beginnt im Mund! Denn intakte Zähne und ein gesunder Mundraum sind wichtige Faktoren für die Gesamtgesundheit, insbesondere im höheren Alter. Eine besondere Herausforderung für die Zahnmedizin, denn: In Deutschland ist der demografische Wandel vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Bevölkerung immer älter wird. Voraussetzung für eine gute Mundgesundheit ist deshalb ein auf die Patienten und ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittenes Kommunikations- und Prophylaxe-Konzept.

Allgemeinerkrankungen und die Auswirkungen auf die Zahn- und Mundgesundheit

Neben den Auswirkungen des Alters auf die Zahn- und Mundgesundheit kann umgekehrt auch die Mundgesundheit Auswirkungen auf den gesundheitlichen Allgemeinzustand älterer Patienten haben. Bei schlechter Zahn- und Mundgesundheit drohen systemische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, kardio- und zerebrovaskuläre Erkrankungen sowie Lungenerkrankungen [1]. Als besonders risikobehaftete Erkrankung lässt sich die Parodontitis identifizieren, unter der jeder zweite jüngere Senior (65– 74 Jahre) hierzulande leidet [2]. Es handelt sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates, die Zahnfleisch, Wurzelhaut und Kieferknochen angreift, die Zähne lockert und letztlich zu deren Verlust führt. Die beteiligten Bakterien können auch zu Erkrankungen von Herz (Herzinfarkt, Herzklappeninfektionen), Lunge (Lungenentzündungen) und Gefäßen (Schlaganfall) führen. Bei Menschen mit schwachem Abwehrsystem ist sogar eine Sepsis (Blutvergiftung) denkbar [3]. Gerade bei älteren Patienten kommen folglich einer umfassenden häuslichen Prophylaxe sowie einer ergänzenden zahnärztlichen Prophylaxe eine besondere Bedeutung zu.

Mundhygiene-Empfehlungen: der besondere Umgang mit Senioren

Beratungsgespräche zur Mund- und Zahnprophylaxe bei Senioren sollten nach den Grundsätzen Erklären, Zeigen und Handeln erfolgen. Anhand eines Zahnmodells, einer Prothese oder eines Spiegels lassen sich die auszuübenden Putz- und Pflegetechniken besonders anschaulich erklären. Zeigen Sie Ihren Patienten die Bewegungsabläufe geduldig und lassen Sie die gelernten Prophylaxe-Techniken im Anschluss daran von Ihren älteren Patienten nachahmen. Achten Sie dabei auf Reaktion, Kommunikation und Körpersprache der Senioren. Die Beobachtung älterer Menschen verrät viel über ihre gesundheitliche Verfassung und ihre allgemeine Aufnahmefähigkeit. Kann Sie Ihr Patient gut verstehen? Ist er aufnahmefähig und in der Lage, eine Mundprophylaxe selbstständig durchzuführen [4]? Beziehen Sie die Begleitperson mit in die Beratung ein – vor allem, wenn es um Termin- und Kostenabsprachen geht. Im Hinblick auf die fehlende Feinmotorik älterer Menschen gilt es zudem auf patientengerechte Hilfsmittel zurückzugreifen. Zeigen Sie Ruhe und Gelassenheit und haben Sie Geduld – Ziel des Beratungsgesprächs sollte es stets sein, Patienten individuell zu beraten sowie gezielt und empathisch auf sie zuzugehen [4].

3-fach-Prophylaxe: Für Jung und Alt gleichermaßen gültig

Um einen nachhaltigen Schutz vor oralen Erkrankungen zu gewährleisten, ist eine regelmäßige und eine möglichst vollständige Entfernung des dentalen Biofilms wichtig. Die schädlichen Bakterien im Biofilm werden dadurch in Schach gehalten und größere Plaque-Ansammlungen durch eine pflegende Reinigung des Mundraums vermieden. Als häusliche Mundhygienestrategie hat sich die 3-fach-Prophylaxe bewährt. Hierbei wird die tägliche mechanische Zahnreinigung mit der Zahnbürste sowie die Interdentalreinigung mit Zahnseide oder Interdentalbürste durch die Anwendung einer Mundspülung mit antibakterieller Wirkung sinnvoll ergänzt. Denn mit den mechanischen Methoden der Zahn- und Interdentalraumreinigung werden potenziell pathogene Mikroorganismen im Biofilm nur dort entfernt, wo die Reinigung stattfindet: an den Zähnen. Gründlicher beseitigen lassen sich die potenziell pathogenen Keime durch Mundspülungen z.B. mit ätherischen Ölen [5], wie in Listerine®, deren Zusatznutzen bei regelmäßiger ergänzender Anwendung z.B. in der S3-Leitlinie „Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis“ bestätigt wird. Mit diesen Lösungen werden auch mechanisch nur schwer zugängliche Bereiche des Mundraums erreicht.


