Implantologie


Schablonengestützte Implantatchirurgie mit der All-in-One-Lösung von Planmeca

13.09.2022

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Nachfolgend wird ein Fall einer jungen Patientin aufgezeigt, die infolge angeborener Hypodontie mit mehreren fehlenden Zähnen unter einem geschwächten Biss litt. Um weitere zahnverlustbedingte Probleme zu vermeiden, entschied sich Dr. Seppo Lindroos, Helsinki, Spezialist auf dem Gebiet der Ästhetik und Implantologie, für eine schablonengestützte Implantatchirurgie.

Eine junge Patientin (um die 20 Jahre) suchte die Medident Dental Clinic von Dr. Seppo Lindroos aufgrund ihrer Problematik der angeborenen Nichtanlage der bleibenden 2. Prämolaren und Molaren im Unterkiefer auf. Da sie ihren 2. Milchmolaren bereits einige Jahre zuvor verloren hatte, lief sie Gefahr, langfristig eine Bissstörung zu entwickeln (Abb. 1 und 2).

  • Abb. 1: Die Zähne im Unterkiefer der Patientin vor der Behandlung.
  • Abb. 2: Die Zähne im Unterkiefer der Patientin vor der Behandlung.
  • Abb. 1: Die Zähne im Unterkiefer der Patientin vor der Behandlung.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 2: Die Zähne im Unterkiefer der Patientin vor der Behandlung.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Klinischer Fallbericht

  • Abb. 3: Die mit dem Röntgengerät Planmeca ProMax® 2D erstellte Panorama-Röntgenaufnahme zeigt die fehlenden bleibenden Zähne.

  • Abb. 3: Die mit dem Röntgengerät Planmeca ProMax® 2D erstellte Panorama-Röntgenaufnahme zeigt die fehlenden bleibenden Zähne.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
Um weitere Einzelheiten über die Zahnstruktur zu erhalten, wurde eine Panorama-Röntgenaufnahme mit der Bildgebungseinheit Planmeca Promax® 2D angefertigt (Abb. 3). Im Anschluss daran wurden mit der Patientin die Behandlungsoptionen durchgesprochen und die Entscheidung getroffen, den fehlenden 2. UK-Prämolaren durch ein Implantat zur Vermeidung anlagebedingter Folgeschäden zu ersetzen. Sie wurde zudem darüber aufgeklärt, dass die Behandlung bei Verlust des 2. Milchmolaren auf der anderen Unterkieferseite wiederholt werden müsste.

Für die Implantatbehandlung wurde eine DVT-Aufnahme mit dem Planmeca Viso® G7 erstellt (Abb. 4); danach wurden die Zähne mit dem Intraoralscanner Planmeca Emerald™ gescannt und die gewonnenen Daten für die Behandlungsplanung in der Software Planmeca Romexis® miteinander kombiniert (Abb. 5). Die Implantatplanung erfolgte im Modul Romexis® 3D Implant, das eine Implantatbibliothek mit Modellen von mehr als 100 Herstellern enthält. Für die Patientin wurde ein Implantat des Typs CONELOG® SCREWLINE von CAMLOG® mit 4,3 mm Durchmesser und 9,0 mm Länge ausgewählt.

  • Abb. 4: Die mit dem Röntgengerät Planmeca Viso® G7 erstellte 3D-Aufnahme des Behandlungsbereichs.
  • Abb. 5: Die Implantatplanung erfolgte in Planmeca Romexis®.
  • Abb. 4: Die mit dem Röntgengerät Planmeca Viso® G7 erstellte 3D-Aufnahme des Behandlungsbereichs.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 5: Die Implantatplanung erfolgte in Planmeca Romexis®.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Die Planung der Platzierung erfolgte mithilfe des implantatzentrierten Romexis-Ansichtsmodus. Um die vorgesehene Implantatposition zu erreichen, kam eine chirurgische Bohrschablone zum Einsatz. Bevorzugt wird die schablonengestützte Chirurgie bei einem Großteil der Implantatfälle, um eine optimale Platzierung sicherzustellen und sowohl die Dauer des Eingriffs als auch die Einheilzeit zu reduzieren.

Die Schablone wurde mit dem Modul Romexis® 3D Implant Guide entworfen und mit dem 3DDrucker über den Service Planmeca Pro-Model™ – der patientenspezifische Implantate und Bohrschablonen für anspruchsvolle chirurgische Eingriffe und Behandlungsplanungen bietet – angefertigt. Nach der Platzierung des Implantats (Abb. 6) wurde ein temporäres Gingiva-Abutment am Implantat angebracht (Abb. 7), um das Abheilen des Zahnfleischgewebes vor dem Einzementieren der Restauration zu fördern.

