Parodontologie


Mehrfachschutz für Risikostellen

Die Parodontalbehandlung beinhaltet die gezielte bedürfnisorientierte Nachsorge. Ziel ist es, Risikostellen zu schützen, die Aktivität des bakteriellen Biofilms zu kontrollieren und Entzündungen vorzubeugen. Das neue Schutzlacksystem Cervitec F von Ivoclar Vivadent macht einen Mehrfachschutz in nur einem Arbeitsschritt möglich. Die in einem Lacksystem einmalige Kombination von Inhaltsstoffen erlaubt Fluoridierung und Keimkontrolle in Einem.

Freiliegende Wurzeloberflächen, offene Furkationen, engstehende Zähne, interdentale Nischen oder komplexer Zahnersatz sind zum Teil sehr schwierig zu reinigen. Diese Areale bieten damit optimale Voraussetzungen für die Kolonisation von bakteriellem Biofilm, der häufig die Entwicklung entzündlicher Prozesse des Zahnhalteapparates und/oder kariöser Läsionen an der Zahnwurzel auslöst. Zum Standardprogramm der parodontalen Nachsorge gehören die konsequente professionelle Zahnreinigung sowie die risikoorientierte Keimkontrolle und der Schutz besonders gefährdeter Zahnhartsubstanz [1].

Fluoridierung und antibakterieller Effekt

Fluorid gehört zu den wichtigsten Komponenten zum Schutz der Zähne. Es hemmt die Demineralisation und fördert die Remineralisation der Hartsubstanz. Ein gezieltes Verabreichen des Fluorids erlauben Lacke, die sich durch eine einfache und sichere Anwendung auszeichnen [2,3]. Jedoch stößt Fluorid an seine Grenzen, wenn das Gleichgewicht der Keimflora gestört ist und säurebildende Mikroorganismen an Terrain gewonnen haben. Bei hoher und häufiger Säureproduktion hat Fluorid kaum eine Chance, seine schützende Wirkung voll zu entfalten. Diese Situation erfordert den Einsatz von Stoffen wie Chlorhexidin, die die Zahl relevanter Keime kontrollieren. Ist die Gefahr des übermässigen Säureaufkommens gebannt, kommt Fluorid besser zum Zuge [4,5].

Mit Cervitec F steht erstmalig ein Schutzlack zur Verfügung, der Fluoridierung und Keimkontrolle vereint. Möglich macht dies die Kombination von 1.400 ppm Fluorid plus 0,3% Chlorhexidin plus 0,5% CPC (Cetylpyridiniumchlorid) (Abb. 1) [6]. CPC trägt dazu bei, der Entwicklung von Zahnbelag und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen, und unterstützt die Wirkung des Chlorhexidins. Alle Komponenten liegen vollständig gelöst vor, sodass das Lacksystem unmittelbar einsatzbereit ist und kontrolliert dosiert aufgetragen werden kann (Abb. 2). Ein vorheriges Durchmischen, notwendig bei Lacken, die als Suspensionen angeboten werden, entfällt. Das liquide Cervitec F zeichnet sich durch optimale Fließ- und Benetzungseigenschaften aus, sodass es auch zu schwer erreichbaren Risikostellen vordringt und in poröses Zahnhartgewebe einfließt. Dadurch erhalten offene Dentintubuli, freiliegende Wurzeloberflächen, approximale Prädilektionsstellen oder Zonen im Bereich von Kronenrändern den gewünschten Mehrfachschutz.

  • Abb. 1: Fluoridierung und Keimkontrolle in einem Arbeitsschritt.
  • Abb. 2: Cervitec F ist unmittelbar applikationsbereit. (Bild: Dr. F. Zimmerling).
  • Abb. 1: Fluoridierung und Keimkontrolle in einem Arbeitsschritt.
  • Abb. 2: Cervitec F ist unmittelbar applikationsbereit. (Bild: Dr. F. Zimmerling).

  • Abb. 3: Gezielte Applikation des gut benetzenden Schutzlackes bei Wurzelkariesrisiko (Bild: Dr. F. Zimmerling).
  • Abb. 3: Gezielte Applikation des gut benetzenden Schutzlackes bei Wurzelkariesrisiko (Bild: Dr. F. Zimmerling).

Einfache Applikation

Das Aufbringen des Lacksystems erfolgt sehr schnell und einfach: Die gereinigten Zahnoberflächen werden mit Watterollen, Wattetupfer oder optional mit Speichelsauger oder Luftbläser relativ trocken gelegt, wobei die Feuchtigkeitstoleranz des Lacksystems hoch ist. Danach wird eine feine Schicht des farblos transparenten Cervitec F aufgetragen (Abb. 3). Diese trocknet innerhalb einer Minute an, und die Watterollen können entfernt werden. Auf ein Ausspülen ist zu verzichten, was dank des milden Geschmackes leicht zu befolgen ist. Mit der Aufnahme von Speisen und Getränken sollte eine Stunde gewartet werden. Das kommt der schützenden Wirkung zu Gute.

Die Applikation des Lacksystems erfolgt normalerweise vierteljährlich. Falls erforderlich können die Intervalle verkürzt werden. Dank der einfachen und schnellen Anwendung empfiehlt sich das neue Lacksystem Cervitec F auch für den Einsatz unter Feldbedingungen, wenn keine Praxiseinrichtung zur Verfügung steht, z.B. in Senioren- und Behinderteneinrichtungen, in Krankenhäusern sowie bei Hausbesuchen.

Risikoorientierte Mundpflege zu Hause

Um den professionellen Behandlungserfolg zu verstärken, kann die temporäre häusliche Anwendung eines Mundpflege-Gels mit Chlorhexidin und Fluorid, zum Beispiel Cervitec Gel von Ivoclar Vivadent, angezeigt sein. Die geschmeidige Konsistenz des Gels erleichtert die Applikation auf freiliegenden Wurzeloberflächen, bei offenen Furkationen sowie approximal. Wie die Erfahrung zeigt, fördert der milde Geschmack des Präparates die konsequente Anwendungsbereitschaft [7]. Ein zentraler Aspekt im Rahmen der parodontalen Nachsorge. 

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Dr. Gabriele David

Bilder soweit nicht anders deklariert: Dr. Gabriele David


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