Zusatznutzen von Mundspülungen mit antibakterieller Wirkung jetzt auch von der S3-Leitlinie bestätigt:

  • Die zusätzliche Anwendung chemisch-antibakterieller Wirkstoffe in Mundspüllösungen trägt als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion des dentalen Biofilms bei – und damit zur Prophylaxe von Gingivitis. Antibakterielle Wirkstoffe (ätherische Öle, Chlorhexidin, Triclosan/Copolymer) werden somit als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion der Gingivitis empfohlen [6–9].
  • Nur für ätherische Öle (wie in Listerine®) und CHX liegt eine hervorragende Datenlage vor; beide Wirkstoffe weisen einen großen Effekt auf Plaque und Gingivitis auf – bei hoher Qualität der Evidenz.
  • Gerade für den langfristigen Einsatz (6 Monate) werden ätherische Öle empfohlen [10]. Auch bei 6-monatiger Anwendung kommt es zu keiner Verfärbung von Zähnen oder Zahnfleisch oder zu einer Beeinträchtigung des Gleichgewichts der gesunden Mundflora [11,12].

Mehr zu Listerine unter www.listerine.de
Mehr zu Johnson & Johnson unter www.jnjgermany.de


Quellen:
  • [1] https://www.zwp-online.info/fachgebiete/prophylaxe/grundlagen/prophylaxe-fuer-senioren-so-einfach-und-so-umfassend-wie-moeglich (aufgerufen am 27. August 2019).
  • [2] Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) – Kurzfassung, Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung. 6–8; 20–26.
  • [3] Bayerische Landesärztekammer (o.J.). Prophylaxe für Menschen in der zweiten Lebenshälfte. München: J. Gotteswinter GmbH.
  • [4] IWW Institut. Die Rolle der Prophylaxe im Seniorenalter: Wichtige Tipps für die optimale Mundhygiene. PPZ Praxisteam professionell, 5, 12 (2010).
  • [5] Sharma N et al. Adjunctive benefit of an essential oil-containing mouthrinse in reducing plaque and gingivitis in patients who brush and floss regularly: a six-month study. J Am Dent Assoc 2004; 135(4), 496–504 (2004).
  • [6] Haas AN, Wagner TP, Muniz FW, Fiorini T, Cavagni J, Celeste RK. Essential oils-containing mouthwashes for gingivitis and plaque: 3, CD008676 (2017) Meta-analyses and meta-regression. J Dent 55, 7–15 (2016).
  • [7] Haps S, Slot DE, Berchier CE, Van der Weijden GA. The effect of cetylpyridinium chloride-containing mouth rinses as adjuncts to toothbrushing on plaque and parameters of gingival inflammation: a systematic review. Int J Dent Hyg 6, 290–303 (2008).
  • [8] James P, Worthington HV, Parnell C, Harding M, Lamont T, Cheung A Whelton H, Riley P. Chlorhexidine mouthrinse as an adjunctive treatment for gingival health (Review). Cochrane Database Syst Rev; 3, CD008676 (2017).
  • [9] Minah GE et al. Effects of 6 months use of an antiseptic mouthrinse on supragingival dental plaque microflora. J Clin Periodontol 16, 347–352 (1989).
  • [10] DG PARO, DGZMK. S3-Leitlinie (Kurzversion): Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis. Parodontologie (2018).

Bislang deuten die vorliegenden Daten auf ein geringes Infektionsrisiko mit dem Coronavirus in der zahnärztlichen Praxis hin. Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, wie stark Zahnärzte und ihre Mitarbeiter betroffen sind, bittet die BZÄK betroffene Praxen um Meldung.

Die anonyme Erfassung läuft über die jeweilige Landeszahnärztekammer. 

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