Parodontologie


Veröffentlichung der S3-Leitlinie „Subgingivale Instrumentierung“

28.11.2019

Die DG PARO und die DGZMK legte in Zusammenarbeit mit 20 weiteren beteiligten Fachgesellschaften und Institutionen eine breit konsentierte und evidenzbasierte Entscheidungshilfe zur Auswahl geeigneter Methoden fu?r die subgingivale Instrumentierung vor.

2018 wurden bereits 3 von 4 aktuellen S3-Leitlinien zur nicht-chirurgischen Parodontitistherapie vero?ffentlicht. Aufgrund eines erweiterten Konsentierungsprozesses verzo?gerte sich die Vero?ffentlichung der vierten S3- Leitlinie zum Thema „subgingivalve Instrumentierung“ bis November 2019.

Neben dem Leitlinienteam bestehend aus Prof. Dr. Moritz Kebschull (Birmingham, federfu?hrender Erstautor), Dr. Lisa Hezel (Magdeburg, Methodikerin) und Prof. Holger Jentsch (Leipzig, Koordination) waren Vertreter diverser Fachgesellschaften, der BZA?K und der KZBV sowie das AWMF-Institut fu?r Medizinisches Wissensmanagement eingebunden.

Die S3-Leitlinien wurden nach der ho?chsten Qualita?tsstufe der Entwicklungsmethodik erstellt und geben verla?ssliche Empfehlungen ohne Einflussnahme von spezifischen Interessengruppen. Mit der S3- Leitlinie geben die DG PARO und DGZMK den Zahna?rzten verla?ssliche Handlungsempfehlungen auf ho?chstem Evidenzniveau fu?r die tagta?gliche parodontologische Arbeit in der Praxis.

Die Kernaussagen der S3-Leitlinie zur subgingivalen Instrumentierung:

  • Die Durchfu?hrung der subgingivalen Instrumentierung mittels Erbium-YAG Lasers kann erwogen werden.

  • Im Rahmen der Prima?rtherapie sollte eine einmalige adjuvante Anwendung eines Lasers bei der subgingivalen Instrumentierung nicht erfolgen.

  • Im Rahmen der Prima?rtherapie sollte eine einmalige adjuvante Anwendung der photodynamischen Therapie bei der subgingivalen Instrumentierung nicht erfolgen.

  • Eine adjuvante subgingivale Anwendung von Chlorhexidin (0,12%)- oder PVP-Jod-Spu?llo?sung, Chlorhexidin Gel oder Chlorhexidin Chips zum Zeitpunkt der subgingivalen Instrumentierung sollte nicht erfolgen.

  • Ein adjuvanter Einsatz von Chlorhexidin-Pra?paraten in Zusammenhang mit der subgingivalen Instrumentierung im Sinne einer Full-Mouth Disinfection nach QUIRYNEN sollte nicht erfolgen.

  • Die Studienlage ist gepra?gt von einer starken Heterogentita?t der Ergebnisse, der eingesetzten Mikroorganismen, hohen Konfidenzintervallen und geringen Fallzahlen sowie von z.T. stark erho?htem Biasrisiko. Daher kann u?ber den Nutzen eines adjuvanten Einsatzes von Probiotika aufgrund der jetzt vorliegenden Evidenz keine abschließende Empfehlung erfolgen.

Die Inhalte dieser Kurzversion beziehen sich auf die Langversion der S3-Leitlinie „Subgingivale Instrumentierung“ (083-030), welche u?ber die Internetseiten der AWMF (www.awmf.org), DGZMK (www.dgzmk.de) und DG PARO (www.dgparo.de) zuga?nglich ist.

Dort befinden sich auch die weiteren 3 aktuellen Leitlinien u?ber „Ha?usliches mechanisches Biofilmmanagement in der Pra?vention und Therapie der Gingivitis“, „Ha?usliches chemisches Biofilmmanagement in der Pra?vention und Therapie der Gingivitis“ und „Adjuvante systemische Antibiotikagabe bei subgingivaler Instrumentierung im Rahmen der systematischen Parodontitistherapie“.


Quelle:
Deutsche Gesellschaft fu?r Parodontologie e.V.


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