Parodontologie

Erfolg mit lokalen Antibiotika bei Parodontitis L

Minimierte Tasche, maximales Lächeln

Im Rahmen der UPT setzt Dr. Matthias Lotz bei Rezidiven und Taschen mit Sondierungstiefen von mehr als 5 mm Ligosan Slow Release ein.
Im Rahmen der UPT setzt Dr. Matthias Lotz bei Rezidiven und Taschen mit Sondierungstiefen von mehr als 5 mm Ligosan Slow Release ein.

Lokale Antibiotika spielen in der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) ergänzend zur Reinstrumentierung eine wichtige Rolle. Dr. Matthias Lotz berichtet anhand eines Patientenfalls über seine Erfahrung mit dem 14%igen Doxycyclin-Gel Ligosan® Slow Release (Kulzer), dessen Wirksamkeit in der UPT mehrfach bestätigt wurde [1,2,3] und mit dem sich bei einmaliger Applikation erfolgreich Entzündungen hemmen und Taschen minimieren lassen.

Bei Patienten, die im Rahmen der UPT von Rezidiven und Taschen mit Sondierungstiefen von mehr als 5 mm betroffen sind, setze ich begleitend zur Reinstrumentierung das lokale Antibiotikum Ligosan Slow Release ein. Das einfache Handling erhöht die Compliance des Patienten – zudem hat trotz der privat zu tragenden Kosten noch kein Patient eine Therapie mit dem Doxycyclin-Gel abgelehnt. Den erfolgreichen Einsatz bestätigt nachfolgender Fallbericht.

Ein 64-jähriger Patient stellte sich 2013 mit vielfältigen dentalen Problemen vor – darunter eine generalisierte Parodontitis, deren Behandlung ich exemplarisch an Zahn 13 aufzeigen möchte. Dieser wies mesial sowie oral jeweils eine Taschentiefe von 5,6 mm auf und zeigte Bluten auf Sondieren. Nach professioneller Zahnreinigung, geschlossener Parodontaltherapie und iai PadoTest 4·5® (IAI AG, Ergebnis: keine systemische antibiotische Unterstützung erforderlich) wurde das Recallintervall auf 3 bis 4 Monate festgelegt.

Im Rahmen der UPT zeigte sich 2016 an Zahn 13 ein Taschenrezidiv von 5 mm, weshalb nach Anästhesie mit SOPIRA® Citocartin® (Kulzer) gereinigt, kürettiert und entschieden wurde, Ligosan Slow Release zu applizieren (Abb.1). Die Spritzdüsenspitze wurde dabei zunächst vorsichtig an der Taschenbasis platziert und unter kontinuierlicher Applikation langsam aus der Tasche gezogen (Abb. 2), bis überschüssiges Gel am Zahnfleischsaum auftrat (Abb. 3).

  • Abb. 1: Ausgangssituation: Taschenrezidiv von 5 mm an Zahn 13.
  • Abb. 2: Applikation von Ligosan Slow Release – die Kanüle wird am Taschenboden platziert...
  • Abb. 1: Ausgangssituation: Taschenrezidiv von 5 mm an Zahn 13.
  • Abb. 2: Applikation von Ligosan Slow Release – die Kanüle wird am Taschenboden platziert...

  • Abb. 3: ... bei gleichzeitigem Herausziehen der Spritzdüse kontinuierlich appliziert, bis überschüssiges Gel am Zahnfleischsaum auftritt.
  • Abb. 3: ... bei gleichzeitigem Herausziehen der Spritzdüse kontinuierlich appliziert, bis überschüssiges Gel am Zahnfleischsaum auftritt.

Die Überschussentfernung erfolgte mit Schaumstoffpellet und Heidemann-Spatel (Abb. 4 und 5). 4 Wochen nach Applikation lag an Zahn 13 nur noch eine Taschentiefe von 3,5 mm vor (Abb. 6).

  • Abb. 4: Überschüsse mit einem Heidemann-Spatel entfernen …
  • Abb. 5: … und gegebenenfalls restlichen Überschuss mit feuchtem Schaumstoffpellet entfernen.
  • Abb. 4: Überschüsse mit einem Heidemann-Spatel entfernen …
  • Abb. 5: … und gegebenenfalls restlichen Überschuss mit feuchtem Schaumstoffpellet entfernen.

  • Abb. 6: 4 Wochen nach Applikation von Ligosan Slow Release: Taschentiefe von 3,5 mm an Zahn 13 – eine Taschenreduktion von 1,5 mm.
  • Abb. 6: 4 Wochen nach Applikation von Ligosan Slow Release: Taschentiefe von 3,5 mm an Zahn 13 – eine Taschenreduktion von 1,5 mm.

Fazit

Bei einer Taschenreduktion von 1,5 mm und einem entzündungs- sowie blutungsfreiem Gewebe hat sich für mich die Wirksamkeit von Ligosan Slow Release einmal mehr bestätigt und ist eine Therapieoption, die aus meiner Praxis nicht mehr wegzudenken ist. Es funktioniert so gut, dass bereits behandelte Patienten bei Rezidiven nach einer erneuten Anwendung fragen – weil die letzte Applikation so erfolgreich gewesen sei.

Korrespondenzadresse:                                
Dr. Matthias Lotz
Breitenstraße 14
36251 Bad Hersfeld
Tel.: 06621 2738
E-Mail: praxis(at)za-dr-lotz.de



Firmenadresse:
Kulzer GmbH
Leipziger Straße 2
63450 Hanau
www.kulzer.de

 

Dr. Matthias Lotz
Seit 2001 in eigener Praxis in Bad Hersfeld niedergelassen;
Schwerpunktgebiete: Implantologie und Parodontologie;
Absolvent der Curricula Implantologie der DGI, der Parodontologie
und Allgemeinen Zahnheilkunde der LZK Hessen;
Mitglied diverser Fachgesellschaften.

  • Dr. Matthias Lotz,

  • Dr. Matthias Lotz,
    Bad Hersfeld
Ligosan® Slow Release setzt Dr. Lotz bereits seit 2010 in seiner Praxis ein und war Teilnehmer einer Anwendungsbeobachtung zu Ligosan® Slow Release*.

*Eickholz P, Kim TS, Bürklin T, Schacher B, Rengli HH, Schaecken MT, Holle R, Kubler A, Ratka-Krüger P. Non-Surgical periodontal therapy with adjunctive topical doxycycline: a double-blind randomized controlled multicenter study. J Clin Periodontol 2002; 29(2): 108-117

 

Literatur:
[1] Eickholz P, Kim TS, Bürklin T, Schacher B, Rengli HH, Schaecken MT, Holle R, Kubler A, Ratka-Krüger P. Non-Surgical periodontal therapy with adjunctive topical doxycycline: a double-blind randomized controlled multicenter study. J Clin Periodontol 2002; 29 (2): 108-117.

[2] Leyer A, Simic M, Schauerte W, Hechenbichler K, Balkenhol M. Adjunctive Topical Application of 14 % Doxycycline-Gel. An Observational Study. IADR, Seattle, 2013, 2186.

[3] Matesanz-Pérez P, García-Gargallo M, Figuero E, Bascones-Martínez A, Sanz M, Herrera DJ. A systematic review on the effects of local antimicrobials as adjuncts to subgingival debridement, compared with subgingival debridement alone, in the treatment of chronic periodontitis. Clin Periodontol 2013 Mar; 40 (3): 227-241.

 

 

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Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Matthias Lotz


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