Parodontologie


IDI-PARO und Deutscher Ärzte-Verlag veranstalteten 1. Interdisziplinäre Diskussionsrunde für Parodontitisfrüherkennung

11.05.2011

Anlässlich der IDS 2011 fanden sich Vertreter aus Medizin, Zahnmedizin, Politik und Wissenschaft zur 1. Interdisziplinären Diskussionsrunde für Parodontitisfrüherkennung am Stand des Deutschen Ärzte-Verlages ein.
Anlässlich der IDS 2011 fanden sich Vertreter aus Medizin, Zahnmedizin, Politik und Wissenschaft zur 1. Interdisziplinären Diskussionsrunde für Parodontitisfrüherkennung am Stand des Deutschen Ärzte-Verlages ein.

Mit einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde wurde am 23. März 2011 die

Kooperation zwischen der Interdisziplinären Diagnostik-Initiative für

Parodontitisfrüherkennung (IDI-PARO) und dem Deutschen Ärzte-Verlag eingeläutet. Im Rahmen der 34. Internationalen Dental-Schau in Köln fand sich eine Runde von Vertretern der Standespolitik und Wissenschaft aus Medizin und Zahnmedizin zusammen, um darüber zu beraten, inwieweit die systematische Diagnose und rechzeitige Therapie der Parodontalerkrankungen in Deutschland ausgebaut werden kann und muss.

Die mit zahlreichen Experten besetzte Diskussionsrunde, welche von der IDI-PARO moderiert wurde, warf zahlreiche Fragen auf und wies auf Missstände in der Parodontitisfrüherkennung hin. So forderte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Dietmar Oesterreich, eine engere Zusammenarbeit der standespolitischen Vertretungen der Medizin und Zahnmedizin, um das gemeinsame Ziel einer umfassenden Prävention leisten zu können. Auch Laurenz Meyer, Ökonom und ehemaliger CDU-Generalsekretär, warnte vor weitreichenden Folgen einer verpassten Parodontitisfrüherkennung. Neben den konkreten Gefahren für die Allgemeingesundheit der Patienten seien auch die volkswirtschaftlichen Konsequenzen, die aus den sehr kostenintensiven Behandlungen der assoziierten Erkrankungen einer nicht behandelten Parodontitis entstehen, nicht zu unterschätzen.

Während des regen Austauschs der Experten flossen zahlreiche Aspekte in die Diskussion ein und auch Missstände wurden aufgezeigt. Dazu zählt die Problematik, dass Zahnmediziner und Fachärzte in Deutschland einander keine Patienten überweisen können. Dieses Hindernis erschwert den von der IDI-PARO geförderten Dialog zwischen Medizin und Zahnmedizin, ebenso wie die vergleichsweise geringe Zahl an Parodontologen in Deutschland. Professor Dr. Ulrich Schlagenhauf, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie, verwies in diesem Zusammenhang auf die teilweise noch immer mangelhafte Ausbildung im Fach Parodontologie an den deutschen Universitätszahnkliniken.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, welche Zusammenhänge zwischen Parodontitis und unterschiedlichsten Risikoerkrankungen bestehen. Diese Daten bilden die Basis für das steigende Interesse vieler Fachärzte an einer Kooperation mit der Zahnmedizin. In diesem Kontext diskutierte der Expertenkreis, ob die erst seit kurzem verfügbaren Biomarker-Schnelltests zur aktiven Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) als Mediator zwischen den einzelnen Fachrichtungen dienen können.

Professor Dr. Burkhardt Rischke, Experte für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie aus Zürich, berichtete, dass allein 12.000 Gelenkprothesen pro Jahr aufgrund von bakterieller Kontamination explantiert werden müssen – eine Zahl, die höchstwahrscheinlich durch rechtzeitige Parodontitisprävention deutlich gesenkt werden könnte. Auch Dr. Harald Messner, Facharzt für innere Medizin und Nephrologie, betonte den nachgewiesenen Einfluss der Mundgesundheit auf die Blutzuckerwerte von Diabetikern und sprach sich daher für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in seinem Fachgebiet aus. Unterstützt wurde er darin durch die Aussagen von Professor Dr. Jürgen Ennker, einem der führenden Herzchirurgen Deutschlands, in dessen Herzzentrum in Lahr schon seit Jahren Parodontitis-Screenings erfolgreich durchgeführt werden.

Der Deutsche Ärzte-Verlag ist einer der führenden medizinischen Fachverlage Deutschlands. Die Kooperation mit der IDI-PARO, welche sich dem Kampf gegen die Parodontitis verschrieben hat, stellt einen Beitrag zum ungehinderten Informationsfluss zwischen Medizin und Zahnmedizin dar.

Zur IDI-PARO

Die IDI-PARO-Kampagne: „Parodontitisfreies Deutschland“ basiert auf der Forderung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach konkreten Maßnahmen zur Förderung der Mundgesundheit weltweit. Die WHO stellt den Kampf gegen die Parodontitis in den Fokus ihrer Aktivitäten für das 21. Jahrhundert. Insbesondere die Verbindung und die Auswirkungen der Parodontitis auf Allgemeinerkrankungen wie Diabetes Mellitus, koronare Herzerkrankungen, rheumatoide Arthritis und Frühgeburten gilt es hierbei zu bekämpfen.

Alle Zahnmediziner haben die Möglichkeit, sich aktiv an der Kampagne „Parodontitisfreies Deutschland“ zu beteiligen. Als Förderer der Offensive können sie mit Kardiologen, Rheumatologen, Diabetologen und Gynäkologen ihrer Region ein lokales Netzwerk entstehen lassen, indem sie gemeinsam auf der Basis parodontaler Diagnostik zusammenarbeiten. Durch die Nutzung von modernen Diagnostikverfahren (z.B. Parodontitis-Schnelltests) und die Verbreitung von Informationsmaterialien können Zahnmediziner einen aktiven Beitrag leisten.

Die IDI-PARO hat auf Ihrer Website www.parodontitisfreies-deutschland.de alle wichtigen Informationen zum Thema Parodontitisfrüherkennung zusammengetragen. Auf dieser informativen Website wird zudem die Möglichkeit geboten, sich direkt bei der Initiative auf der Alumnigroups-Seite zu registrieren und damit ein aktiver Teil der Offensive zu werden.


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