  • Abb. 6: Die Implantatchirurgie wurde mit einer 3D-gedruckten Bohrschablone durchgeführt.
  • Abb. 7: Das Gingiva-Abutment wurde nach dem Eingriff am Implantat befestigt.
  • Abb. 6: Die Implantatchirurgie wurde mit einer 3D-gedruckten Bohrschablone durchgeführt.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 7: Das Gingiva-Abutment wurde nach dem Eingriff am Implantat befestigt.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Im Anschluss an die 3-monatige Einheilphase wurde ein Scan-Abutment auf dem Implantat befestigt (Abb. 8 und 9). Für die Restaurationsplanung wurden die Zähne erneut mit dem Planmeca Emerald gescannt. Die Intraoralscans für das endgültige Restaurationsdesign wurden über den cloudbasierten Bildübertragungsdienst Planmeca Romexis® Cloud an ein Partnerlabor gesendet.

  • Abb. 8: Das Scan-Abutment wurde für die Restaurationsplanung auf dem Implantat platziert.
  • Abb. 9: Das Scan-Abutment wurde für die Restaurationsplanung auf dem Implantat platziert.
  • Abb. 8: Das Scan-Abutment wurde für die Restaurationsplanung auf dem Implantat platziert.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 9: Das Scan-Abutment wurde für die Restaurationsplanung auf dem Implantat platziert.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Da dieser Service ein integraler Bestandteil der Romexis-Software ist, konnte das Labor die Falldateien nahtlos im Softwaremodul Planmeca PlanCAD® Premium öffnen, das nachfolgend für das Design des Abutments und der Krone mit Schraubenkanälen verwendet wurde (Abb. 10 und 11). Angefertigt wurde die Restaurationen im Labor mit der Fräseinheit Planmeca Plan-Mill® 50 S.

  • Abb. 10: Die endgültige Restauration wurde in Planmeca PlanCAD® Premium entworfen.
  • Abb. 11: Die endgültige Restauration wurde in Planmeca PlanCAD® Premium entworfen.
  • Abb. 10: Die endgültige Restauration wurde in Planmeca PlanCAD® Premium entworfen.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 11: Die endgültige Restauration wurde in Planmeca PlanCAD® Premium entworfen.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Das endgültige Abutment wurde aus einem vorgefertigten Titanium-Abutmentblock erstellt und die Krone für das Abutment aus IPS e.max CAD angefertigt. Beide Komponenten kamen zur Nachbearbeitung ins Labor, wurden charakterisiert, zu einer verschraubten Restauration verbunden und im Anschluss auf dem Implantat verankert (Abb. 12 und 13). Die mithilfe des Intraoralscans im Labor gefräste Krone passte perfekt und es wurde keine weitere Bearbeitung der Approximalflächen erforderlich.

  • Abb. 12: Die platzierte endgültige Restauration.
  • Abb. 13: Die platzierte endgültige Restauration.
  • Abb. 12: Die platzierte endgültige Restauration.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy
  • Abb. 13: Die platzierte endgültige Restauration.
    © Seppo Lindroos, Medident Oy

Nach dem Einsetzen der Restauration musste der Biss nur geringfügig eingeschliffen werden. Insgesamt sorgte das digitale Konzept von Planmeca für eine präzisere und schnellere Behandlung.

Die Kombination unterschiedlicher Patientendaten in Romexis für die Behandlungsplanung ist einfach und unkompliziert. Die offene Softwarearchitektur erleichtert außerdem die Zusammenarbeit mit externen Partnern.

Fazit

Der digitale Implantat-Workflow beschleunigt den gesamten Behandlungsprozess sowie den chirurgischen Eingriff und bietet Patienten somit viele Vorteile, u.a. ist die Behandlung vorhersagbarer und komfortabler. So sind beispielsweise Intraoralscans angenehmer als herkömmliche Abdrucknahmen und die Patienten profitieren von einer schnelleren und unkomplizierten Einheilung. Da die Patienten außerdem in die Behandlungsplanung eingebunden werden und das voraussichtliche Ergebnis bereits im Vorfeld in Romexis betrachtet werden kann, fördert dies das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Behandler.

Dies ist vor allem für Patienten mit Behandlungsangst von enormen Vorteil. In diesem Fall war die Patientin mit dem Behandlungsablauf und der Passgenauigkeit der endgültigen Restauration sehr zufrieden.

Näheres zum Autor des Fachbeitrages: Seppo Lindroos


Aufruf zur Online-Umfrage für ZÄ, ZMP und DH – Studie zu Gingivawucherungen
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Prof. Dr. Christian Graetz et al., Universitätsklinikum Kiel, freuen sich über die Teilnahme an einer anonymisierten Umfrage. Zeitdauer ca. 10 Minuten. Die Studie untersucht, ob aus zahnmedizinischer Sicht eine adäquate Versorgung des o.g. Krankheitsbildes „gingivale Wucherungen“ vorliegt.